... Versailles, Stalingrad, aber auch Wien. Ende der 90er-Jahre war Mak im Belgrad Slobodan Milosevics. Ein junger Serbe klagte ihm sein Leid. Die Oppositionellen würden in Scharen das Land verlassen. Und noch schlimmer: „Unsere Mädchen wollen nur noch Männer mit Mobiltelefonen.“
Hierzulande sahen Männer mit Mobiltelefonen zur selben Zeit noch aus wie Peter Westenthaler und waren daher mäßig attraktiv. Da solch ein Handygehabe in unseren Breiten damals als eher peinlich galt, verfielen viele auf einen wenig zukunftsträchtigen Mittelweg und legten sich einen Pager zu. Mit diesem konnte man dann allerdings nur eine Telefonnummer und eine Kurznachricht im Telegrammstil empfangen, den Absender musste man dann erst recht über das Festnetz zurückrufen.
Der Pager war so etwas wie der Alfred Gusenbauer der Telekommunikation. Eine Innovation zwar, aber doch bald wieder von der Realität überholt. Heute findet so ein Pager angeblich noch in Krankenhäusern Verwendung. Nur heißt er dort seit jeher Piepser.
Womit der Anspruch, der hier an diesem Platz an einen gestellt wird, hoffentlich wieder einigermaßen erfüllt wurde. Denn wie meinte Ö3-Chef Georg Spatt am Montag in einem „Kurier“-Interview: Es brauche auch im Radio die „Sexyness“ der Kolumnisten der Zeitungen, etwa jener der „Presse“, in deren Kolumnen es „um das Sich-Auseinandersetzen mit teilweise fast unwichtigen Dingen“ gehe, woraus dann „Geschichten inszeniert“ würden.
Dem ist wenig hinzuzufügen.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.02.2009)

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