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Elektroautos: Die Zukunft ist schon auf der Straße

22.04.2011 | 18:14 |  von Jakob Zirm (Die Presse)

Elektromobilität gilt als Lösung für die CO2-Probleme im Verkehr. Seit Jahresanfang sind die ersten Großserienmodelle im Handel. Demnächst dürfte der Anstieg an verkauften Elektroautos zulegen.

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Wien. 173 Elektroautos wurden im ersten Quartal dieses Jahres in Österreich neu zugelassen. Nicht viel, angesichts einer Gesamtsumme von fast 90.000 Neuwagen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bedeutet dies allerdings eine Steigerung um 1230 Prozent. Denn 2010 wurden im Gesamtjahr gerade einmal 112 Elektroautos zugelassen. So viele waren es heuer bereits Anfang März.

Der Grund für diesen rasanten Anstieg ist, dass seit Jahresbeginn mit dem Mitsubishi iMiEV und dem nahezu baugleichen Citroën C-Zero die ersten beiden Elektroautos großer Autokonzerne auf den Markt gekommen sind. Die beiden Modelle haben laut Zahlen des VCÖ mit 156 Stück auch gleich den Großteil aller verkauften Elektroautos gestellt und den bisherigen Marktführer – den norwegischen Think – auf einen der hinteren Plätze verdrängt.

In den kommenden Monaten dürfte der Anstieg an verkauften Elektroautos noch deutlich zulegen. „Wir haben jetzt schon 360 fixe Bestellungen für den iMiEV“, sagt Klaus Nemeth, Vertriebsleiter der Elektrosparte von Mitsubishi-Generalimporteur Denzel. Auch bei Citroën erwartet man kräftige Zuwächse. „Heuer sollen es 600 verkaufte Elektroautos werden“, so Citroën-Sprecherin Nora Wilhelm. Hinzu kommen die Modelle anderer Autokonzerne, die nun sukzessive auf den Markt kommen werden. Bei Peugeot dürfte es im Frühjahr der Fall sein, Renault erwartet das erste Modell für Ende November. Noch etwas länger dauern dürfte es beim Marktführer VW – der Elektrokleinwagen Up ist für 2013 geplant, der erste Elektro-Golf dürfte erst zum Jahreswechsel 2013/14 kommen.

Der erwartete Boom der Elektroautos wird auch das erste Mal chinesische Autos nach Österreich bringen. So will Denzel ab Herbst 2012 den Elektromittelklassewagen BYD e6 verkaufen. „Bis Ende 2012 sollen von diesem Modell bereits 100 Stück auf Österreichs Straßen unterwegs sein“, so Nemeth.

 

Noch rund dreimal so teuer

Zukunftsmusik sind Elektroautos inzwischen also nicht mehr. Für den Normalverbraucher haben sie aber immer noch einen entscheidenden Nachteil – die hohen Anschaffungskosten. Etwa 36.000 Euro müssen für einen iMiEV oder C-Zero gerechnet werden. Vergleichbare Autos mit konventionellem Antrieb gibt es schon ab 10.000 Euro. Daher werden zur Zeit noch 90 Prozent aller Elektroautos von Unternehmen gekauft – oder im Großteil der Fälle geleast. Gewerbliche Kunden erhalten nämlich auch 5000 Euro staatliche Förderung, wenn sie nachweisen können, dass das Auto mit Ökostrom betrieben wird. „Zuerst waren vor allem Firmen aus dem Energiebereich die Kunden. Inzwischen kaufen jedoch auch Anwaltskanzleien oder Steuerberater Elektroautos. Meist werden die dann als Firmenwagen für die Stadt verwendet“, sagt Nemeth. Für diesen Einsatz ist die Reichweite von rund 100 Kilometern mehr als ausreichend. Angesichts der aktuellen Benzinpreise sind Elektroautos auch deutlich günstiger. So kostet eine Vollladung gerade einmal 2,50 Euro.

