Los Angeles

Stadtspaziergang: Wohin in La La Land?

Mit Einheimischen unterwegs: Fremdenführer Dennis und Sandra Sulies verraten ihre Lieblingsplätze und Empfehlungen für einen Aufenthalt in der Stadt der Engel. Vom California Beach Feeling bis zum koreanischen BBQ.

Venice
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Venice – Reuters

Sieben Oscar-Nominierungen, sieben Golden Globes und viele andere Preise haben „La La Land“ heuer zum erfolgreichsten Film der Award-Saison gemacht. Und den Begriff „La La Land“ als Bezeichnung für eine Traumwelt einer- und für Los Angeles andererseits über die Grenzen Kaliforniens hinaus bekannt gemacht. Dennis und Sandra Sulies leben und arbeiten in der Metropole – die neben La La Land auch auf so bezeichnende Spitznamen wie „Tinseltown“ und die „Stadt der Engel“ hört – und zeigen zumeist deutschsprachigen Besuchern die Stadt. „Die Presse“ hat das deutsch-amerikanische Fremdenführerpaar nach ihren besten Empfehlungen in La La Land gefragt und sie gebeten, uns mit auf einen Spaziergang durch ihre Stadt zu nehmen. „Wenn wir frei haben, stehen wir weit vor Sonnenaufgang auf und machen uns auf den Weg in den Griffith Park. Von da wandern wir in die Berge bis hinter das Hollywood-Schild und genießen den Sonnenaufgang über Los Angeles“ erzählen sie von ihren privaten Touren. „Oder wandern von November bis Februar nach Palos Verdes, einer Landzunge mit fast garantierter Aussicht auf vorbeiziehende Wale.“ Aber auch ihre besten Tipps in L A haben sie uns verraten. www.losangeles-touren.de

Schlafen

Die Frage „Wo wohnt man denn in Los Angeles am besten zentral?“ verrät den Neuling. Denn ein „zentral“ gibt es in Tinseltown einfach nicht, weshalb sich ein Aufenthalt ohne Auto auch nur bedingt empfiehlt. Wenn es eines der ganz großen Häuser sein darf, empfehlen die beiden Wahlkalifornier das Peninsula in Beverly Hills. „Das wird natürlich den höchsten Ansprüchen gerecht und ist eine ganz besondere Adresse“, weiß Dennis Sulies. The Peninsula, 9882 S Santa Monica Blvd, Beverly Hills, Zimmer ab rund 560 Euro. http://beverlyhills.peninsula.com


„Eine sehr schöne und lebhafte Location ist Santa Monica, mit seiner touristischen Infrastruktur von Shopping, Dining und Meer“, berichtet Sandra Sulies. „Eine super Ausgangslage dafür ist das Shore Hotel“, empfiehlt sie das moderne Boutique-Hotel mit Nachhaltigkeitsanspruch und Meerblick. 1515 Ocean Ave, Santa Monica, Zimmer rund 350 Euro. www.shorehotel.com


„Und das SoCa Beach Feeling bekommt man garantiert im Beach House Hotel in Hermosa Beach“, schwärmen die beiden. Das Haus liegt nicht nur direkt am endlosen Strand, sondern auch in Gehweite etlicher Bars, darunter auch des aus „La La Land“ bekannten Lighthouse Café. Beach House Hotel, 1300 The Strand, Hermosa Beach, Zimmer ab rund 280 Euro. www.beach-house.com/hermosa-beach

Essen

„Wir lieben das Strand House in Manhattan Beach“, verraten die Guides. Was nicht nur daran liegt, dass das Haus gehobenen kulinarischen Ansprüchen gerecht wird, sondern auch am Blick: Viele Tische haben hier einen Blick auf den Manhattan Beach Pier und den Ozean. Strand House Restaurant, 117 Manhattan Beach Blvd, Manhattan Beach. www.thestrandhousemb.com

