Schnell, sicher, bequem und auf der Schneefahrbahn tunlichst unerschrocken, so lautet der alljährliche Wunsch nach einem Dienstwagen für die Ausfahrt zur Vierschanzentournee. Auch sollte ausreichend Platz vorhanden sein, für Koffer, Taschen, Laptops und einen vielleicht etwas stärkeren Beifahrer. Die Wunsch wurde mit dem Renault Mégane Grandtour vollends erfüllt. Die Kombiversion des Golf-Konkurrenten kam mit einem Motor namens TCe 180 (das steht für die PS und dafür, dass es ein Turbobenziner ist): ein schnittiger Fünftürer mit sechs Gängen, Speed und Platz.
Die Suche nach dem Zündschloss ist bei Renault nostalgische Vergangenheit. Mit „Handsfree Entry & Drive“-Karte muss man nur noch einsteigen, den Startknopf drücken und losfahren. Pardon, und die Handbremse? Ebenfalls elektronisch, sie löst sich beim ersten Druck aufs Gaspedal.
Die Elektronik spielt noch weitere Gustostückerln. Automatisch nehmen die Scheibenwischer bei Regen ihre Arbeit auf, auch schaltet der Renault bei einsetzender Dunkelheit eigenständig seine Scheinwerfer ein. Selbst beim Rangieren besteht kein Grund zur Panik. Trotz der Länge von viereinhalb Metern stellen dank Einparkhilfe selbst kleinere Lücken kein Problem dar. Allein dadurch erscheint der Kaufpreis von 26.000 Euro schon als freundliches Wort.
Im Stadtverkehr besticht das Auto nicht nur durch sein flottes Äußeres, sondern auch durch extrem ruhiges Fahrverhalten und Übersicht (Tachometer digital). Das Wohlbefinden setzt sich auf der Autobahn fort. Der sechste Gang gleicht einer Automatik, der kräftige Motor lässt viel Spiel- und Zeitraum für Überholmanöver. Wer wenig später über den schneebedeckten Zirlerberg huscht, ist in den engen Serpentinen auch von der Straßenlage überzeugt. Nur mit Zurückhaltung kommt man dann auf etwa neun Liter Verbrauch auf 100 km.
Der Grandtour überzeugt auch Mitfahrer. Ausreichend Platz, die schnell wärmende Klimaanlage und der MP3-taugliche CD-Player lassen längere Distanzen spielend vergehen. Und wie oft sitzt man nicht schon längst im Wirtshaus und grübelt darüber nach, ob die Türen versperrt sind? Doch dafür muss nicht einmal ein Knopf gedrückt werden. Der Mégane sperrt sich selbst zu, wenn ihn der Karteninhaber allein lässt.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.02.2010)

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