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Audi: Mit "entschiedenem Blick" ins dritte Leben

24.05.2012 | 18:40 |  TIMO VÖLKER (Die Presse)

Das Wesen von Audis dritter A3-Generation liegt in den Feinheiten - sie sollen das "Premium"-Label des Kompakten rechtfertigen.

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Das Match der Premium-Kompakten lautet bei uns Audi A3 gegen BMW 1er gegen Mercedes-B-Klasse, in der Reihenfolge des aktuellen Zuspruchs. „Premium“? Das bedeutet im Autobau, dass ein Auto mehr kostet als ein anderes, das im Grunde genauso viel kann, aber nicht ganz so geschliffen erscheint. Premium ist folgerichtig eine Sportart der Deutschen und kann auch als Bollwerk gegen zudringliche Koreaner gesehen werden, die immer talentierter auftreten, es aber noch an Schliff und Marken-Appeal missen lassen.

Beim A3 ging es in den ersten zwei Generationen vornehmlich um die Emanzipation vom Golf, zu dem ja verwandtschaftliche Verhältnisse bestehen (der aber eben nicht als Premium geführt wird). So bietet der neue A3 technisch auch einen Ausblick auf die nächste Golf-Generation, Stichwort Gewichtsreduktion (moderat) und „modularer Querbaukasten“, VWs Vereinheitlichungszauberformel.

In der Anmutung – und das ist wohl der Kern allen Premium-Getues – hat das Auto aber einen beachtlichen Satz nach vorn gemacht. Dabei: Äußerlich hat sich nicht die Welt getan. Der Schnitt der Frontpartie erscheint nahezu unverändert mit Ausnahme der aktualisierten, schlitzartig verengten Scheinwerfer, die man übrigens auch in nobler Voll-LED-Ausführung haben kann. Dem Muster folgen die Heckleuchten (auch in LED, aber serienmäßig), die sich um den Eindruck von Breite bemühen. Auch der neue A3 ist Teilnehmer des Audi-look-alike-Bewerbs, der bei der Marke die spontane Unterscheidung der Baureihen zu einer Kunst macht.

An Bord entfaltet sich der Premium-Gedanke nachhaltiger. Mit der kleinen Einschränkung, dass wir erste Testkilometer in Autos mit teils opulenter Ausstattung zurücklegten. Das betrifft vor allem Audis MMI, ein überaus ansprechendes Bordsystem, bei dem ein breiter Monitor elegant aus der Versenkung fährt, und das sich behände über einen großen Drehregler (dessen Oberfläche man für handschriftliche Eingaben nutzen kann) und neuerdings elegante Kipptasten steuern lässt. Die nunmehr elektrische Ausführung der Parkbremse lässt für all das genügend Platz auf dem Mitteltunnel.

 

Die Luft kommt raffiniert

Der MMI-Preis ist ebenso noch offen wie der für das B&O-Soundsystem, dessen Lautsprecher wirklich ausnehmend formschön eingearbeitet sind. Ohne Aufpreis kommt man immerhin in den Genuss ziemlich raffinierter Luftdüsen, die Luft endlich so zu verteilen imstande sind, dass sich niemand mehr über Zug beklagen kann. Wie die Stilsicherheit bei der Einrichtung zählt auch 1a-Gestühl zu Audis Stärken.

Beginnen wir bei den Motoren mit der größten Überraschung: Wie unglaublich kultiviert sich der 2,0-Liter-Diesel gibt, in neuester Ausführung 150 PS stark. In Kraftentfaltung und Klangmanieren bringt dieser Motor die Vierzylinder von BMW und Mercedes bös in Verlegenheit. Der Handschalter ist tadellos, die S-Tronic im Alltag natürlich überlegen, Quattro in diesem Format eher kein Muss.

Unverändert eine Freude sind die Benzinmotoren, allesamt mit Turbo, ein solcher liefert auch mit 1,2 Liter Hubraum und 105 PS den Einstieg in die neue A3-Generation (23.040 Euro). Diesel mit ebenso viel PS kostet 2000 Euro mehr. Die Auswahl beschränkt sich zunächst auf 2,0 TDI (27.840 Euro) und 1.4 TFSI (24.540 Euro), laufend wird auf schließlich zehn Antriebsvarianten (ohne S-Derivate) ausgeweitet. Der 5-türige Sportback kommt Anfang 2013, erstmals wird es auch eine Limousine geben.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.05.2012)

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1 Kommentare
Gast: Gastuser
29.05.2012 09:13
0 0

nicht ganz..

"Quattro in diesem Format eher kein Muss."

von wegen - ein Audi ohne Quattro ist kein Audi >:-)