Alles, was schiefgehen kann, geht schief? Nicht in Jedlesee!

Am Lorettoplatz 5 ist die Welt wieder in Ordnung: über die Rettung eines Stücks "Bröckelbarock".

Bald bezugsbereit: „Maria-Theresien-Schlössl“, Wien Floridsdorf.
Schließen
Bald bezugsbereit: „Maria-Theresien-Schlössl“, Wien Floridsdorf.
Bald bezugsbereit: „Maria-Theresien-Schlössl“, Wien Floridsdorf. – (c) Wolfgang Freitag

Dass alles schiefgeht, was schiefgehen kann, ahnte die Menschheit schon lang, bevor der US-amerikanische Air-Force-Ingenieur Edward A. Murphy Ende der 1940er den nach ihm benannten Satz so in etwa formulierte. Bis heute lehrt uns die Erfahrung, wie gültig Murphy's Law ganz im Allgemeinen ist. Und dennoch, da gibt es zumindest eine Ausnahme – und die findet sich, wer möchte es glauben, in einem diesbezüglich sonst nicht weiter auffälligen Bezirk: in Floridsdorf.

Eineinhalb Jahre ist es her, da berichtete ich an dieser Stelle über den „Bröckelbarock“ am Jedleseer Lorettoplatz 5: jenes „ehemalige Herrschaftshaus“, das dortselbst, in der lokalen Lingua franca auch als „Maria-Theresien-Schlössl“ geläufig, einer mehr als zweifelhaften Zukunft entgegendämmerte. Zwar äußerte man sich seitens des Eigners, des Stifts Klosterneuburg, optimistisch, eine Renovierung des weithin unbeachtet vor sich hin bröselnden Kleinods werde „bis Ende 2017“ abgeschlossen sein, freilich: Recht daran glauben mochten zu jener Zeit weder etliche besorgte Anrainer noch, zugegeben, der Autor dieser Kolumne – schon allein deshalb, weil damals nicht einmal ein künftiger Verwendungszweck der historischen Baulichkeit absehbar schien.

Doch siehe: Ein Lokalaugenschein dieser Tage zeigt die 18.-Jahrhundert-Pracht in bestem Fassadenglanze, neue Eindeckung inklusive, rückseitig durch einen angemessen zeitgemäßen und gleichzeitig diskreten Zubau erweitert. Und ja, aus der Kanzlei des künftigen Nutzers, der umliegenden Pfarrgemeinde Maria Loretto, wird bestätigt, dass die Übersiedlung in die adaptierten Räume voraussichtlich bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sei. Alles, was schiefgehen kann, geht schief? Dear Mister Murphy, diesmal ist die Sache mit dem Schiefgehen selber schiefgegangen – gut für den Lorettoplatz 5, gut für Jedlesee.

E-Mails an:wolfgang.freitag@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.10.2017)

Die Presse - Testabo

Testen Sie jetzt „Die Presse“ und „Die Presse am Sonntag“ sowie das „Presse“-ePaper und sämtliche digitale premium‑Inhalte 3 Wochen kostenlos und unverbindlich.

Jetzt 3 Wochen testen
Meistgelesen
    Kommentar zu Artikel:

    Alles, was schiefgehen kann, geht schief? Nicht in Jedlesee!

    Schließen

    Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
    Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.