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VW-Golf: Das Modell, das nicht scheitern darf

05.09.2012 | 18:17 |  JAKOB ZIRM (Die Presse)

Die Zukunft von VW hängt vom Erfolg des Golf ab. Daher lautet bei der nun vorgestellten siebenten Auflage das Motto erneut: Evolution statt Revolution. Das sorgt auch für Kritik.

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Wien. Geht es nach den ersten Reaktionen in Internetforen, dann wird der am Dienstagabend in Berlin vorgestellte neue – siebente – VW Golf ein eindeutiger Flop. Überteuert sei er, langweilig, nichts Neues, einfach schlecht – sind sich die anonymen Kommentatoren in den Weiten des Internet einig. Doch die Vertriebsabteilung des deutschen Autokonzerns kann beruhigt sein, auch den Vorgängermodellen wurde regelmäßig bescheinigt, langweiliges Design mit teurer und fehleranfälliger Technik zu kombinieren. Für manche Mitmenschen ist ein silberfarbener Golf quasi die Ausgeburt der automobilen Fadesse. Gekauft wurde der Kompaktwagen dann aber doch immer, und zwar millionenfach.

29 Millionen Stück verkaufte VW seit der Einführung des ersten Golf im Jahr 1974. Denn seine vorgebliche Fadesse ist in Wirklichkeit seine große Stärke – er passt für alle irgendwie. Egal, ob 19-jährige Studentin, 34-jähriger Banker oder 67-jähriger Pensionist, sie alle fahren Golf. Durch seine schiere Zahl auf den Straßen gibt es zumindest im deutschsprachigen Raum wahrscheinlich niemanden, der noch nie mit einem Golf gefahren ist. Und die meisten der nach 1970 Geborenen haben sogar ihre ersten automobilen „Gehversuche“ im Standardfahrschulauto Golf hinter sich gebracht.

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Ein Flop wäre fatal für VW

Der große Erfolg bedeutet für VW aber auch, dass kein Golf scheitern darf. Wäre ein Flop auch bei den anderen VW-Massenmodellen Passat oder Polo schmerzhaft, beim Golf wäre er fatal. Dies erklärt die nur langsame Evolution im Design, während manches Konkurrenzmodell regelmäßig „Designrevolutionen“ unterworfen wird, die zwar von vielen beklatscht, aber von wenigen gekauft werden.

So wird die siebente Auflage des Golf für jene, die keine regelmäßigen Leser von Autozeitschriften sind, auf der Straße nur kaum von seinem direkten Vorgänger unterscheidbar sein.

Diese Vorsicht beim wichtigsten Modell ist übrigens kein Spezifikum von VW. Auch BMW beispielsweise lässt seinen Designern bei in kleiner Stückzahl gebauten Luxuslimousinen oder Sportmodellen viel mehr Spielraum, der mitunter auch zu Fehlschlägen führt. Der 3er BMW, der über das Schicksal der Münchner entscheidet, entwickelt sich indes sukzessive und langsam, um ja keinen Kunden zu verschrecken.

Unter der Karosserie gibt es jedoch auch beim Golf erstmals seit zwei Modellzyklen wieder einen deutlichen Sprung nach vorn. So basiert der Golf 7 auf einer neuen Produktionsplattform (Einheit von Fahrwerk und Antriebsstrang). In Zukunft sollen sich konzernweit 40 Modelle mit einem jährlichen Produktionsvolumen von 3,5 Mio. Stück diese Plattform teilen, was eine Kostensenkung um ein Fünftel bringen soll.

Dadurch soll es möglich sein, den Golf und seine Geschwister auch künftig in europäischen Werken mit europäischen Löhnen zu produzieren. Eine nicht unwesentliche Frage angesichts des Ziels von VW, bis 2018 der weltgrößte Autohersteller der Welt zu werden – vor allem durch Wachstum in den Schwellenländern Asiens. „Der Golf gibt in gewisser Weise die Richtung für den Industriestandort Europa vor“, meinte daher VW-Chef Martin Winterkorn mit einem Hauch von Pathos bei der Präsentation des Autos.

