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Keine Freundschaft mit Ferraris Höckernase

10.02.2012 | 18:37 |  MIRJAM MARITS (Die Presse)

Eine strapaziöse Woche für das ästhetische Auge.

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An manche Dinge wird man sich nie gewöhnen. An die Kälte. Das frühe Aufstehen. In der Kälte früh aufzustehen. Mit anderen Dingen arrangiert man sich im Laufe der Zeit, auch wenn man ihnen, um das Web-2.0.-konform auszudrücken, nie eine Freundschaftsanfrage schicken würde. Dazu zählen etwa Veränderungen. Egal, ob „Zeit im Bild“ oder die Lieblingszeitung ein neues Design bekommen: Zuerst ist man einmal reflexartig dagegen. Das war immer schon so. Als etwa dereinst der Schokoriegel „Raider“ zu „Twix“ wurde, schwor eine Grazer Schulklasse, das böse T-Wort niemals zu verwenden. Kurz darauf sagten dann alle Twix. Der Raider-Riegel war Geschichte. Auf einen ähnlichen Gewöhnungseffekt sollte auch die Formel 1 hoffen. Denn die heurige Rennsaison, das lässt sich jetzt schon sagen, wird eine hässliche. Eben haben die Teams ihre neuen Autos vorgestellt und diesmal kollektiv bei den Experten für ästhetische Fragen gespart. Die neuen, eckigen Boliden haben fast alle eine sogenannte Höckernase. Ein Begriff, der eh schon alles sagt. Statt über die Favoriten 2012 wird darüber diskutiert, wem das hässlichste Auto gelungen ist (Ferrari!) und ob sich „ein neuer Nasentrend“ durchsetzt (leider ja!).

Neben der Höckernase hat sich auch der Begriff „Frosting“ in den Sprachgebrauch eingeschlichen, als rotzige Antwort der Internetgemeinde auf die sibirische Kälte: Man posiert leicht bekleidet zwischen Eiszapfen und Schnee. Oder, quasi die Gegenbewegung, Armin Wolfing: Menschen sitzen, Photoshop sei Dank, wie unlängst der Moderator mit Jacke und Fellmütze vor der ZiB2-Kulisse. Was wohl als Nächstes kommt? Heinz Fischering vielleicht: Man posiert mit dem UHBP-Haarschnitt vor der Hofburg. Oder Stefan Petznering: Man lässt sich nach einer Überdosis Solarium fotografieren. Wie gesagt: An manche Dinge gewöhnt man sich nie.

 

E-Mails an: mirjam.marits@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.02.2012)

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