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Audi Q3: Wünsch dir was im Mittelformat

13.09.2012 | 18:26 |   (Die Presse)

Höher sitzen, schöner schauen, lässiger flutschen mit dem Audi Q3 2.0 TDI quattro. Das Bedrohliche und Angeberische von anderen seiner Art ist ihm fremd.

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Man kann nicht jedes Mal eine Grundsatzdebatte über SUVs anzetteln, aber irgendwie gehört ja doch etwas gesagt, jetzt, da das Segment immer weiter blüht oder wuchert, je nachdem. Die Richtung scheint festzustehen: Bald sind die Hälfte aller Autos SUVs (nicht wirklich übertrieben).

Man mag das beklagenswert finden, weil die SUVs eine natürliche Tendenz zum Krapfen haben und die Schönheit des Straßenbilds nicht gerade fördern. Anderseits mag man ja gar nicht daran denken, was kommende Elektroautos anrichten werden, die Gesundheitsschlapfen der Fahrbahn, und wir werden passenderweise im Trainingsanzug drinhocken.

Okay, wir schweifen ab, trotzdem: je kleiner ein SUV, umso größer die Chance eines halbwegs adretten Auftritts. Man kann das an einem krassen Beispiel (BMW) recht gut verfolgen, und natürlich auch bei Audi, vom Megakrapfen Q7 über den Q5 zum Q3. Der steht auch nach dem ersten Hype der Einführung ziemlich gut da, geradezu schlank, unverändert mit einem halben Jahr Lieferfrist.

 

Das gesunde Mittelformat

Nur weil wir von SUVs als Spezies gesprochen haben: Es würde helfen, wenn wir dieses Dreibuchstabenkürzel gegen irgendetwas Netteres eintauschen könnten; „SUV“ ist echt nicht sexy, und es hat ja einen Grund, warum das U von allen Vokalen eher für den dumpferen Bereich des Lebens zuständig ist. Wir würden uns etwas von der fröhlichen Seite des Alphabets wünschen, also von A weg. Oder wenigstens fröhliche Typennamen. Der kommende „Mokka“ von Opel ist schon einmal richtig nett.

Je weiter das Segment noch gedehnt wird, desto attraktiver wird das gesunde Mittelformat. Bei 4,40 m Länge lässt sich ein bulliges Trumm geschmackvoller herrichten als bei 4,80 m. Der Q3 mit seinen 4,39 m hat weder das Bedrohliche noch das Angeberische von anderen seiner Art, er ordnet sich auf recht sympathische Art in die Szenerie, man merkt es an manchem gefälligen Blick der Straßenkameraden.

Audis laufen ja Gefahr, als ein wenig aggressiv wahrgenommen zu werden, der Q3 ist da sehr beruhigend. Gegen den Evoque kommt er natürlich eher bieder daher, nicht so fancy und nicht so schrecklich angesagt, aber das ist schon okay.

Wir fuhren den zweitstärksten der sechs angebotenen Q3-Modelle, den Zweiliterdiesel mit 177 PS, samt quattro und der wunderbaren DSG-7-Gang-Automatik, die jedesmal aufs Neue entzückt. Man hat natürlich mehr Power, als man wirklich braucht, auf mancher Landstraße wird man sich aber über die Überholsouveränität freuen. Laufruhe und Kurvenfeeling bringen den Fahrer immer wieder zum Schnurren, da liegt die Latte – man kann das ruhig sagen – wirklich ganz hoch.

Beim Verbrauch bestätigt sich wieder unsere Daumenregel, auf die offizielle Angabe ein sattes Drittel draufzuschlagen, um auf den echten Praxiswert zu kommen (5,9 Liter im Katalog, 7,9 Liter je 100 km im Leben). Ein Tank reicht für 800 km. Über die Benziner-Alternative nachzudenken ist durchaus erlaubt, aber eher Geschmackssache, wenn man die gut zwei Liter mehr je 100 km außer Acht lässt.

Über die Vorteile des Höhersitzens, den luftigeren Einstieg und den besseren Überblick brauchen wir ja nicht mehr zu reden, dies ist heute die wesentliche Daseinsbrechtigung eines Autos dieser Art. Man will's bald nicht missen.

Die Raumordnung ist zugunsten der Passagiere ausgelegt, das heißt, dass der Kofferraum für einen SUV nicht so toll ist, solange man nicht die Rücksitze umlegt. Der Mazda CX-5, der sich überhaupt ganz gut mit dem Q3 vergleichen lässt (bis auf Preis, Image und ein paar Details) hätte den vielleicht wünschenswerten Extraraum. Richtig Spaß macht der Q3, wenn man über das ganze Bordspielzeug verfügt, das in dieser Kategorie State of the Art ist: vom Lane Assistant bis zur Einparkkamera. Der Preis schnalzt dann locker in die Gegend von 55.000 Euro hoch, und da ist noch gehörig Luft nach oben.

