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Vienna Autoshow: Was ist schon Detroit?

12.01.2012 | 18:18 |  TIMO VÖLKER (Die Presse)

Nun hat auch Wien seine jährliche Automesse. Selbst wenn nicht alle, die mitmachen, darüber begeistert sind. Zum Trost feiert die Branche einen Zulassungsrekord, der so schnell nicht zu wiederholen sein wird.

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Der zeitgleich im (grundsätzlich ebenso winterlichen) Detroit, Michigan, stattfindenden North American International Auto Show den Rang abzulaufen, das wird dem österreichischen Pendant wohl nicht gelingen. Man hat Derartiges auch nicht vor.

Detroit zählt zusammen mit Frankfurt, Genf, Paris und Tokio zu den Automessen der Kategorie A, also zu jenen, die internationale Bedeutung haben. In Wien bildet man, wie so oft, seine eigene kleine Welt. Überschaubar, trauter. Hier mischen nicht die Hersteller mit ihren Kampfbudgets und eigenen Messe-Sonderkommandos mit.

 

Sonderlauf zur Überredung

Bei der Vienna Autoshow (12. bis 15. Jänner) geht es um den heimischen Kfz-Markt, und der ist in erster Linie ein Anliegen der Importeure. Die haben sich geeinigt, die Messe nun jährlich tagen zu lassen, nach dem früheren Zweijahresrhythmus und einem beachtlichen Sonderlauf im Vorjahr.

Dieser war an der aktuellen Entscheidung nicht ganz unbeteiligt: Die Salzburger Porsche Holding, Importeur aller Volkswagen-Konzernmarken plus Porsche, hatte die Räumlichkeiten im Jänner 2011 ganz allein bespielt, freilich ohne Titel der Vienna Autoshow.

Derlei kann man unternehmen, wenn man jedes dritte im Land verkaufte Auto stellt. Mit Audi, Seat, Skoda, VW (samt Nutzfahrzeugen) und als feinem Sonderposten Bugatti, Lamborghini und Porsche kam die Gruppe 2011 auf einen Marktanteil von 34,5 Prozent. Da darf man sich dann schon eine jährliche Messe wünschen. Zur Not, so die Botschaft, würde man sie eben solo ausrichten. Die nunmehr dem VW-Konzern einverleibte Porsche Austria plagen, soweit bekannt, keine akuten Geldsorgen.

Diesen subtilen Überredungskünsten konnte die Mehrheit im Arbeitskreis der Österreichischen Automobilimporteure nicht widerstehen. Manche knirschten, andere enthielten sich der Stimme. Dabei gibt es aber niemanden, der die Messe grundsätzlich infrage stellt. Von einer „wunderbaren Plattform für alle Marken“ ist auch bei kleineren Importeuren die Rede, davon, wie „die Lust und die Wahrnehmung am Auto belebt werden“. Gerade zu Jahresbeginn, lange vor den allgemeinen frühlingshaften Autokaufgelüsten, sei der Impuls für die Branche wertvoll.

Und die Autoshow gilt als etabliert, um den Zulauf sorgt sich keiner. Speziell am Wochenende mag sich mancher Messebesucher wünschen, ebenso mit Airbags und Seitenaufprallschutz ausgestattet zu sein wie die auf grauem Teppich ausgestellten Neuwagen.

Vienna Autoshow: Trend zu mehr Leistung

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Teurer Motor

Was als „Handicap für kleinere Marken“ bleibt, ist die „hohe finanzielle Belastung“ des jährlichen Rhythmus. Mazda zum Beispiel rechnet vor, dass man um das Budget eines einzelnen Messeauftritts locker eine komplette österreichweite Printkampagne finanzieren könnte. „Die Messe ist ein guter Motor“, sagt Mazda-Sprecher Jo Deimel, „aber ein teurer.“

Quantifizierbar seien die Effekte ohnehin nicht. „Wir glauben an einen positiven Impuls im Marktgeschehen“, sagt Gilbert Haake von Kia Austria, „aber er ist arithmetisch nicht messbar.“ Mit anderen Worten: Keiner weiß, wie viele Autos er der Messe wegen mehr verkauft. Oder ob überhaupt. Allen bislang bekannten Methoden, den Besucher vom Messestand direkt zum Händler zu lotsen, fehlt die Verlässlichkeit.

Nicht so schlimm, wenn es nach BMW geht: Sprecher Michael Ebner hält schon jeden, der im neuen 3er nur Probe sitzt, für einen künftigen Markenbotschafter. Dumm dran ist nur, wer keinerlei Neuheiten zu bieten hat. Als einzige Marke bleibt Jaguar dem Reigen der 40 anderen heuer fern.

Viel Grund zum Raunzen findet die heimische Branche, die den Kopf vorsichtshalber trotzdem nicht zu hoch tragen möchte, in diesen Tagen nicht: 2011 war mit 356.145 Pkw-Neuzulassungen ein absolutes Rekordjahr. Inmitten der europäischen Flaute geriert sich Österreich wie ein Emerging Market mit lichtem Blick in die Zukunft. Wer will da zwei Jahre auf die nächste Show warten?

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.01.2012)

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2 Kommentare
Gast: WFP
16.01.2012 15:31
0 1

Minimalistenmesse

Bei den zwei lächerlich kleinen Austellungshallen das Wort Detroit in den Mund zu nehmen ist schon wieder mutig!

Gast: biersauer
14.01.2012 15:45
0 1

Was für die einen das Benzin ist,..

ist für andere der elktrische Strom und dieser wird
heimisch produziert und kommt daheim aus jeder Steckdose, womit man seinen Fahrakku laden kann.
Am 31.4 u. 1.5 ist wieder Bike Festival am Rathausplatz, wo viele Elektrofahruzeuge zu sehen und auch zum Ausprobieren da sind.
Was ein EInzelner an Leistung für diese E-Flitzer
aufbringen kann, sagt dieser Link:
http://www.reinis-flitzer.de/
Der Sprit steigt einstweilen schon über 1.50, da wird es Zeit nach Alternativen zu schauen.