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Zu Premium gehört immer mehr auch Allrad

13.12.2012 | 18:14 |  von Timo Völker (Die Presse)

Längst haben sich die klassischen Heckantriebsmarken BMW und Mercedes dem Allradantrieb zugewandt - neu ist er nun in den kleinen Klassen: BMW bringt den 1er, Mercedes die A-Klasse mit Vierradantrieb.

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Als Audi im Jahr 1980 den Allradantrieb „quattro“ in Gestalt des gleichnamigen, längst legendären Modells auf den Markt brachte, war die Marke noch weit entfernt, von BMW oder Mercedes als Konkurrenz gesehen zu werden. Die größeren und kleineren Limousinen der zwei noblen Hersteller hatten Heckantrieb – was sonst? Bis gegen Ende des Jahrzehnts ließ man sich Zeit, sicherheitshalber doch noch eine vierradgetriebene Alternative ins Programm zu nehmen, dies zeitgleich: Sowohl der BMW 325ix als auch die E-Klasse 4Matic erschienen 1987.

Ein Vierteljahrhundert später haben sich die Verhältnisse gründlich gewandelt: Mit mehr als 50 Prozent xDrive-Modellen im Absatz ist BMW eine Allradmarke geworden, der Anteil ist sogar höher als beim quattro-Pionier Audi, der auf 36 Prozent verkaufte Allradmodelle kommt. Aber auch immerhin jeder vierte verkaufte Mercedes hat vier angetriebene Räder, im Markensprech 4Matic.

Das liegt zum einen daran, dass BMW und Mercedes viele teure SUVs verkaufen, bei denen Allradantrieb fix zum Paket gehört, ob man den im sonnigen Kalifornien nun braucht oder nicht. Zum anderen lässt man sich zunehmend in eleganten Limousinen und Coupés die in allen Lagen verbesserte Traktion gefallen, das liegt auch an der enormen Motorleistung heutiger Oberklassemodelle.

Nun sind die kleinen Klassen dran. BMW und Mercedes möchten Audi keine Sonderstellung mehr gewähren – den A3 gibt es ja schon längst als quattro, wenngleich sich bei uns nur 15 Prozent der Käufer für die Mehrausgabe erwärmen. Mercedes sieht da deutlich mehr Potenzial bei seiner neuen A-Klasse – sie soll helfen, den 4Matic-Anteil der Marke weit über die heutigen 25 Prozent zu heben.

Das ist technisch nicht unbedingt ein Klacks. Kompakte Fahrzeuge verfügen üblicherweise über Frontantrieb; das Antriebsmoment auch auf die Hinterräder zu leiten, erfordert tiefgreifende Änderungen an der Hinterachse und beansprucht wertvollen Bauraum, der dann Rücksitzen und Kofferraum fehlt. BMW tut sich hier bei seinem Volumensmodell (jeder fünfte BMW ist ein 1er) leichter, die kompakte Baureihe wurde mit Heckantrieb konzipiert, Allrad reduziert den Platz im hinteren Fahrzeugteil also nicht. Und von der höheren Packungsdichte im Motorraum merken die Passagiere nichts.

Weil BMW seine Fahrzeuge gern dynamisch auslegt, sorgt das Regelsystem dafür, dass im Zweifelsfall eher die Haftung an der Hinterachse reduziert wird, um ein Mitlenken des Hecks zu ermöglichen. So lässt das System durchaus Freiraum für Drifteinlagen am verschneiten Parkplatz, so man das will. Vorerst ist xDrive bei der Einser-Baureihe auf den 120d und den feurigen M135i beschränkt; beim Diesel nur in Verbindung mit Handschaltung, im M135i dagegen mit Achtgang-Automatik. Aufpreis: zirka 2500 Euro, mit 0,3 Litern bleibt der Mehrverbrauch bescheiden.

 

Allradtechnik aus Graz

Eine komplette Neuentwicklung war bei Mercedes vonnöten, da diesmal die Hinterachse mitversorgt werden muss. Platz am Unterboden ist aber rar, so wurde der Abtrieb zur Hinterachse in das Doppelkupplungsgetriebe (c) Werk (samt dessen Ölkreislauf) integriert. Das extrem kompakte und leichte Hinterachsgetriebe mit elektrohydraulischer Lamellenkupplung wurde von Magna in Graz entwickelt. Zusatzgewicht: nur 60 kg insgesamt.

Die neue 4Matic debütiert in der A-Klasse im viertürigen Coupé CLA (Frühjahr), später kommen andere Ausführungen und die B-Klasse dazu. Dies jeweils optional, den 350 PS starken CLA 45 AMG wird es nur mit zwei angetriebenen Achsen geben.

Auf einen Blick

Allradtechnik im Kleinen BMW konnte beim 1er auf Technik größerer Modelle zurückgreifen. Anders Mercedes: Nur A- und B-Klasse haben Frontantrieb, für kompakte Modelle gab es Allrad bislang nicht. Mit dem CLA debütiert im Frühjahr eine völlig neue 4Matic, die das Antriebsmoment nach hinten weiterleitet. Zu den Komponenten zählt ein besonders kompaktes und leichtes Hinterachsgetriebe von Magna in Graz.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.12.2012)

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4 Kommentare
1 7

Zu spät!!!

AUDI!!!

Re: Zu spät!!!

Hihi, Audi, der bessere Volkswagen... An die Qualität und das Design eines BMW oder Mercedes werden die (zugegebenermaßen innovativen) Ingolstädter trotzdem nicht herankommen!

2 1

Re: Re: Zu spät!!!

Ich war zwanzig Jahre überzeugter Mercedes-Fahrer - war! Man hat dort vieles verschlafen, vieles falsch gemacht und kann m.E. sowohl qualitativ als auch verarbeitungstechnisch inzwischen nicht mehr mit Audi mithalten - leider!

Re: Zu spät!!!

Es gibt eben nur ein Auto und das heißt Audi.