 

Problem: Schlecht abgesicherte Steckdosen

Bei der Ladung gibt es laut Eveline Steinberger-Kern vom Elektroautodienstleister „The Mobility House“ (TMH) aber noch ein unterschätztes Thema: „Nicht ausreichend abgesicherte Steckdosen.“ Wenn Elektroautos an der „normalen“ Steckdose in der Garage angesteckt werden, könnte es zu einer Überlastung und im schlimmsten Fall einem Brand kommen. TMH bietet daher in Kooperation mit einigen Herstellern die Installation spezieller E-Auto-Steckdosen an. Diese sind nicht nur extra abgesichert, sondern zählen auch den Strom, damit genügend Ökostromzertifikate erworben werden können.

Auf einen Blick

Mit 173 verkauften Elektroautos gab es im ersten Quartal eine Steigerung von 1230 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Grund dafür ist die Einführung der ersten E-Autos großer Autokonzerne. Heuer dürften bereits über 1000 Elektroautos auf Österreichs Straßen kommen. Hemmschuh sind bislang jedoch noch die höheren Kosten. So ist ein Elektroauto rund dreimal so teuer wie ein vergleichbares konventionelles Auto.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.04.2011)

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83 Kommentare
 
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Gast: diga
26.04.2011 08:40
4 0

ATOM...

...strom ist schon was feines...vor allem wenn er zum autofahren verwendet wird! irgendwie erschließt sich mir der sinn nicht ganz...eine schlechte (gemeint für die umwelt) technologie gegen eine andere zu tauschen??
denn eines muss klar sein, wenn plötzlich alle e-autos fahren, dann werden wir die atommeiler noch länger nicht abdrehen können...ach so, ja, ich vergaß, der strom kommt ja eh aus der steckdose...
mfg diga

Ferrum
25.04.2011 10:24
5 1

Wie immer die Lösung aussehen wird

Elektroautos mit Batteriespeicher werden dabei keine Rolle spielen.

Re: Wie immer die Lösung aussehen wird

Ich bin anderer Ansicht - Brennstoffzellen lassen sich nicht so einfach mit Strom aufladen wie Batterien und selbst-Superkondensatoren haben zu wenig Energiedichte um die Energie einer Bergabfahrt zu rekuperieren.

Batterien werden sicher dabei sein, aber wohl in geringerer Kapazität und nur in Kombination mit einem Energieträger höherer Kapazität! Vielleicht kommen ja bald die Batteriekondensator-Kreuzungen, die momentanen Prototypen liefern zwar überzeugende Resultate, allerdings ist eine ausreichende Lebensdauer noch nicht gegeben.

Antworten Michael
25.04.2011 21:20
1 1

Re: Wie immer die Lösung aussehen wird

Ja, und Wertpapiere sind nicht so stark überbewertet, wie ich behaupte ... sagte 2007 ein Freund von mir. Ein Verwandter von Ihnen?

galli leo
25.04.2011 10:16
4 2

ich freue mich schon auf den anblick,

wo von jeder 'laterndlgarage' ein verlängerungskabel rauf zu einem fenster verläuft...!

die ganze technologie steckt noch derart in den kinderschuhen, dass eine diskussion darüber höchst überflüssig ist.

Antworten Michael
25.04.2011 21:22
0 1

Re: ich freue mich schon auf den anblick,

Wozu diskutieren Sie dann, und lassen die Diskussionen nicht jenen, die warten, bis der Markt eine perfekte Lösung zum Supergünstigpreis zur Verfügung stellt (was bei zu vielen Ihrer Sorte niemals passieren würde).

Mr.Punch
25.04.2011 06:44
6 1

Die Zukunft heißt zu Fuß gehen...

...wer sich eins leisten kann fährt mit dem Rad.

Gast: Dr. Magnus
25.04.2011 00:01
1 4

Die Zukunft ist schon auf der Straße...

aber nicht in Österreich!
Wärend die Amerikaner Flugautos haben, bohren die Österreicher immer noch in der Nase und tanzen wie verrückte weil sie eine Spinne sehen.
Ehrlich gesagt ist die Zukunft in Österreich noch einige Milliarden Jahre entfernt
(Bei der schlechten Bildung die bei uns herrscht, wundert mich das nicht!)

