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Infiniti: Der Mehrwert des Hervorstechens

23.08.2012 | 18:24 |  FRANZ FARKAS (Die Presse)

Infiniti zählt immer noch zu den Exoten, zu den Außenseitern am Markt. Aber genau das hat auch seine Reize.

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Seit zwei Jahren ist Nissans Nobelableger offiziell in Österreich, seit dem Frühling mit einem eigenen Kundenzentrum nahe Wien, und noch immer können die meisten mit dem Logo auf dem Kühlergrill nicht viel anfangen. Die Marke existiert ja gerade erst seit zwei Jahrzehnten, gedacht als Antwort auf die zum Hause Toyota gehörende Luxusschiene Lexus.

Umso mehr wird hierzulande der nun dezent facegeliftete FX bestaunt. Die Optik ist ein echter Eyecatcher. Dabei hat man auf eine bewährte Formensprache zurückgegriffen: Eine lange Motorhaube, eine verhältnismäßig niedrige Dachlinie und ein steil abfallendes Heck lassen den SUV durchwegs dynamischer aussehen als die Konkurrenz der deutschen Nobelmarken.

 

Nicht nur zur Zierde

Die lange Haube dient nicht ausschließlich der Zierde, immerhin beherbergt sie auf Wunsch einen V8 mit fünf Litern Hubraum.

Hierzulande werden die Kunden wohl bevorzugt zum Dreiliter-V6-Diesel greifen, der von Konzernmutter Nissan entwickelt wurde. Er leistet 238 PS und beschleunigt das zwei Tonnen schwere Trumm in etwas über acht Sekunden von 0 auf 100 km/h. Etwas gewöhnungsbedürftig ist die Denkpause, die sich die Siebengang-Automatik genehmigt, wenn man das Gaspedal voll durchtritt, trotzdem wirkt der Wagen fast schon leichtfüßig.

Das Fahrwerk ist eher auf amerikanische Verhältnisse abgestimmt als auf Europa, aber immerhin gibt es bei der S-Version eine Dämpferkontrolle, einen Sportmodus fürs Fahrwerk und eine Hinterradlenkung. Allerdings wird der FX in der sportlichen Einstellung etwas bockig auf Fahrbahnabsätzen oder Kanaldeckeln. Mitschuld daran sind sicher die riesigen 20-Zöller, die entsprechend schwer sind und zu den ungefederten Massen zählen. Innen bietet der FX zumindest vorne mehr als genug Platz, hinten ist das Angebot angesichts der Größe des Autos eher gering. Dafür punktet der Infiniti mit einer kompletten, wenn auch etwas schwülstigen Ausstattung, die woanders richtig ins Geld ginge.

 

Fast alles an Bord

So sind Rückfahrkamera, viel Leder, Glasdach, Keyless-System, Edelholz und vieles mehr standardmäßig an Bord. Weiterer Mehrwert, wenn man so will: Man wird stets beachtet, denn dieses Auto fällt auf. Etwas gemessener ist im Verhältnis zur Konkurrenz der Preis, ab etwas über 67.000 Euro ist man dabei, die S-Version schlägt mit 70.500 Euro zu Buche.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.08.2012)

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