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Avensis: Ein Jahr von der Heckklappe aus betrachtet

Bild: (c) Toyota 

Dauertest-Abschluss. Raumwunder, aber ohne Weltraumtechnik: Im Toyota Avensis Kombi stecken jede Menge Ausstattung, Platz und Langstreckenqualitäten, aber auch ein etwas betagtes Getriebe.

 (Die Presse)

Ein Jahr und fast 26.000 Kilometer hat uns die hierzulande größte erhältliche Toyota-Limousine begleitet (in dem Fall freilich als Kombi), das ist die doppelte durchschnittliche Jahreskilometerleistung für einen Privat-Pkw. Erwartungsgemäß gab es keinerlei technische Probleme oder gar einen ungeplanten Werkstattaufenthalt, unauffällig hat der Kombi seine ihm gestellten Aufgaben erfüllt. Begehrt war der Zündschlüssel vor allem, wenn es darum ging, möglichst angenehm lange Strecken zurückzulegen oder Transporte zu bewältigen, für die man üblicherweise schon Nutzfahrzeuge bemühen muss. Denn das Platzangebot des Avensis ist erstaunlich, verblüffend allein die Fußfreiheit im Fond, die in einem 7er-BMW auch nicht größer ist. Die Rückbank ist schnell umgelegt, im Laderaum gibt es keine Hindernisse für sperriges Gut.

Im Fahrbetrieb überzeugt der Toyota mit einem recht laufruhigen Motor, dessen Kraft aber mittels beherzten Durchtretens des Gaspedals erst einmal gefordert sein will. Schuld daran ist die Wandlerautomatik, die technisch nicht auf dem neuestem Stand ist. Sie sorgt mit relativ viel Schlupf auch dafür, dass der Verbrauch kaum unter 7,5 Liter zu bringen ist. Nur auf der Autobahn sind weniger als sieben Liter möglich. Mit einer moderneren Automatik und Start-Stopp-System wäre sicher noch einiges zu holen, abgesehen vom Grummeln des Motors an der Ampel.

Die Autobahn ist ohnehin das bevorzugte Revier des Avensis, lange Strecken sind stressfrei – und auch frei von sportlicher Ambition – zu bewältigen. Das im Zuge des letzten Facelifts neu abgestimmte Fahrwerk ist eher noch komfortabler geworden, was aber den Gesamteindruck nur unterstreicht. Dafür ist die Lenkung im Gegensatz zu den Vorgängern wesentlich präziser. Das Gestühl erlaubt auch einmal, mehr als drei Stunden durchzufahren. Zu verstellen ist alles elektrisch – ohnehin ist die Komplettausstattung des „Executive“-Modells einer der großen Stärken des Avensis. Sowohl Navi als auch Bluetooth für das Handy mit Vorlesefunktion für empfangene SMS sind leicht bedienbar und empfehlenswert. Toyota bietet ein dreijähriges kostenloses Update des Kartenmaterials an. Etwas kompliziert ist die Bedienung des Tempomats zusammen mit dem Abstandsradar, dafür aber ist es vor allem bei langen Autobahnetappen eine ausgezeichnete Unterstützung. Mit diesen Features, bis hin zum Panorama-Glasdach, erklärt sich der für einen Mittelklasse-Toyota stolze Preis.

Abnützungserscheinungen haben wir keine entdeckt, sie sollten bei dieser Kilometerleistung auch nicht auftreten. Störend: die Spiegelung der verchromten Lüftungseinfassungen in den Seitenscheiben, sie liegen im Blickfeld zu den Rückspiegeln. Allerdings ist das Jammern auf hohem Niveau, das Preis-Leistungs-Verhältnis ist vor allem gegenüber der deutschen Konkurrenz eine Überlegung wert.

Auf einen Blick

Toyota Avensis Kombi 2,2 D-4D D-Cat Automatik Executive

Maße: L/B/H: 4780/1810/1480 mm; Radstand: 2700mm, Leergewicht: 1445kg, Ladevolumen: 543-1609 l.

Motor: R4-Zylinder-Turbodiesel, 2231cm3, 110kW (150PS), 340Nm. Testverbrauch: 8,3 l/100 km.

Preis: 44.011,80 Euro.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.12.2012)

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2 Kommentare

toyota.s

japanischer mist halt. besonders ihre billigen plastikteile in denn toyota auto.s passt nett wirklich zu denn schnee weissen image von toyota. und die rückholaktionen trägt das noch dazu bei.

"betagtes" Getriebe also

gemeint ist im Artikel aber nicht ein altes, in die Jahre gekommenes Getriebe, sondern ein

schlechtes, technisch überholtes, nicht ausgereiftes Getriebe.

Es gibt durchaus wirklich alte Getriebe, die besser sind als neue.

Neu ist nicht gleich gut.
Auch wenn die Werbung das suggeriert.

Das Gegenteil ist oft der Fall.

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