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Neue Mountainbikewege auf der Pretul und am Stuhleck

Es klingt ein bisschen wie das Geräusch einer vorbeifliegenden Passagiermaschine, das der Wind mal mehr, mal weniger herüberträgt – bloß dass die Lärmquelle sich hier nicht entfernt, sondern stabil verankert um ihre eigene Achse rotiert.

Eine Straße führt entlang der Kette von Windrädern; im Hintergrund das Stuhleck ohne Windräder
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Eine Straße führt entlang der Kette von Windrädern; im Hintergrund das Stuhleck ohne Windräder
Eine Straße führt entlang der Kette von Windrädern; im Hintergrund das Stuhleck ohne Windräder – (c) Benedikt Kommenda

14 neue Windräder werden auf der Pretulalpe im Nordosten der Steiermark vom ziemlich verlässlichen starken Wind angetrieben. Der Windpark Pretul, die größte Windkraftanlage der Steiermark, wird am 22. September feierlich eröffnet, bis Ende des Monats sollen alle nötigen Unterschriften vorliegen, damit auch die versprochenen neuen Mountainbikewege ausgeschildert und freigegeben werden können.

Bis in eine ferne Zukunft, da die Anlagen so attraktiv erscheinen mögen wie alte Windmühlen heute, wird man den Windpark eher nicht als optischen Gewinn ansehen. Aber das ist Geschmackssache, sehr im Gegensatz zu den physikalischen Gegebenheiten: Die Anlage ist darauf ausgelegt, Strom für 22.000 Haushalte zu erzeugen, und mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 8m/sec bläst der Wind hier auf rund 1600 Metern Höhe stärker als etwa auf der Parndorfer Platte (6m/sec).

Die Auffahrt mit rund 800 Meter Höhenunterschied verlangt einige Ausdauer, egal ob man sie von Spital am Semmering aus vorbei an den Skiliften angeht oder von Mürzzuschlag, wo man sich zwischen der Auersbachstraße und, noch weiter südwestlich, der Straße zum Bärenkogelhaus entscheiden kann. Das letzte Stück hinauf auf den Rücken mit einer Kette von Windrädern zwischen Peter-Bergner-Warte (mickrig unter einem Rotor geduckt) und Schwarzriegelmohr verlangt in jedem Fall noch eine letzte Extraanstrengung. Oben angekommen fährt man dann auf einer Schotterstraße: technisch fad, aber mit erhebendem Rundblick.

Viele, die vor den Bauarbeiten dort oben geradelt sind, haben die Überfahrt aufs Stuhleck sehr gemocht; dieses ist von Windrädern und neuen Radwegen aber verschont geblieben. Man kann nur am Stuhleck fahren – gerade einmal zur Talstation des höchsten Skilifts.

E-Mails an: benedikt.kommenda@diepresse.com

 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.09.2017)

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