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„Das Elektroauto ist in fünf Jahren konkurrenzfähig“

13.08.2010 | 18:41 |  JAKOB ZIRM (Die Presse)

Veränderungen beim Individualverkehr werden nicht notwendig sein, sagt Peter Reif, Chef der Magna-E-Auto-Sparte. Elektroautos werden in vier bis fünf Jahren Reichweiten von gut 250 Kilometern haben.

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„Die Presse“: Welches Auto fahren Sie persönlich?

Peter Reif: Ein deutsches SUV (Pkw mit dem Erscheinungsbild eines Geländewagens, Anm.).

Warum kein Elektroauto?

Reif: Ich wohne im Salzkammergut. Da ist die Reichweite der meisten Elektroautos zu gering, um heimfahren zu können. Und jene, die das schaffen würden, sind für eine Familie zu klein.

Wann werden Sie mit einem Elektroauto zwischen Graz und dem Salzkammergut pendeln können?

Reif: Ich glaube, in vier bis fünf Jahren sollte das möglich sein.

Werden Elektroautos bis dahin ihren Durchbruch geschafft haben?

Reif: Elektroautos werden dann Reichweiten von gut 250 Kilometern haben. Vorerst allerdings nur im Sommer. Im Winter, wenn man die Autos heizt, wird das noch ein wenig geringer ausfallen. Ob das dann schon der Durchbruch ist, ist schwer zu sagen. Demnächst kommen die ersten Elektroautos von großen Herstellern auf den Markt. Viele Modelle haben aber noch Verbrennungsmotoren, sogenannte Range Extender, an Bord. Diese produzieren Strom für den Elektromotor.

 

Elektroautos sind derzeit ja noch sehr klein und leicht. Wird es große Limousinen oder SUVs überhaupt je als reine Elektroautos geben?

Reif: Ja, mit Sicherheit. Allerdings wird es noch 20 Jahre dauern, bis die Batterietechnik so weit ist. Außerdem wird man Schnellladungen mittels hoher Spannung benötigen. Dann könnte man nach 250 Kilometern Fahrt in einer Viertelstunde die Batterie laden und so mehr oder weniger in einem Zug 500 Kilometer fahren.

Heißt das, dass Elektroautos die CO2-Problematik im Verkehr lösen werden, ohne dass wir am Zugang zur Mobilität etwas ändern?

Reif: Das wird so sein. Nur heißt das nicht, dass dann alles paletti ist. Im Verkehr sind die Emissionsprobleme damit gelöst. Aber die globale CO2-Problematik muss auf der Seite der Energiebereitstellung gelöst werden. Und auch die Verkehrsproblematik mit Staus und fehlendem Raum in den Großstädten bleibt bestehen.

Neue Mobilitätskonzepte, etwa Car-Sharing, braucht man nicht?

Reif: Für mich hat die Elektromobilität damit gar nichts zu tun. Das kann man ja auch mit konventionellen Autos machen.

 

Sie meinten, es sei schwer zu sagen, wann Elektromobilität den Durchbruch schafft. Wie realistisch sind die Planzahlen der Politik von bis zu 250.000 Elektroautos bis 2020 auf Österreichs Straßen?

Reif: 250.000 Elektroautos sind in diesem Zeithorizont nicht realistisch. Diese Zahl erreicht man nur, wenn man auch Elektromopeds und Elektrofahrräder mitzählt. Ein hehres, aber erreichbares Ziel bis 2020 sind 100.000 Elektroautos.

 

Und wie wird sich das langfristig entwickeln? Wird es in 40 Jahren noch benzingetriebene Autos geben?

Reif: Ich glaube schon, dass es sie noch geben wird, allerdings werden sie deutlich in der Minderheit sein. Im Jahr 2050 werden sicherlich weit über die Hälfte aller Neufahrzeuge Elektrofahrzeuge sein. Allerdings wird das in den verschiedenen Weltregionen unterschiedlich aussehen. So gibt es viele Regionen, in denen sehr lange Distanzen zurückzulegen sind und wo das Stromnetz schwächer ausgebaut ist als hierzulande. Dort wird man weiter mit Verbrennungskraftmotoren fahren.

Elektroautos sind also vor allem etwas für industrialisierte Staaten.

Reif: Ja. Wobei das nicht unbedingt die westliche Welt heißt. Der Hauptmarkt wird China werden.