Gast: unabhängige reichweite
24.04.2011 17:39
2 0

win win mit e und verbrennungsantrieb

rechnen sie mal hoch wie viele solarfläche oder adäquate akw die gemeinschaft brauchen würde um alle verbrenner auf strom umzustellen.
analysieren sie die energieeffizienz akkuherstellung, laufzeit und bedenken sie den umweltfaktor.
klüger wäre es sicherlich kleinstmotoren mit einem verbrauch von 0,4 liter pro stunde im fahrzeug stromfördernd mit dem e motor einzubauen.

Antworten Gast: dassfdg
24.04.2011 22:24
3 1

Re: win win mit e und verbrennungsantrieb

Pssst,mit solche unangenehmen Sachen,beschäftigt man sich immer dann wenn es zu spät ist.
Zerstören sie den Leuten nicht ihre Idylle eines Umweltfreundlichen Autos.)

Gast: Otto F. Krammer
24.04.2011 05:09
1 3

Das Käuferverhalten bestimmt der Markt.

In China wo seit Jahren E-Cars aller Dimensionen
zu Traumpreisen am Markt sind, muss sich der E-Mobilist auch Gedanken machen woher der Strom kommt, nämlich aus einer Vielzahl Stromquellen, angefangen von Biogas-Aggregaten biszu Windmühlen aller Art und nicht zuletzt PV, für dezentrale Erzeugung.
Dass China auch die Wasserkraft nutzt, zeigt der von den Grünen angefeindete Dreischluchtendamm womit dieStädte versorgt werden. Nur Ö. kann es sich leisten, das größte
DoKaWe in Haunburg nicht zu bauen und auf Windkraftwerke zu verzichten, weil diese eine Beleidigung des Auges darstellen, angeblich .
So wird der Österreicher halt zufuss gehen!

Antworten Michael
25.04.2011 21:26
0 0

Re: Das Käuferverhalten bestimmt der Markt.

Klar, dass es immer mehr Leute gibt, die eine Naturlandschaft sinnlos finden, wenn sie eh nie raus aus ihren eigenen 4 Wänden kommen und lieber ein paar kWh Strom mehr für ihre Glotze und den Computer haben möchten. Graussig.

Gast: byd
23.04.2011 21:22
0 5

Hochmut kommt vor dem Fall

Ein chinesisches Elektroauto kann man schon kaufen.
Auf ein Elektroauto von VW muss man noch lange warten.
Aber hierzulande haben sich alle belustigt gezeigt, als die ersten chinesischen Import-PKW´s so schlecht im Crash-Test abgeschnitten haben.
Vielleicht werden die Chinesen dann auch herablassend lächeln, wenn die ersten verspäteten VW-Elektroautos am Markt sind.


Antworten Gast: naja abwarten
24.04.2011 10:36
2 0

Re: Hochmut kommt vor dem Fall

ich glaube nicht an das Motto wer zuerst kommt....
VW wird sich mit dem Einstiegsdatum schon was gedacht haben--> ich denke hier an den Entwicklungs& Kosten-Nutzenstand von Batterien u.a. alternativer Stromquellen
--> mal ehrlich, die chinesischen E-cars sind doch wohl eher was zum ausprobieren;)

Gast: recycler
23.04.2011 20:19
1 0

mittelfristig

ist die zukunft treibstoff aus abfallprodukten. hydrierung von kunststoffabfällen heißt das stichwort. an abfallmassen welche nicht verwertet werden mangelt es nicht, siehe müllteppiche im meer.

Gast: Fidel Gastro
23.04.2011 16:21
4 1

"CO2-Probleme im Verkehr"?

Kann mir bitte jemand erklären, welche "CO2-Probleme" es im Verkehr gibt? Vielen Dank!