 

Länger, breiter, höher

Wie jedes Mal ist der Golf auch bei der neuesten Modellauflage wieder gewachsen. Er ist nun länger, breiter und höher, als es der eine Autoklasse höher angesiedelte Passat in den 1970er-Jahren war. Dennoch schreibt sich VW auf die Fahnen, das Auto auch umweltfreundlicher gemacht zu haben. So soll etwa der Standardbenzinmotor mit 140 PS mit unter fünf Litern auf 100 Kilometer um 23 Prozent weniger verbrauchen als bisher. Einzelne Modelle (Bluemotion) sollen sogar nur 3,2 Liter je 100 Kilometer verbrauchen.

Dies hinderte die Umweltschutzorganisation Greenpeace am Dienstagabend jedoch nicht, angesichts der Golf-Präsentation vor der Neuen Nationalgalerie in Berlin gegen VW zu demonstrieren. Denn laut Greenpeace sind die einzelnen Sparmodelle nur ein Feigenblatt und hätten angesichts ihrer geringen Verkaufszahlen kaum Auswirkungen.

Auf einen Blick

Am Dienstagabend stellte VW die neueste – siebente – Auflage des Golf vor. Beim Design bleibt VW auch diesmal dem Motto „Evolution statt Revolution“ treu. Unter der Karosserie soll eine neue Produktionsplattform jedoch ein Fünftel der Kosten sparen. Der Verkaufsstart für den Golf VII ist der 10. November. Der Einstiegspreis liegt bei rund 18.000 Euro.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.09.2012)

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61 Kommentare
 
12

ich versteh nicht

ein jeder regt sich auf über VW und ein jeder 2te fährt ihn. Komisch so schlecht kann er ja doch nicht sein.
übrigens ich fahre auch VW (Sharan) und bin super zufrieden.

Re: ich versteh nicht

Also zwischen Sharan un Golf liegen auch noch zwei Klassen!

Gegen den Sharan ist nichts einzuwenden, ich hatte nie probleme

Auch diese "Erfolgsgeschichte"

hat einmal ein Ende!

Nicht an altem festhalten, sondern lieber neue Ideen in den Markt bringen: Leichter, sparsamer, günstiger - das wird die Zukunft sein

zuviel geld für zuviel marke und zuwenig technik.

bin auf alfa romeo ausgewichen und krieg beim fahren das grinsen nicht mehr aus dem gesicht.

1 2

Re: zuviel geld für zuviel marke und zuwenig technik.

Dann wart mal ein paar Jahre......dann wirst weinen.

konnte meinen augen kaum trauen...

dachte heute es steht schon ein neuer golf vor der tür... dann wars doch nur ein polo!

12 1

ein vw wie ein basilisk

alles zusammengewürfelt um dem kunden ein neues auto vorzugaukeln! hinten audi vorne polo etc.....naja, wems gefällt ?!?!

7 1

Preisnachlass von ca 20 % wird nötig sein


Wieviel zahlt eigentlich der VW-Konzern für die momentane mediale Dauerberieselung???

Wäre Werbung nicht als solche kennzeichnungspflichtig?

Gast: Wirt
05.09.2012 21:35
3 2

biedere Familienkutsche


5 3

Golf, nein danke!

Mit VW hatte ich nur Probleme, alle 2-3 Monate etwas anders kaputt. Da war ja die Lada noch besser!

Seit ich Japaner fahre (Mazda und derzeit Subaru) ist der Wagen nur einmal im Jahr in der Werkstätte zum Service und Pickerl.

PS: Ich habe den Führerschein seit 40 Jahren.

7 4

Tja,

sparsamer sind sie angeblich (theoretisch), aber in der Praxis wird man noch immer ca. 8 Liter Benzin benötigen. zumindest wenn man "normal" fährt und nicht die schwächste Motorisierung wählt.