Ein Hemmschuh sind höhere Kosten von rund achttausend Euro gegenüber konventionellen Autos. Wann werden E-Autos gleich viel kosten?

Reif: Wir sind davon gar nicht so weit entfernt. Wenn man sich nur den Anschaffungspreis ansieht, dann sind die Kosten sicherlich noch deutlich höher. Und das wird auch noch eine Zeit so bleiben. Rechnet man jedoch die Treibstoffkosten, den Wiederverkaufswert und die Entsorgungskosten hinzu, dann sieht das selbst mit einer achttausend Euro teuren Batterie gar nicht so schlecht aus. Allerdings muss uns klar sein, dass ab einer gewissen Zahl von Elektroautos und dem damit zusammenhängenden Entfall der Mineralölsteuer der Strom für Elektroautos auch wieder steuerlich belastet werden wird.

Beim Elektroauto gibt es eine Reihe neuer Firmen, die für Furore sorgen, beispielsweise Tesla. Werden diese Firmen reüssieren, oder werden die alteingesessenen Hersteller am Ende die Nase vorn haben?

Reif: Es gibt weltweit mehrere hundert Firmen, die an Elektrofahrzeugen arbeiten. Das sind meist kleine Firmen mit zehn bis zwanzig Mitarbeitern, die glauben, die Auto-Welt zu ihren Gunsten verändern zu können. Das halte ich für absurd. Mit ein wenig Geschick kann jeder in seiner Garage ein konventionelles Auto zu einem Elektroauto umbauen. Ein solches Auto mit allen gesetzlichen Auflagen für eine industrielle Serienproduktion zu entwickeln ist jedoch etwas anderes. Die meisten dieser neuen Firmen werden daher wieder verschwinden.

 

Elektroautos sind ja auch für Magna das Zukunftsthema. Welche Rollewollen Sie dabei spielen?

Reif: Wir sind Entwickler von kompletten Fahrzeugen. Diese Funktion wollen wir auch künftig bei Elektroautos haben. Wir entwickeln schon drei Modelle für große Hersteller. Um wen es sich dabei handelt, darf ich aber nicht sagen.

 

Was heißt das für Magna in Österreich?

Reif: Der Standort Graz, der ja der größte der Magna weltweit ist und in dem auch als einzigem ganze Autos gebaut werden können, wirdsicher profitieren.

Zusätzlich wollen Sie ja mit einem Partner – im Gespräch ist Mitsubishi – ein Batteriewerk bauen. Wo wird das Werk stehen?

Reif: Das ist noch nicht entschieden. Aufgrund der hohen Investitionssummen – 500 bis 700 Mio. Euro – suchen wir einen Standort, an dem laut EU-Recht die höchsten Förderungen möglich sind. Im Gespräch ist dabei das Burgenland oder Südspanien.

Zur Person

Peter Reif leitet die Elektroautosparte von Magna (E-Car-Systems), die in Graz und Detroit Elektroautos entwickelt. Zuvor war der Salzburger Entwicklungsvorstand bei Magna Steyr. Der studierte Maschinenbauingenieur beschäftigt sich auch in seiner Freizeit mit Autos – er nahm bereits 13 Mal an der Rallye Dakar teil.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.08.2010)

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84 Kommentare
 
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Gast: Markus Trullus
28.09.2010 22:23
0 0

Ehrlich??? das geht?

"Das Elektroauto ist in fünf Jahren konkurrenzfähig.." allein mir fehlt der Glaube... Batterie noch lange nicht so weit, 1000 Ladzyklen sind 3 Jahre, dann um einige tausend Euro neue Batterien, Neuwagenpreise ca 30% höher, und wie stellt sich der Staat eigentlich dann die KFZ Treibstoffsteuer vor? Teurer Strom? Wie trennt man den den Haushaltstrom vom "Autostrom"? Pfuscher, neues Betätigungsfeld! Und .. wo sind die Primärenergieressourcen??? Kommt der Strom wirklich aus der Steckdose?
Alles unausgereifte Ideen, die uns alle zur Kassa bitten (zwingen) sollen!

