SUVs im kompakteren Zuschnitt liegen voll im Trend. Mittlerweile haben die hochbeinigen Gefährte sogar schon die Kleinwagenklasse erreicht, Vorreiter: Nissan Juke, bei Volkswagen ist Derartiges auf Polo-Basis in Arbeit.
Opel hat das früh vorhergesehen und bietet mit dem Mokka als erster deutscher Hersteller ein Auto in diesem Segment an. Der Erfolg scheint der angeschlagenen Marke aus Rüsselsheim recht zu geben. Über 40.000 Bestellungen liegen europaweit für den Kleinen auf, so Opel, es sei bereits mit Lieferfristen von einigen Monaten zu rechnen. Vor allem in Deutschland, Großbritannien, Italien und Russland ist der Kleine offensichtlich sehr begehrt.
Kaffee aus Korea
Obwohl der Mokka – wie auch sein Bruder, der baugleiche Chevrolet Trax – in Südkorea gefertigt wird, legt man in Rüsselsheim besonderen Wert darauf, ein durch und durch europäisches Auto konstruiert zu haben. Im Innenraum wird die Besatzung vom typischen Interieur Marke Opel begrüßt, mithin einer erstaunlichen Vielzahl von Knöpfen und Reglern zur Bedienung von Klima, Navi, Telefon und allem Möglichen. Das Cockpit erfordern etwas Gewöhnung, ist aber durchaus gut zu bedienen. Dazu kommen erstmals in der kleinen Klasse, zumindest optional, wirklich tolle ergonomische Sitze, die von der Aktion „Gesunder Rücken“ zertifiziert wurden und auch schon bei anderen Opel-Modellen Anklang gefunden haben. Opel war hier richtig unterwegs, denn das zertifizierte Gestühl wird auch für den neuen Golf angeboten.
Das Innenraumgefühl ist für die Größe ausgezeichnet, auch hinten finden durchaus drei Personen genug Platz, zumindest auf kurzen Strecken. Der Kofferraum ist zwar nicht übermäßig groß, aber ein gutes Mittelmaß, zudem bietet er nach dem Umlegen der Rückbank eine ebene Ladefläche.
Wie schon bei anderen Modellen kann der Mokka mit einem Fahrradträger ausgerüstet werden, der sich wie eine Schublade unter der Heckklappe hervorziehen und mit zwei Bikes darauf fixieren lässt. Eine sehr pfiffige, in der Praxis wirklich taugliche Lösung, die bislang nur Opel anbietet.
Das in Europa entwickelte Fahrwerk glänzt mit einer gesunden Straffheit, die trotz der Höhe des Autos wenig von der ungeliebten Karosserieneigung zulässt. Die elektrische Lenkung agiert präzise, nur der Wendekreis könnte kleiner sein. Vor allem in der Stadt wäre der Mokka damit einen entscheidenden Tick agiler.
Bei den Motoren macht der Turbo-Benziner mit 1,4 Liter Hubraum (140 PS) den besten Eindruck, er passt ausgezeichnet zum Gesamtbild des Fahrzeugs. Der Diesel mit 130 PS ist im unteren Drehzahlbereich kräftig, wird oben herum aber brummig. Die Basismotorisierung, und damit wohl das Programm der Mehrheit, übernimmt ein 1,6-Liter-Saugbenziner mit 115 PS. Er kann nicht in Kombination mit Allradantrieb bestellt werden. Die 4x4-Technik ist vom Insignia abgeleitet und verteilt die Kraft je nach Fahrsituation von 100 Prozent Frontantrieb bis zu 50:50 an Vorder- und Hinterachse. Die Komponenten schlagen mit 65 Kilogramm Gewicht zu Buche, der Mehrverbrauch sollte sich in Grenzen halten.
Wirklich Mühe gegeben hat man sich bei der Ausstattung. So zählt auch bei der Basisversion Start/Stopp ebenso wie ESP, Berganfahr- und Bergabfahrassistent zur Serienausstattung wie eine Traktionskontrolle. Optional sind ein Lichtpaket auf Bi-Xenonbasis mit LED-Tagfahrleuchten, eine Frontkamera mit Verkehrsschilderkennung samt Kollisionswarner, ein Spurassistent und eine Rückfahrkamera erhältlich. Wer will: Lenkradheizung!
Neben den drei Motoren gibt es drei Ausstattungsvarianten. Bereits in der Basisvariante sind neben den erwähnten technischen Feinheiten eine recht hochwertige Audio- und Klimaanlage serienmäßig. Die Preise beginnen bei 17.990 Euro, selbst in Topausstattung werden 25.000 Euro kaum überschritten.
Opel Mokka
Maße: L/B/H: 4278/1777/1658 mm. Radstand 2555 mm. Gewicht 1335- 1490 kg. Ladevolumen 356–1372 l.
Motoren/Preise:
Benzin: 1,6 (115 PS) ab 17.990 Euro.
1,4 Turbo (140 PS, 4x4) 23.690 Euro. Diesel: 1,7 (130 PS, 4WD) 23.990 Euro.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.10.2012)
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