Eigentlich sollte der starke 2,0-Liter-Diesel schon 2009 kommen, doch erst seit heuer ist er erhältlich. Offensichtlich waren die Entwickler nicht zufrieden und so mussten die Fans von starken Dieseln noch etwas warten.
Doch es hat sich gelohnt. Inzwischen ist offensichtlich hart gearbeitet worden, um den mit gleich zwei Ladern unterschiedlicher Größe beatmeten Vierzylinder serienreif zu machen. Zwei Ladeluftkühler – einer wasser-, einer luftgekühlt – sorgen für mehr Leistung und Drehmoment, ein System, das in dieser Konfiguration nur von Opel angewendet wird. 195 PS sollen nun anliegen und ein Drehmoment von 400 Nm ab 1750 U/min.
In der Praxis fühlt sich das eher unspektakulär an. Satt schiebt der Motor über den kompletten Drehzahlbereich, er wirkt nie angestrengt oder wird unangenehm laut. Das beim 160 PS starken Aggregat spürbare Turboloch ist verschwunden. Leider geht das Sechsganggetriebe etwas hakelig zur Sache, es muss exakt geführt werden und erfordert Eingewöhnung. Gewöhnungsbedürftig ist auch das serienmäßige Start-Stopp-System, das bei gewissen Verkehrssituationen ein nochmaliges Treten der Kupplung erfordert, um den Motor wieder anzuwerfen. Eine gute Sache ist das Flex Ride genannte adaptive Fahrwerk und das optionale „Supersport“-Chassis, das zusammen mit dem Allradantrieb für eine ausgezeichnete Straßenlage sorgt. Positiv überrascht waren wir vom Verbrauch, zwar nicht die offiziellen 4,9 Liter/100 km, sondern eher im mittleren Fünferbereich. Nicht viel, wenn man bedenkt, dass man es mit einer ausgewachsenen Limousine mit über 1,7 Tonnen Eigengewicht zu tun hat.
Preislich ist der starke Diesel-Insignia ab etwas über 30.000 Euro zu haben, allerdings ist man mit Allradantrieb und Sportfahrwerk, das auch eine leistungsstarke Brembo-Bremsanlage beinhaltet, schnell tief in den Vierzigern gelandet. ff
("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.09.2012)
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