Elektroautos TANKSOLAR.de

Vor 100 Jahren haben wir uns schon mal auf ein neues Verkehrsmittel eingelassen.
Skeptiker hatten damals zur Eisenbahn gesagt, dass die Personen bei diesem Tempo wirr im Kopf werden. Vielleicht haben sie nicht unrecht gehabt. Wir verheizen und verfahren kostbare Rohstoffe auf Kosten unserer Kinder. Elektroautos werden bestimmt viel verändern. Viele Menschen haben Angst vor Veränderungen.
Man kann alles infrage stellen, auch die Öl-Katastrophe in USA. Wir brauchen in Europa bezahlbare, alltagstaugliche Elektro-Autos für die Kurzstrecken. Wenn wir nur die Zweitfahrzeuge umstellen, können wir einen Beitrag zum Umweltschutz leisten.
Ich baue bereits rund um den Chiemsee 70 Solartankstellen auf, ohne Steuergelder.
Ich fahre seit 2 Jahren einen gebrauchen französischen Citroen Saxo electric mit einer Reichweite von ca. 90 km. Momentan fahre ich mit meiner Frau zusammen pro Tag ca. 65 km elektrisch für weniger als 2,-- Euro. Es reicht bei uns für die meisten Fahrten durchaus. Diese Elektro-Serienfahrzeuge verkaufe ich und sorge für den Service in unserer Region. Beispiel Saxo Bj 2004 10.000 km - 20.000 km ca. 14.800 Euro.
Mit der 3 Kw Solaranlage kann ich im Jahr ca. 15.000 km unabhängig fahren. Damit bin ich eigener Strom-Produzent, Tankwart und lachender Kunde. Die Sonne schickt uns keine Rechnung, wir müssen nur die Möglichkeiten finden, sie zu nutzen.
Wer Sicherheit noch im Kopf braucht, fährt mit zwei Motoren, Elektrisch und mit Benzin.
Sonnige Grüße aus Bayern

Gast: Wolfgang Müller-Brunke
27.08.2010 21:59
0 0

Elektroautos www.TANKSOLAR.de

Vor 100 Jahren haben wir uns schon mal auf ein neues Verkehrsmittel eingelassen.
Skeptiker hatten damals zur Eisenbahn gesagt, dass die Personen bei diesem Tempo wirr im Kopf werden. Vielleicht haben sie nicht unrecht gehabt. Wir verheizen und verfahren kostbare Rohstoffe auf Kosten unserer Kinder. Elektroautos werden bestimmt viel verändern. Viele Menschen haben Angst vor Veränderungen und klammern lieber an den alten Strukturen.
Man kann alles infrage stellen, auch die Öl-Katastrophe in USA. Wir brauchen in Europa bezahlbare, alltagstaugliche Elektro-Autos für die Kurzstrecken. Wenn wir nur die Zweitfahrzeuge umstellen, können wir einen Beitrag zum Umweltschutz leisten.
Ich baue bereits rund um den Chiemsee 70 Solartankstellen auf, ohne Steuergelder.
Ich fahre seit 2 Jahren einen gebrauchen französischen Citroen Saxo electric mit einer Reichweite von ca. 90 km. Momentan fahre ich mit meiner Frau zusammen pro Tag ca. 65 km elektrisch für weniger als 2,-- Euro. Es reicht bei uns für die meisten Fahrten durchaus. Diese Elektro-Serienfahrzeuge verkaufe ich und sorge für den Service in unserer Region. Beispiel Saxo Bj 2004 10.000 km - 20.000 km ca. 14.800 Euro.
Mit der 3 Kw Solaranlage kann ich im Jahr ca. 15.000 km unabhängig fahren. Damit bin ich eigener Strom-Produzent, Tankwart und lachender Kunde. Die Sonne schickt uns keine Rechnung, wir müssen nur die Möglichkeiten finden, sie zu nutzen.
Wer Sicherheit noch im Kopf braucht, fährt mit zwei Motoren, Elektrisch und mit Benzin.
Sonnige Grüße aus Bayern, Wolfgang Müller-Brunke

Gast: ordentlich
17.08.2010 02:59
1 0

Wenn kein Erdöl den Kübel antreibt ..

ist allemal :
Schlecht gefahren ist besser als gut gegangen!

0 1

seit den 60ern wurde auch versprochen:

Der flache Bildschirm zum an die Wand haengen kommt in 5 Jahren.
in den 70ern...
in den 80ern..
in den 90ern kam endlich der LCD Schirm

Antworten Gast: cppacer
23.08.2010 16:43
0 0

Re: seit den 60ern wurde auch versprochen:

Zur selben Zeit wurden auch die 100 PS-
Literleistung versprochen,bis heute nur in Ausnahmefällen! Immer noch transportieren
1500 kg Eigengewicht 500kg Nutzlast-UMGEKEHRT müßte es sein, wie bei den Ameisen! Ach du Fortschritt......

