Über 800 PS stark, fast 400 km/h schnell, bis zu 1,3 Millionen Euro teuer. Das sind die Autos, die bisher die Auto-Manufaktur von Christian von Koenigsegg mit ihren 40 Mitarbeitern verlassen haben. 18 dieser exklusiven Supersportwagen werden pro Jahr in Handarbeit hergestellt. Nun greift der "David" nach der maroden GM-Tochter Saab.
Die schwedische Traditionsmarke ist mit rund 90.000 im Vorjahr produzierten Fahrzeugen zwar auch kein Gigant am Automarkt, im Vergleich zu Koenigsegg aber immer noch ein "Goliath". Noch ist die Übernahme nicht fix. Die Europäische Investment-Bank (EIB) gewährte dem schwedischen Sportwagenhersteller zwar Kredite über 400 Millionen Euro. Das wird aber wohl nicht ausreichen. Man sucht noch nach potenten Geldgebern, eine Absichtserklärung hat Beijing Automotive Industry abgegeben. Der 37-jährige von Koenigsegg hat in einem Interview mit dem britischen "Carmagazine" trotzdem bereits seine Pläne für Saab skizziert.
Seit rund 20 Jahren - ausgenommen die Jahre 1994 und 1995 - schreibt Saab keinen Gewinn. Von Koenigsegg glaubt eine Lösung gefunden zu haben, dass der Break-Even bei Saab bereits mit etwa 100.000 Autos erreicht werden kann: "Saab der Zukunft soll spezielle Produkte haben, für das Kunden gerne bereit sind zu zahlen".
Spaß beim Fahren
"Wir können Saab helfen Autos zu bauen, die Spaß beim Fahren machen", so der 37-jährige Schwede. "Saab soll alles vereinen - schwedisches Design, Technologie, Sicherheit, Umweltfreundlichkeit und ein bisschen Sportlichkeit. Nicht so sportlich wie BMW, eher eine mehr entspannte Leistung."
Saab könnte bei umweltfreundlicher Technologie in den nächsten zehn bis 15 Jahren erneut Pionier werden und im Rennen um "Green-Cars" seine eigene Nische finden. Er glaubt, dass in 15 Jahren etwa jedes zweite Auto einen elektrischen Antrieb - in welcher Form auch immer - haben wird.
Modell unterhalb des 9-3
Beim Hybridantrieb war Saab bisher schwach vertreten, hier will von Koenigsegg nachziehen: "Mit neuer Technologie kann ein 9-3 mit Hybridantrieb auf etwa 200 PS bei bloß 100 Gramm CO2 je Kilometer kommen". Die Saab-Produktpalette in den nächsten sechs, sieben Jahren: ein Elektro-Auto, den 9-3, den 9-5 und ein kleineres Modell unterhalb des 9-3. "Vielleicht sowas wie den Mini-Cooper mit Premium", so von Koenigsegg.
(Red.)

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