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Škoda Citigo: Die Neuentdeckung der Leichtigkeit

23.08.2012 | 18:24 |  TIMO VÖLKER (Die Presse)

Die Welt hat ihre Liebe zu Nashornjägerautos entdeckt, unmäßig groß und schwer - aber es gibt zarte Gegenstimmen: Autos wie der Škoda Citigo, die verblüffend viel aus ihrer Kleinheit herausholen.

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Schon wieder ein Auto, das unsere gut trainierte Gewohnheit, auf den Zentimeter genau (an guten Tagen: Millimeter) unter dem automatisch hochfahrenden Garagenrolltor hindurch zu gleiten, mit einer überraschenden Vollbremsung unterbindet. Dieses Bein hat uns zuletzt Volvo gestellt.

Was soviel bedeutet, dass auch im Škoda die radargestützte City-Notbremsfunktion einwandfrei arbeitet, dass sie im Ernstfall Schäden von Mensch und Maschine abhalten wird, jedenfalls bis zu einem Tempo von 30 km/h. Bei 110 Euro Mehrkosten wäre es wohl unklug, auf diese kleine Rückversicherung zu verzichten.

Willkommen in der Welt von Škoda, in der mit Aufpreisen gehandelt wird, über die Käufer eines klitzekleinen Audi allenfalls gequält lächeln können. Navigations- und Infotainment-System samt Bluetooth-Telefonie? 360 Euro – übrigens ebenso viel wie für Metallic-Lackierung. Tempomat, Leichtmetallfelgen? 160 respektive 375 Euro. Es gibt sogar zweistellige Posten auf der Liste! In einem Auto, das mit nur zwei Prozent NoVA veranschlagt ist, kann man sich eben besonders günstig einkleiden.

Zweite Überraschung, nach der am Garagentor: Welche Freude der kleine Škoda im Alltag bereitet. Dies ist ein erhebend kluges Auto in seiner Raumökonomie, in einem Straßenumfeld, das eher die Lust an der schieren Masse verrät. Unsere Autos sind für das, was wir mehrheitlich mit ihnen anfangen, zu groß und zu schwer. Effizienz, Dynamik: längst leere Begriffe aus dem Marketing.

Lassen wir den Škoda die Gegenposition einnehmen. Der Citigo teilt sich mit VW up! und Seat Mii die technische Basis und man möchte sagen: Škoda hat von allen dreien das beste draus gemacht. Das liegt am bestechend klaren Design, wie es längst Markenzeichen der Tschechen ist, und am umsichtig kalkulierten Gefüge aus Grundausstattung und Extras-Paketen. Wer sich nicht gerade mit dem Einstiegsangebot kasteien möchte, hat ab 10.640 Euro das Wichtigste (Klima, Easy Entry, höhenverstellbarer Fahrersitz, CD-Radio) an Bord, etwaige Extras, wie erwähnt, zahlt man quasi aus der Hosentasche. Auf das zweite Paar Türen kann verzichtet werden – wieder was gespart! –, denn so lang ist das Auto nicht, dass man nicht über die Vordersitze gut nach hinten gelänge – auch, was das Schisteln mit Kindersitzen angeht. Platz ist keineswegs Mangelware – nicht nur, dass es sich im Innern schön luftig anfühlt und viel Kopffreiheit geboten wird, auch ein Fahrrad lässt sich problemlos durch die große Heckklappe dem Innenraum überantworten, ohne dass man zum Werkzeug greifen und ein Laufrad ausbauen müsste. Daran scheitern schon manche Lifestyle-Kombis.

Das Gewicht von unter einer Tonne lässt einen sogar mit 60 PS über die Runden kommen (optional: 75 PS). Der Dreizylinder-Benziner ist sogar ein recht drehfreudiger Geselle, mit dem man gern durch die fünf Gänge turnt; an der Ampel wird er abgestellt. Unterhaltsam, wie leichtfüßig das Auto um die Ecke biegt, und wie gut das Fahrwerk federt. Beileibe kein Feindesland: Erstaunlich erwachsen fühlt sich der Citigo auf der Autobahn an, 161 km/h offizielle Höchstgeschwindigkeit deuten schon auf die geringe Stirnfläche hin. Der Nebeneffekt sind geringe Windgeräusche, ein Kriterium für die Langstrecke. 140 km/h Tacho sind letztlich ein gutes Tempo, das man auf längere Etappen durchhalten kann. 160 Euro für den Tempomat sind gut investiert.

Auf einen Blick

Škoda Citigo Ambition GreenTec

Maße L/B/H: 3540/1645/1489 mm. Radstand 2420 mm. Leergewicht 940 kg. Ladevolumen max. 959 l.

Motor R3-Zylinder-Otto, 60 PS. 999 cm. Testverbr. 5,3 l/100 km.

Preis ab 10.640 Euro

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.08.2012)

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5 Kommentare
Gast: kritikerrr
24.08.2012 12:20
0 0

Naja,

also was genau Designmäßig besser sein soll als bei den beiden Schwestermodellen erschließt sich mir nicht so ganz. Und auch preislich dürfte der Skoda nicht wirklich billiger sein, aber es möge jeder selbst das "VW Up für 2 Euro am Tag" Angebot inkl aller Nebenkosten durchrechnen....

Gast: Wasserlaeufer
23.08.2012 22:10
0 7

Wenn der Tempomat Cruise-Control heisst

wuerde ich eher davon abraten.

Wenn man hellwach ist hat er sicherlich
gewisse Vorteile.

Bei Muedigkeit schlaeft man; auf der Autobahn; aber leicht ein weil es nichts zu tun gibt.

Re: Wenn der Tempomat Cruise-Control heisst

wie wäre es, wenn sie nicht übermüdet fahren würden?

Antworten Antworten Gast: Wasserlaeufer
24.08.2012 17:27
0 0

Re: Re: Wenn der Tempomat Cruise-Control heisst

Tja mein Rollfrosch das waere sicherlich das Vernuenftigste.

Leider ist es eben so, dass wenn man studiert und 40 Stunden in der Woche
arbeitet wenig Zeit zum Schlafen bleibt.
Fuer drei Naechte einmal garnicht.

Ich bin dann einmal mitten in der Praerie
aufgewacht. Den Leitschienenkopf hatte ich gottseidank um ca. 2 bis 3 Meter verfehlt.

Durch das Gerumpel wachte ich auf und sah das hohe Gras an mir vorbeiflitzen.
In meiner verstaendlichen Panik
latschte ich aufs "Bremspedal" welches sich aber nach der Beschleunigung des
Wagens als das Gaspedal entpuppte.

Gottseidank war nichts passiert.
Nur die Radkappen musste ich eine halbe
Stunde lang suchen.
An allen moeglichen Stellen des Autos war dann aber Gras.

Seither fahre ich ohne Cruise-Control!


Re: Re: Re: Wenn der Tempomat Cruise-Control heisst

einfach unverantwortlich, egal ob tempomat oder nicht.