Gast: gast
16.08.2010 16:36
0 2

Wenn...

...es in naher Zukunft nicht die Möglichkeit gibt Hochleistungs-Akkus umweltfreundlich zu produzieren, dann hat man ein "Abgas und CO2 freies" Auto, bei dessen Batterieherstellung aber eine Unmenge an Abgasen und chemischem Sondermüll entsteht.

Vom Regen in die Traufe...

Gast: pour le mèrite
15.08.2010 13:56
3 3

Na Toll....

Geht dann auch Zwentendorf in Betrieb, oder bekommt jedes Auto einen eigenen kleinen Reaktor?

....weils gar so umweltfreundlich ist.

Antworten PERSIL
15.08.2010 18:26
3 0

Re: Na Toll....

Die Elektromobilität benötigt keine neuen Kraftwerke, da die bestehenden Kraftwerke die meiste Zeit nicht voll ausgenutzt werden.

Atomenergie ist tatsächlich umweltfreundlich.

Keine Abgase, geringe Baugröße, kaum Abhängigkeit vom Ausland.


Iason
15.08.2010 10:43
4 2

Tja,

da werden wir in EU noch einige Kernkraftwerke benötigen. Oder soll dieser Strom von Solar- Anlagen in der Sahara kommen?

Auch die seltenen Metalle, die in effizienten Batterien und E-Motoren verwendet werden, könnten knapp werden.

Alles in allem ist das noch ein langer evolutionärer Weg. Das Ziel wäre die Mobilität aufrecht zu erhalten, aber dieses ist natürlich ungewiss, weil das mittlerweile sehr viele Menschen auf der Erde anstreben.

Antworten PERSIL
15.08.2010 18:22
3 1

Re: Tja,


Da wird nichts knapp !

Hinter den Knappheits-panik-machern stecken doch nur die Interessen der Ölfirmen.

Siehe Wikipedia, Lithium:

"An der Erdkruste hat es einen Anteil von circa 0,006 %. Es kommt damit etwas seltener als Zink, Kupfer oder Wolfram sowie etwas häufiger als Kobalt, Zinn oder Blei in der Erdkruste vor."

Also gibt es mehr Lithium als Blei, das sollte für die Elektromobilität, Telefone und Laptops reichen.

Außerdem wird es unendlich wiederverwendet.


Antworten Antworten periskop
16.08.2010 10:30
1 0

Re: Re: Tja,

Aber in Wikipedia steht auch, dass es geschätzte 67 Millionen Tonnen wirtschaftlich abbaubares Blei gibt, während die Reserven bei Lithium nur auf 4,1 Mio. t geschätzt werden. Wieviel davon wirtschaftlich abbaubar ist, hängt davon ab, wie hoch der Lithiumpreis werden kann, jedenfalls ist Lithium jetzt schon sündteuer und wird bei steigendem Bedarf noch viel teurer werden!
Schwere Metalle wie Blei konzentrieren sich gerne in bestimmten Mineralien, die gut abbaubar sind, ein leichtes Metall wie Lithium kommt nur in niedriger Konzentration vor, der Abbau kann also immer nur zu sehr hohen Kosten erfolgen, wodurch dieses Material immer schwer leistbar und damit knapp bleiben muss!

Antworten Antworten Antworten Gast: Otto F. Krammer
17.08.2010 17:12
0 0

Re: Re: Re: Tja,

Blei wiegt halt ein Vielfaches von Li, daher benötigt man nur einen Bruchteil vom Li.

Antworten Antworten Antworten Antworten periskop
17.08.2010 20:22
0 0

Re: Re: Re: Re: Tja,

Immer wieder bin ich für intelligente Diskussionspartner dankbar, trortzdem: Lithium wird niemals so billig werden, wie Blei!

PERSIL
15.08.2010 09:52
6 0

Unsere Stromversorgung


ist für die Spitzenverbrauchszeiten am Tag ausgelegt.

Nachts und außerhalb dieser Spitzenzeiten befindet sich die Stromversorgung mehr oder weniger im Leerlauf.

Deshalb würde die Elektromobilität keine neuen Kraftwerke benötigen.

Eine gute Sache und die Leistungswerte der E-Fahrzeuge werden konventionelle Fahrzeuge bald übertreffen.