Ich hoffe sie haben nicht vergessen die vier Räder, die bis zum Boden reichen, zu patentieren.
Weil sonst werden das die Chinesen rasch kopieren. Oder vielleicht fährt dort bereits der neue Golf?


Also doch

dachte schon die haben versehentlich die alten Fotos erwischt. Neues ist nicht zu finden aber die Fans germanischer Kutschen werden schon die überhöhten Preise zahlen.

Gast: Auto, aber nicht VW Fahrer
05.09.2012 13:38
7 2

Es ist bei jeder Golf Neuvorstellung das gleiche

Die rühren die Werbetrommel wie verrückt und tun so als hätten sie das Auto schon wieder neu erfunden. Erinnere mich noch gut in den siebzigern. Damals hatten sie dem Käfer eine gebogene Frontscheibe verpasst. Das war vielleicht eine Weltsensation, von der zehren sie noch Heute.

Re: Es ist bei jeder Golf Neuvorstellung das gleiche

VW hat da sicher von Apple gelernt...immerhin haben die das Rechteck erfunden...^^

Kronen-Zeitung-Niveau

Mich würde interessieren, warum und vor allem wie der entsprechende Presse-Journalist darauf kommt, dass der Golf eine "Cashcow" sei. VW verdient am Golf, solange nicht ordentlich Extras reingepackt werden, nichts, das Auto ist rein kostendeckend.

Re: Kronen-Zeitung-Niveau

das glaubst aber selber ned! für den preis eines basis golf bekommt man ein gleichwertiges auto eines anderen herstellers mit besserer ausstattung!

Re: Kronen-Zeitung-Niveau

Glauben Sie dass im Ernst?o.O??

Re: Re: Kronen-Zeitung-Niveau

Ich glaube das nicht, ich weiss das. Sehen Sie sich einmal die Lohnstrukturen in Niedersachsen an. Legen Sie dann die Entwicklungskosten um und berücksichtigen Sie dann den Presidruck am Markt. VW verdient gut an einem Touareg und noch relative gut an einem Passat Coupe, aber beim Golf ist das nicht so.

Re: Re: Re: Kronen-Zeitung-Niveau

ich glaube Sie haben das Prinzip der Cashcow nicht ganz verstanden! Entwicklungskosten können, schau her, durch Cash cows, armortisiert werden. dazu ist der Golf auch da.

Re: Re: Re: Kronen-Zeitung-Niveau

Schnell, schnell, gleich zwei Golf 7 kaufen, dann legen sie den Piech so richtig aufs Kreuz! pfff

4 2

Re: Re: Re: Kronen-Zeitung-Niveau

Naja, das ist eben die Konzernpolitik.

Das richtige Geld zieht man den Möchtegern- Reichen aus der Tasche. Die zahlen gerne für Prestige.

Gast: VW Totschn
05.09.2012 12:42
6 1

Und wieviel

hat VW der PRESSE, (den Medien bezahlt) dass es für die Vorstellung seiner Golf Schüssel eine Top Position in den News Meldungen übernehmen darf.Und die VW Gläubigen zahlen fest mit. Was wollens einen Preißnachlass oder gar einen Rabatt, lieber Herr da gibt es nichts. Die Leute nehmen ihn auch so unseren Super über drüber Golf.Denen können wir alles zu Fantasiepreisen andrehen.f

Re: Und wieviel

ich bekam 21% bei meinem neuen!!

Re: Re: Und wieviel

Ihr Neuer ist jetzt aber schon alt, denn es wurde bereits das Nachfolgemodell vorgestellt.
Auslaufmodelle gibt es immer vergleichsweise billig.

Was bitte ist an dem Auto so neu?

Ein bisschen facelift und ein paar unwesentliche technische Änderungen und: jede menge Werbung. Das Preis-Leistungsverhältnis aber bleibt schlecht wie immer bei VW.

 
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