Mit zahmerer Motorisierung und Quattro-Verzicht ließe sich eine Menge sparen. Man sollte bloß die Automatik nicht vom Einkaufszettel streichen, besser flutschen als mit 7-Gang-DSG kann man nicht. mm

Auf einen Blick

Audi Q3 2.0 TDI quattro S tronic

Maße: L/B/H: 4385/1831/1608 mm. Radstand 2603 mm. Leergewicht 1660 kg. Ladevolumen 460 l. Allradantrieb. 7-Gang-DSG.

Motor: R4-Zylinder-Diesel, 1968 cm. 130 kW (177 PS) bei 4200/min. 380 Nm bei 1750–2500/min.
Testverbrauch 7,9 l/100 km.

Preis: ab 39.900 Euro.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.09.2012)

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8 Kommentare

grundsatzdebatte

doch...man sollte jedesmal eine grundsatzdebatte führen bis auch die dümmsten kapieren, dass diese autos nichts auf den straßen, schon gar nicht einer stadt, verloren haben. diese statussymbole sind auch abgesehen vom ökologischen standpunkt ein irrsinn. die dinger gehen auf die sicherheit von allen anderen verkehrsteilnehmern, nehmen in den, sowieso schon mit autos zugeschissenen, straßen nur noch mehr platz weg, blockieren parkplätze usw.....da kann man viel aufzählen. die zeiten wo man ein großes auto als statussymbol braucht sollten schön langsam vorbei sein....

da kann der autor dieses artikels noch so eloquent verniedlichen. diese dinger sind durch nichts zu rechtfertigen. wenn er schon eine neue bezeichnung einführen will weil suv zu abgedroschen ist schlage ich GUA (Gefährliches und Unnötiges Auto) vor...

Re: grundsatzdebatte

Da trieft doch nur der blanke Neid heraus, und das aus jedem Wort...der Autor kann sich so ein Auto vermutlich nicht leisten, und deshalb sollen es andere auch nicht haben...der Fuchs und die Trauben...sehr durchsichtig und ohne fundierte Argumente geschrieben.
Zum Trost: Der Besitzer eines SUV bezahlt auch viel mehr Abgaben an die Republik, und das kommt dann ja ohnehin wieder den Armen zugute, von wegen who cares...

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Re: grundsatzdebatte

Mir gefällt mein bmw x6 trotzdem - gut er ist etwas unvernünftig aber who cares? dafür hat man platz für die familie.

Re: Re: grundsatzdebatte

who cares?

alle anderen verkehrsteilnehmer denen sie platz wegnehmen (der vor allem in der stadt rar ist) und deren sicherheit sie gefährden (wie bereits geschrieben, alleine durch die höhere masse steigt die kinetische energie bei gleicher geschwindigkeit an). das ist nicht mehr "who cares", das ist verantwortungslos.....

wenn sie "etwas unvernünftig" sein wollen lassen sie sich tätowieren oder sich die haare gelb färben...da gibt es genug möglichkeiten seine midlife crisis auszuleben welche NICHT unnötig auf kosten von anderen gehen....

vielleicht wird der kommentar jetzt freigeschalten

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Re: Re: Re: grundsatzdebatte

Na klar also kauf ich so einen kleinen Diesel-Golf und bin einer von denen die so richtig drauf zahlen wenn sie von einem x6 erwischt werden. nein danke. da geht mir meine sicherheit und die meiner familie vor.
und einen parkplatz hab ich auch noch immer gefunden.

Re: Re: Re: Re: grundsatzdebatte

und ich dachte immer der mensch wär ein soziales wesen...

wenns dann auf einmal soviele suvs gibt, dass sie sich nicht mehr sicherer fühlen als sie es jetzt in nem normalen auto machen was kommt dann? panzer?


Re: Re: grundsatzdebatte

who cares? alle anderen verkehrsteilnehner denen der platz auf der straße fehlt, die an ihrem gefährt nur schwer vorbeisehen was vorrausschauendes fahren erschwert, die durch die hohe masse ihres gefährts im falle einer havarie wohl noch schwerer verletzt werden usw....da gibt es viele gründe......überlegen sie sich mal ob sie wirklich ein auto brauchen welches auf kosten der allgemeinheit geht.....vom ökologischem wahnsinn will ich jetzt gar nicht anfangen....

das ist jicht nur ein bisschen unvernünftig sondern einfach egoistisch

schlecht getarnt

diese Reklame, wie viele Inserate schaltet AUDI?