Antworten Iason
15.08.2010 10:59
4 0

Re: Unsere Stromversorgung

Das ist theoretisch richtig, falls die Batterien wirklich in der Nacht geladen werden.
Dann kann man damit ähnlich wie in einem Speicherkrafrtwerk Strom speichern und später nutzen.

Wie der Strom später erzeugt wird, wird man sehen. Vermutlich/hoffentlich so wie es dem Endverbraucher am Günstigsten kommt.
Dabei werden in Österreich Alternativen wie Winderngie eine gewisse Rolle spielen. Bei der Wasserkraft ist nicht mehr viel drinnen, ohne unsere letzten freien Flüsse zu zerstören.
Solarthermie ist noch für Heizungen ausbaufähig. Photvoltaik ist in Österreich zumindest derzeit nicht rentabel.
Einsparungspotenzial wäre auch noch ausreichend vorhanden.

Ein ausgeglichener Mix von allem könnte uns vielleicht über die nächsten Jahrzehnte bringen. Vorausgesetzt wir gehen nicht an unserer Überschuldung zu Grunde.

Antworten Antworten PERSIL
15.08.2010 19:50
3 0

Re: Re: Unsere Stromversorgung


Über Elektroheizungen, Heizstrahler, Elektroheizpilze und Klimaanlagen diskutiert auch keiner.

Aber beim Elektroauto soll plötzlich die große Elektrizitätsknappheit ausbrechen.

Das ist nicht wirklich glaubwürdig, das sieht eher nach einer Verteufelungspropaganda durch die ÖMV und den Finanzminister aus.

Stellen Sie sich mal vor, was der Verlust der Mineralölsteuer bedeuten würde.

Deshalb werden auch noch keine Stromtankstellen gebaut, obwohl das recht einfach wäre, da Strom fast überall vorhanden ist.


Gast: gast
14.08.2010 23:29
2 0

Solarzellen!

Und wieso verkleidet bisher noch kein Autohersteller die Karosserie, also Dach und Motorhaube mit Solarzellen? Wenn die Solar Impulse fliegt, dann müssten doch auch Autos mit Solarzellen fahren!!

4 1

Re: Solarzellen!

Ganz einfach: Auch wenn die Fahrzeugflächen optimal gegen die Sonne ausgerichtet wären (was praktisch nicht möglich ist), wäre auch bei 15% Wirkungsgrad die Ausbeute nur 150 W/m2, also 0.15kW = 0.2PS.
Sogar mit vollständig bedeckter Karosserie reicht das nicht einmal um den Rollwiderstand zu überwinden.

Antworten Antworten Gast: Otto F. Krammer
16.08.2010 10:55
2 0

Re: Re: Solarzellen!

Ein PV-Modul hat etwa 200 Watt und kann tags gut 1 kWh in die Batterie laden.
Das genügt um nachhause fahren zu können und zuhause wartet wiederum nachts die Steckdose um den Strom für die nächste Fahrt zur Arbeit.
Das ist sicher ökonomischer und ökologischer, als ein Erdölauto und auch besser als ein Öffi.
Sollte jemand wegen des Netzstroms Bedenken haben, so kann jeder zuhaus
mehrere PV-Module auf den Balkon stellen und damit sein Auto aufladen.
http://www.photovoltaik-shop.com/
http://am.suntech-power.com/en/products-and-services/dealer.html
http://www.solarladen.de/module.php

Antworten Antworten PERSIL
15.08.2010 19:26
4 0

Re: Re: Solarzellen!


Die Fahrzeuge stehen aber die meiste Zeit im Licht und können so die Akkus aufladen.

Das ist natürlich nur zusätzlich und könnte z.B. auch zur Kühlung des Innenraumes verwendet werden.

Aber von einem konventionellen Auto erwartet man ja auch nicht, daß es sein Benzin selbst produziert !


periskop
14.08.2010 20:00
0 1

Weil hier so viel vom "Wirkungsgrad" die Rede ist:

Für die, die nicht auch eine "Maschinenbau-Matura" haben:
Der Wirkungsgrad ist das Verhältnis zwischen abgegebener und zugeführter Leistung an beliebigen Stellen eines Prozesses. Betrachtet man zwei nahe beisammen liegende Stellen, so ist der Wirkungsgrad naturgemäß hoch, er wird umso kleiner, je weiter auseinander die betrachteten Stellen liegen, weil ja dazwischen immer mehr Verluste auftreten. Vergleiche von Wirkungsgraden, ohne dazuzusagen, welche Stellen des Gesamtprozesses verglichen wurden, werden immer wieder gemacht, sind aber vollkommen sinnlos.
Einen ungewöhnlich weiten Bereich betrachtet der für Wärmekraftmaschinen und Wärmekraftwerke verwendete Carnot-Wirkungsgrad, der mit einem Zustand vergleicht, bei dem die Abgase auf den absoluten Nullpunkt abgekühlt werden. Da die wirkliche Temperatur auf der Erde aber um etwa 290 Grad höher liegt, ist es völlig ausgeschlossen, einen Carnot-Wirkungsgrad in der Nähe von 100% zu erzielen. Viel über etwa 40% sind praktisch nicht möglich.
Ein Vergleich mit anderen Wirkungsgraden, bei denen zumindest theoretisch 100% möglich wären, ist daher völlig irreführend!
Gerade dieser unzulässige Vergleich wird aber immer wieder gebracht, um das Auto mit Verbrennungsmotor im Vergleich mit anderen Maschinen schlecht darzustellen!

Daher: Wenn sie irgendwo den Vergleich von Wirkungsgraden lesen, können sie mit fast 100%-iger Sicherheit davon ausgehen, dass er sinnlos ist. Vergessen Sie so etwas!

Antworten Iason
15.08.2010 11:15
0 0

Re: Weil hier so viel vom

In einem modernen G&D Kraftwerk erreichen sie heute einen elektrischen Wirkungsgrad am Generator (oder Trafo ?) von fast 60%. D.h. 60% der eingesetzten Energie in Form von Erdgas wird in elektrischen Strom umgesetzt.
Die Grenze dieses Kreisprozesses ist der Carnot. Prozess, richtig.

Man kann versuchen die Niedertemperatur-Abwärme aus der Dampfturbine, die üblicherweise in den Fluss gekühlt werden muss, zu nutzen. Das ist in Ballngsräumen in Form von Fernwärme begrenzt möglich, falls die DT darauf ausgelegt wird (Gegendruckturbine).

Wird dieser Strom in Elektromotoren umgsetzt, so muss man natürlich noch die restlichen Verluste (Leitungen, Speicherung, etc.) abziehen und kommt dann auf den Gesamtwirkungsgrad dieser Elektroautos. Der liegt dann in diesem optimistischen Beispiel bei nicht viel mehr als 40%. Ein Verbrennungsmotor liegt ein wenig darunter. Aber im durchschnittlichen kalorischen Kraftwerk wird der Strom in der Regel nicht mit einem Wirkungsgrad von 60% produziert, sondern deutlich darunter!

Antworten Antworten periskop
15.08.2010 12:23
0 0

Re: Re: Weil hier so viel vom

Der elektrische Wirkungsgrad des Generators müsste eigentlich höher als 60% sein. Beim Gesamtwirkungsgrad kommen die besten Wärmekraftwerke auf knapp über 40% Carnot-Wirkungsgrad. Mehr wird nicht gehen, weil Wasser bei der nötigen Dampftemperatur schon beginnt, sich in Wasserstoff und Sauerstoff aufzuspalten und weil, Stahl bei dieser Temperatur schon viel an Festigkeit verliert.
Ein direkt ans Kraftwerk angehängter Elektromotor kommt sicher in die Nähe von 40%, beim E-Auto wirkt sich aber auch der eher schlechte Wirkungsgrad der Batterie und der des Fahrzeuges aus, insgesamt kommt man auf etwa 30% Gesamtwirkungsgrad.

Die von Ihnen genannten 60% Wirkungsgrad zeigen nur, dass - wie ich oben gesagt habe - die Prozentangabe allein sinnlos ist, man müsste wissen, welcher Teilbereich des ganzen Prozesses da betrachtet wurde.

2 2

"...zwei nahe beisammen liegende Stellen..."

Da die meisten Elektromotore für den Fahrzeugantrieb als bürstenlose Nabenmotore direkt in die Antriebsräder verbaut werden, ist also von langen Krafttransmissionswegen keine Rede. Damit ergeben sich sehr wohl Vergleichbarkeiten hinsichtlich des Wirkungsgrades bei den unterschiedlichen Nutzungen von Antriebsenergie!

0 1

Re:


Und sie haben einen Radnabenmotor der 2000 Nm Drehmoment liefert?

 
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