Antworten periskop
23.04.2011 18:09
2 1

Re:

Umweltschützer jammern, dass der CO2-Ausstoß des Verkehrs seit Kyoto stark zugenommen hat und deshalb Hauptschuld an den Milliarden-Strafzahlungen Österreichs trägt. Der Grund ist, dass die Ost-Autobahn damals fast leer war, so dass man meinte, man hätte sie gar nicht gebraucht. Dann gab es die Ostöffnung. Am letzten Mittwoch habe ich auf dieser Autobahn für das Stück von Wien bis Bruck an der Leitha fünf Viertelstunden gebraucht. Die Autobahn war dauernd wegen einer Baustelle und Auffahrunfällen verstopft!
Für diese gewaltige Verkehrszunahme werden die österreichischen Autofahrer, die nichts dafür können, ständig von den Umweltbewegten als große Sünder hingestellt!

Antworten Antworten Gast: Fidel Gastro
23.04.2011 19:39
6 0

Re: Re:

Verstehe. Also nicht der Ruß, die Stickstoffoxide, das Kohlenmonoxid, das Schwefeldioxid und die Kohlenwasserstoffreste in den Autoabgasen sind böse, sondern das Kohlendioxid. Man sieht, die Presse ist nicht nur informativ, sondern auch lehrreich ...

;-) ...

Gast: GGrufti
23.04.2011 16:20
1 0

Prozentrechnung?

Das scheint ein schwieriges Problem zu sein. Loesung: 173/(112/4)=6.1785....Das sind etwa 617.85%.

Antworten Gast: Rechentrainer
25.04.2011 04:19
0 0

Re: Prozentrechnung?

Die Berechnung der 1230 Prozent ist schon richtig, die Begründung jedoch falsch. Nicht weil im Vorjahr 112 Elektroautos zugelassen wurden, beträgt die Steigerung 1230 Prozent, sondern weil es im ersten Quartal 2010 nur 13 (siehe: http://www.geldmarie.at/ad-hoc/0410-kfz-zulassungsstatistik-jan-m%C3%A4rz-2010.html ) Elektroautos waren.

Antworten doubleg
23.04.2011 19:23
1 0

Re: Prozentrechnung?

Die Division durch 4 ist nicht richtig, da die Autobranche in den ersten drei Monaten des Kalenderjahres traditionell wenig Autos verkauft und im Artikel nirgendwo die Vergleichszahl steht.

Gast: Elektrofahrzeug Jedermann
23.04.2011 16:03
4 0

Elektroautos: Die Zukunft ist schon auf der Straße

und getankt wird am Atomkraftwerk.

Antworten Gast: Otto F. Krammer
24.04.2011 04:45
0 2

Re: Elektroautos: Die Zukunft ist schon auf der Straße

Jedem steht es frei, sich Solarmodule zu kaufen und damit seine Batterien zu laden,
aber diejenigen, welche da jammern, haben wenig Neigung was zu ändern!
Ein einziges Modul genügt für ein E-Fahrrad.

Antworten Antworten Gast: kik
24.04.2011 15:11
1 0

Re: Re: Elektroautos: Die Zukunft ist schon auf der Straße

aja, mit ein paar Stunden Aufladezeit...

cantanto
23.04.2011 14:02
2 4

Ein Tesla ModelS

kostet etwa 50T und ist absolut mit BMW 5er oder A6 vergleichbar, 100% Elektroauto und dafür konzeptiert.

Dass wird Energie nicht schon zu 100% aus Solar, Wind und Wasser haben, ist die Schuld von korrupten Politikern.

Elektroautos mit Solarstrom etc. sind definitiv die Zukunft, denn selbst bei einem Verbrauch von 1L auf 100km wird das Öl nicht reichen, wenn alle Chinesen und Inder, sowie wir Auto fahren....

Antworten Ogum
26.04.2011 07:29
1 0

Alle Energie aus nachhaltigen Quellen zu schöpfen ist hierzulande nicht möglich


 
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