Wo Weihnachten irgendwie Alltag ist
Wer nicht weiß, dass Heiliger Abend ist, wird in Jerusalem davon nichts mitbekommen, es sei denn, er geht zufällig an einer Kirche vorbei oder besucht die Altstadt. Im christlichen Viertel gibt es Plastiknikoläuse und Baumschmuck, und das Österreichische Hospiz lädt diese Woche zum Weihnachtskonzert mit anschließendem Apfelstrudel und Wiener Melange ein.
Selbst in Bethlehem, dort wo angeblich alles begann, bleibt die Weihnachtsstimmung in diesem Jahr bedrückt.
Auf dem Manger-Square vor der Geburtskirche Jesu steht zwar der pyramidenartige, knapp 20 Meter hohe Kunstbaum in voller Beleuchtung, doch kommen weit weniger Pilger als erhofft. Rund ein Viertel der geplanten Reisen ins Heilige Land wurden nach dem jüngsten Gaza-Krieg im November storniert. Die Menschen in Jesu Geburtsstadt glauben kaum noch an Frieden. Und immer enger rücken die israelischen Siedlungen an Bethlehem heran.
Von Susanne Knaul (Jerusalem)
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