Das SUV-Segment hat die größten Zuwächse von allen, das Verkaufsvolumen wurde in den letzten sechs Jahren glatt verdoppelt. Kein Wunder, dass sich auch Mazda ein Stück vom Kuchen abschneiden will.
Dabei ist man mit dem komplett neu entwickelten CX-5 spät dran, die Konkurrenz ist in dieser Klasse schon lange aktiv. Trotzdem ist die Jahresplanung von 2000 Stück schon jetzt fast erfüllt, 1600 Kundenbestellungen liegen bereits bei den Händlern, noch vor dem offiziellen Verkaufsstart der Dieselmodelle – traditionell die bevorzugte Motorwahl bei SUVs.
Zwei Varianten stehen hier zur Auswahl, mit 150 und 175 PS. Interessant ist die Tatsache, dass die Motoren nur mit einem Verdichtungsverhältnis von 14:1 auskommen, für Selbstzünder ein extrem niedriger Wert. Damit ist der CX-5 durchaus ansprechend motorisiert, wenn er auch kein absoluter Sportler ist. Vielmehr ist sein Metier das entspannte Gleiten, ein eher komfortables Fahrwerk und eine ausgezeichnete Dämpfung zum Innenraum unterstreichen dies noch.
Schalten wie im Roadster?
Dazu gibt es als Option ein komplett neues sechsstufiges Automatikgetriebe, das hervorragend zum Charakter des Autos passt. Das ebenfalls neue Schaltgetriebe soll laut Aussage der Entwickler fast so knackig zu bedienen sein wie beim Roadster MX-5, in der Praxis muss man sich im Vergleich doch mit etwas längeren Schaltwegen anfreunden. Etwas feinfühliger könnte auch die Lenkung sein, obwohl sie durchaus guten Kontakt zur Fahrbahn vermittelt. Dank Start-Stopp-Automatik und einer Reihe weiterer spritsparender Maßnahmen soll der „kleine“ Diesel in Verbindung mit Frontantrieb nur 4,6 Liter Sprit schlucken, im normalen Fahrbetrieb wird es wohl etwas mehr sein.
Gewichtsabbau im Hause Mazda
Stolz ist man auch auf die Gewichtsreduktion durch die Verwendung von dünnwandigen, aber hochfesten Stählen, eine Technik, die schon seit dem Mazda 2 angewendet wird. Die leichteste Version kommt so auf etwa 1300 Kilogramm, für einen SUV ein ausgezeichneter Wert.
Angenehm wie das Fahren selbst ist auch das Ambiente im Innenraum. Gut geformte, aber nicht zu schmale Sitze sind auch für Langstrecken geeignet, dank eines langen Radstandes – mit 2,7 Metern fast so lang wie beim großen Bruder CX-7 – gibt es auch hinten genügend Platz. Die Größe des Gepäckabteils ist ebenfalls ansehnlich, allerdings bleibt beim Umlegen der dreigeteilten Rückbank eine kleine Stufe. Sehr gut gefallen kann neben der Verarbeitung auch die Auswahl der Materialien, hier wurde ein großer Schritt nach vorn gemacht. Mühe hat man sich auch bei der Ausstattung gegeben, schon die Basisversion „Emotion“ mit Frontantrieb verfügt über Berganfahrhilfe, Klimaanlage und Reifendruckkontrolle.
In der nächsthöheren Ausstattungslinie kann man bereits zwischen Front- und Allradantrieb wählen, dazu gibt's einen Notbremsassistenten, Zweizonen-Klimaanlage, Tempomat und Alu-Felgen. Die vorletzte Stufe, genannt „Attraction“, bietet zusätzlich einen Spurwechselassistenten, Bi-Xenon-Scheinwerfer mit Kurvenlicht, Parksensoren und Sitzheizung, die Topversion „Revolution“ auch noch Leder, 19-Zöller und ein Bose-Soundsystem. Preislich beginnen die Diesel mit 26.990 Euro für die 150-PS-Variante mit Vorderradantrieb und enden bei etwas mehr als 38 Tausendern (175 PS, Allradantrieb). Bestellbar sind alle Modelle ab sofort, längere Lieferzeiten sollte man aber einkalkulieren.
Mazda CX-5
Maße: L/B/H: 4,56/1,84/1,71 m; Radstand: 2,7 m; Ladevolumen 503–1620 l.
Motoren: CD 150 (Frontantrieb) – 2191 ccm; 150 PS; 380 Nm; 0–100 km/h: 9,2 sec.; Vmax: 202 km/h; Verbrauch: 4,6 Liter; CO2-Ausstoß: 119 g/km.CD175 (Allrad) – 2191 ccm; 175 PS; 420 Nm; 0–100 km/h: 8,8 sec.; Vmax: 207 km/h; Verbrauch: 5,2 Liter; CO2-Ausstoß: 136 g/km.
Preis: ab 26.990 Euro.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.05.2012)
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