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Gay-Reisen: „Ein lukratives Gäste-Klientel“

05.09.2008 | 18:47 |   (Die Presse)

„Pink Wave“ versammelt im September Schwule und Lesben am Wörthersee.

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Wir laden alle herzlich ein, die Parties in unseren Clubs und Bars zu besuchen und sich ein Bild von der fröhlichen Stimmung zu machen, mit der diese Personengruppe zu feiern versteht.“ Auf die Wörtherseegemeinde Pörtschach kommt eine kleinere Bewährungsprobe zu. Gernot Riedel, Geschäftsführer der Wörthersee-Tourismus GmbH bemüht sich, positive Stimmung für das bevorstehende internationale Treffen der GayCommunity zu machen.

„Pink Wave“ bringt vom 11. bis zum 14. September hunderte homosexuelle Gäste nach Kärnten. Die Touristiker sehen in der Veranstaltung eine Belebung der Nebensaison. Deshalb wurde gemeinsam mit dem Berliner Veranstalter „Communigayte“ ein dichtes Veranstaltungsprogramm vorbereitet, in das vieles eingebunden ist, was das Wörthersee-Flair ausmacht: nächtigen in Villen-Architektur, chillen im Beach-Club, zuhören beim Brahmskonzert, tanzen bei der DJ-Sause. Viele Pörtschacher Leitbetriebe sind involviert.


Rosa Lederhose

Schon am Anreisetag gibt es beispielsweise ein „Speed-Dating“, damit Singles die Tage am See nicht solo verbringen müssen. Der historische Thalia-Raddampfer wird für die Gay-Community zum Partyschiff umfunktioniert, DJs werden das altehrwürdige Schiff in einen Open-Air-Club verwandeln.

Einer der Höhepunkte ist die Almdudler-Trachtenparty, für die sich als Stargast die Wiener Drag Queen „Miss Candy“ angekündigt hat. Zudem läuft bei dieser großen Party in der „Parkvilla Wörth“ eine Modenschau, bei der die besten Trachten-Outfits der Gäste prämiert werden. Als Hauptpreis winkt eine rosa Lederhose.

Tourismuschef Riedel hofft, dass „Pink Wave“ am Wörthersee zur Institution wird: „Homosexuelle sind eine tolle Zielgruppe, einkommensstark und von Ferienterminen unabhängig.“ Deshalb haben Wörthersee-Tourismus, Kärnten Werbung und die Gemeinde Pörtschach gemeinsam 100.000 Euro in die Veranstaltung investiert.

Der Treff am Wörthersee ist Gesprächsthema Nummer eins in der einschlägigen Szene. Die Homepage www.pinkwave.at hat bisher rund 15.000 Zugriffe verzeichnet. Für die Gay-Week liegen rund 100 konkrete Anmeldungen vor, die Zahl der Buchungen ist höher als in den Vergleichsmonaten des Vorjahres. Riedel: „Viele wollen sich das einfach einmal anschauen und deklarieren sich daher nicht.“ Der Werbewert für Pörtschach und den Wörthersee lässt sich jetzt schon beweisen: Alle einschlägigen Magazine haben über das Event am Wörthersee berichtet“.

Lokale, die Lesben und Schwule besonders willkommen heißen, werden mit dem Pink-Wave-Symbol markiert. Die Freude über das neue Gäste-Klientel überwiegt die Skepsis. „Schau'n wir uns das einmal an“, lautet die Grundstimmung im Ort. Weil sich die Homosexuellen wünschen, mit der einheimischen Bevölkerung in Kontakt zu kommen, sind die meisten Veranstaltungen öffentlich zugänglich. (Informationen auf der oben genannten Homepage).

Robert Benedikt

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.09.2008)

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