Was tut sich eigentlich bei Alfa? Es ging zuletzt das Gerücht, Fiat-Chef Marchionne wolle den Mito, Alfas kleinste Baureihe, einstellen, weil Fiat – im Rahmen der großen „Neuerfindung“ der Konzernmarken – das Segment besser abdecken könne. Ganz falsch interpretiert, hallt es mit Nachdruck von Fiat wider, vielmehr sei fürs nächste Jahr die fünftürige Variante des Mito angesagt, davor noch werde die (nach vier Jahren auch fällige) Überarbeitung der ersten Serie auf den Markt kommen.
Alfa-Fans können also beruhigt sein. Von den Fans allein kann Alfa allerdings nicht leben: Derzeit bleibt die Marke nach eher schwachen Jahrgängen und mangels neuer Baureihen weit unter ihren Möglichkeiten. Es ist nicht so lange her, da wollte man sich noch mit BMW anlegen. Warten wir die Neuerfindung, die sich maßgeblich auf Fiats USA-Connection mit Chrysler stützen wird, einfach ab – fix sind die Giulia als 159-Nachfolger, ein neuer Spider (in Kooperation mit Mazda, mit Heckantrieb, ab 2015) und, unvermeidlich, der Einstieg ins Fach der SUV.
Inzwischen vertreiben wir uns etwas die Zeit mit dem Mito in spaßigster Ausführung: als Quadrifoglio Verde, mit vierblättrigem Kleeblatt an der Flanke. Das ist geheiligtes Terrain für die Fans, das Symbol reicht weit in Alfas Heldentage zurück, in die Rennerei der Vorkriegszeit, passendes Namedropping: Ascari!
Rennwagen ist der Mito QV keiner, aber 170 PS und ein Sportfahrwerk sorgen für Kurzweil. Der 1,4-Liter-Turbomotor leistet sich ein Turboloch bis etwa 2000U/min,das ist nicht mehr ganz up to date, aber danach geht es mit schöner akustischer Begleitung ordentlich dahin. Unverändert würden wir uns ein besseres, präziseres Schaltgetriebe mit kürzeren Wegen wünschen, so ließe sich mehr aus den sportlichen Talenten des Kleinen machen. Die Sabelt-Schalensitze, die um etwa 1500 Euro Aufpreis an Bord finden, gehören etwa zum Besten, was man in dieser Preis- und Größenklasse unter den Hintern bekommt. Mit den polierten 18-Zoll-Felgen (572 Euro extra) und der unverzichtbaren „Rosso Alfa“-Sonderlackierung (292 Euro) steht der Mito ziemlich brandheiß auf der Straße, um 23.200 Euro im Klassenvergleich (etwa Polo GTI) nicht übermäßig teuer.
Das Design hätte den Mito ohnehin qualifiziert, dem Mini etwas auf den Leib zu rücken, aber das ist nie wirklich geschehen. Obwohl der Mito länger ist als der Mini und auch der Audi A1, geht es innen eng zu, man darf sich im Cockpit auch fragen, ob es wirklich so schlau war, sich mit Microsoft als Techno-Partner ins Bett zu legen: In Zeiten des iPhone dürfte das Windows-Logo gerade auf Alfa-Tiere, wie wir sie uns vorstellen, nicht übermäßig sexy wirken.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.08.2012)
Zweirad-Chic
Muttertag
Porzellanteint
Prinz Charles bis Prinz PilsWie gut kennen Sie den Adel?
Mercedes-FlaggschiffDie neue S-Klasse
SchlagerWer macht denn so was?
Victoria's SecretWas ist sexy?