Valentinstag 2014

14.02.2013 | 18:25 |  REGINA PÖLL (Die Presse)

Nach dem Valentinstag ist vor dem Valentinstag.

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Kollegin Duygu Özkan hat gestern an dieser Stelle den Valentinstag eher kritisch behandelt. Zu Recht, wie ich heute aus eigener donnerstäglicher Erfahrung berichten kann. Nicht immer läuft es so, wie man sich das vorgestellt oder es geplant hat, meistens läuft es sogar ganz anders. Jedenfalls: Vom Valentinstag 2013 bleibt am Ende nur eines übrig, und das will ich Ihnen im Original nicht vorenthalten:

Hallo Süße, Mein Name ist Judy, i 25yrs alt bin, habe ich eine kostenlose minded, offenherzige Mädchen bin, ich will das Leben so einfach wie ich konnte nehmen möchten, ich bin einer der wenigen, die immer noch glaubt, in Freundschaft, Liebe, Vertrauen und Zeichen, bin sehr Einzel-und bereit zu mischen. wurde durch die Internet-Surfen und stieß auf Ihre Kontaktdaten, wird es meine aufrichtige Freude, dein Freund sein, hoffe ich, dass Sie nicht nimm meine Anfrage für selbstverständlich halten, können Sie mich kontaktieren (judy4me@ XXX.com) Ich freue mich von Ihnen zu hören bald.

Was würde wohl passieren, wenn Ernst Strasser diesen meinen einzigen E-Mail-„Liebesbrief“ zum Valentinstag ins Englische rückübersetzte? Jener Strasser, den die „Kleine Zeitung“ in ihrer Faschingsbeilage übrigens völlig zu Recht als „Serious Streeter“ („Englisch lernen mit . . .“) getarnt hat? Aber: Der Fasching ist zwei Heringsschmause später nun wirklich vorbei.

Dabei – das nur am Rande – hat der Valentinstag erst im englischsprachigen Raum so recht zu seiner Blüte gefunden. Als nämlich ein Gedicht Geoffrey Chaucers („Parlament der Vögel“) angeblich aus Anlass einer Valentinsfeier König Richards II. 1383 finalisiert wurde. Der Inhalt: Vögel sammeln sich um die Göttin Natur – natürlich, damit am Ende jeder Topf seinen Deckel finde. Was damals nur noch ein wenig anders hieß.

Zu sagen bleibt: Nach dem Valentinstag ist vor dem Valentinstag. Also, auf nach 2014! „Judy“ habe ich lieber nicht geantwortet. It does me sorry, really!

 

E-Mails an: regina.poell@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.02.2013)

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