Es hat auch nichts zu brennen begonnen

Weihnachten war sehr schön, danke. Es gäbe auch ohne die Sache mit dem Ohrring und der Waschmuschel genug zu erzählen.

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Symbolbild – (c) APA BARBARA GINDL (BARBARA GINDL)

Weihnachten war sehr schön, danke. Es gäbe auch ohne die Sache mit dem Ohrring und der Waschmuschel genug zu erzählen. Etwa dass Kinder, die mit Helium befüllte Spiderman-Luftballons in die Kirche mitnehmen, eher nicht so positiv auffallen. Auch wenn sie dann während der Kindermette artig länger als eine Stunde hinter sehr vielen Erwachsenen stehen, die sich den besten Blick auf das Krippenspiel nicht nehmen lassen wollen.

Der Besuch des Briefträgers am Vormittag brachte eine wichtige Erkenntnis für Weihnachten 2013. Eingeschriebene, schmale Schriftstücke enthalten selten Last-minute-Geschenke in Form großzügiger Gutscheine, sondern eher Zahlungsaufforderungen und Anzeigen. So lässt sich zwar der Ausspruch „Schöne Bescherung!“ effektvoll anbringen, für die Stimmung wäre es aber besser, am 24. Dezember zugestellte (unauffällige weiße) Briefe erst einmal gut abzulegen.

Dass die übers Jahr gekauften Geschenke so gut versteckt wurden, dass sie zu Weihnachten nicht mehr auffindbar sind, gehört zur Familientradition. Die Schlussfolgerung, dass es dem Käufer an Ordnungssinn mangelt, ist hingegen unfair, man könnte auch dessen Organisationstalent und Einfallsreichtum loben. Am letzten Samstag alles auf einmal zu besorgen, ist schließlich nicht so originell.

Sehr viel später gab es dann den Vorfall im Bad, der verbleibenden Gästen und noch einsatzfähigen Familienmitgliedern einen innigen Moment des Zusammengehörigkeitsgefühls schenkte. Vor allem, als sie nach erfolgreicher Rettung des im Abfluss versenkten (neuen) Ohrrings die Überschwemmung beseitigten und später auch ihre mittlerweile feuchte Oberbekleidung. Dazwischen lag ein sehr stimmungsvoller Heiliger Abend. Es hat auch nichts zu brennen begonnen.

Ihnen, liebe Leser, alles Gute für das neue Jahr. Es wird sicher ein besonders schönes.

 

E-Mails an: friederike.leibl-buerger@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.12.2012)

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