Mein Samstag

Meine nervigen Ponys

Am vergangenen Wochenende habe ich wieder einmal für einen ganzen Haufen meiner Sünden gebüßt.

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(c) REUTERS

Wir waren nämlich für „My Little Pony“ im Kino. Gefühlte 1000 Fernsehfolgen, in denen die Ponys namens Pinkie Pie, Rainbow Dash oder die offenbar aus einem landwirtschaftlichen Betrieb stammende Apple Jack (mit Äpfelmustern am Körper, ihre Oma heißt, was zugegeben ziemlich witzig ist, Granny Smith) durch das sehr rosarote Städtchen Ponyville laufen, waren also nicht genug. Für Erwachsene ist die Serie ob ihrer Hektik und den hysterischen Stimmen praktisch nicht zu ertragen.

Umso größer also das Opfer, mich freiwillig (na ja) in einen Kinosaal zu begeben, um den Ponys auf riesigem Bildschirm, in voller Lautstärke und mit noch absonderlich größeren Augen als im TV zuzuschauen. Die Geschichte war dann sogar ziemlich spannend (für kleinere Mädchen sogar ziemlich unheimlich), da die fröhliche Ponywelt von dunklen Mächten bedroht wird. Riesige trollartige Kreaturen sperren die versammelten Ponys in kleine Käfige (wofür man ihnen durchaus dankbar ist). Die Protagonistinnenponys allerdings entkommen, ihnen wachsen später Meerjungfrauenflossen, damit sie in irgendeiner Unterwasser-Parallelwelt Hilfe holen können. Nach eineinhalb Stunden, in denen zu allem Übel auch gesungen wird, teilt mir das Kind mit, dass es den Film „nur so na ja“ fand. Für „nur so na ja“ war das ziemlich viel Reizüberflutung, die mir zugemutet wurde, aber gut.

Von der Serie gibt es übrigens einen Ableger, in dem aus den little Ponys irgendwie Mädchen, die „Equestria Girls“, geworden sein müssen, die bunte Mähnen tragen wie die Ponys, aber menschliche Körper in Lila, Hellblau und anderen seltsamen Farben haben und dabei hohe Stiefel tragen, die wirken, als würden sich darunter Pferdehufe verbergen. Das sieht genauso schlimm aus, wie es klingt, und nur durch glückliche Fügungen hat das Kind von diesem Spin-off noch nichts erfahren. Drücken Sie mir die Daumen, dass es so bleibt. Bitte, danke.

E-Mails an: mirjam.marits@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.10.2017)

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