 
Der absolute Klassiker vor allem für österreichische Reisende ist natürlich Wolfgang Pucks Steakhouse Cut im Beverly Wilshire Hotel, das auch für die beiden Guides immer ein Erlebnis ist. „Reservierungen sind hier aber unbedingt empfohlen“, betont Sandra. 9500 Wilshire Blvd, Beverly Hills.
www.fourseasons.com


Und La-La-Land-Besuchern, die etwas Ausgefallenes probieren wollen, legen die beiden das Quarters Korean BBQ ans Herz: „Das ist ein geniales, authentisches Erlebnis mitten in Korea Town, der größten asiatischen Gemeinde in L A, in sehr lebendiger Atmosphäre“, berichten sie. Reservieren kann man hier allerdings nicht. Quarters Korean BBQ, 3465 W 6th St, Los Angeles. quarterskbbq.com

Kultur genießen

„Los Angeles hat mehr Museen und Theater als jede andere US-City“, verdeutlicht Dennis die Qual der Wahl. Ganz oben auf seiner Liste steht das Getty Center. „Hier gibt es neben den Kunstwerken auch einen fantastischen Blick auf die Stadt, an klaren Tagen sieht man bis zum Pazifik.“ Zudem ist der Eintritt frei, zahlen muss man nur fürs Parken. The Getty Center, 1200 Getty Center Dr, Los Angeles. www.getty.edu


Und für ein ganz besonderes Kulturerlebnis legen die (Wahl-)Kalifornier ihren Gästen einen Besuch des Hollywood Bowl ans Herz: „Die Freilichtbühne hat nur im Sommer geöffnet, hier lassen sich in zwangloser Atmosphäre tolle Konzerte bei einem Picknick genießen.“ Weshalb man neben dem Picknick-Korb auch nicht auf eine Decke und einen Polster vergessen sollte, „denn Stühle sind sehr hart, und es kann abends etwas kühl werden“, so Dennis. 2301 Highland Ave, Los Angeles. www.hollywoodbowl.com


Auch das Los Angeles County Museum of Art (LACMA) hat neben über 120.000 Kunstwerken aus allen Epochen, die allein schon einen Besuch wert sind, noch einen Bonus zu bieten, wie Sandra erklärt: „Sollte man während des Besuchs hungrig werden, kann man sich an der gegenüberliegenden Straße an den verschiedenen Food Trucks verköstigen.“ LACMA, 5905 Wilshire Blvd, Los Angeles. www.lacma.org

Fortgehen

Für die Freunde stylischer Rooftop-Bars samt Pool, beheizten Wasserbettliegen, DJs und Buchsbaumskulpturen lohnt sich ein Besuch auf dem Dach des Standard Hotel. Hier trifft sich die High Energy Crowd, wie es die Betreiber ausdrücken, und das lustigerweise auch im direkt angrenzenden deutschen Biergarten. „Allerdings ist die Bar an Wochenenden oft für private Events reserviert, daher sollte man unbedingt vorher anrufen“, rät Sandra. The Rooftop, 550 South Flower Street, Los Angeles. www.standardhotels.com


Bei manchen Lokalen ist die Qualität von Speisen und Getränken eher zweitrangig. Eines davon ist das Rainbow Bar and Grill in West Hollywood: „Das Essen ist eher mittelmäßig, aber darauf kommt es auch nicht an“, erklären die beiden, „das Rainbow ist das Stammlokal vieler Stars, etwa von Lemmy von Motorhead“. Entsprechend ist die Atmosphäre der Bar am legendären Sunset Boulevard – eher dunkel, eng, mit viel Musikgeschichte an den Wänden. „Wirklich eine einzigartige Rock'n'Roll-Atmosphäre“, erklärt Dennis, „in der Dabeisein alles ist.“ 9015 Sunset Blvd, West Hollywood. www.rainbowbarandgrill.com


Wenn's luftiger und schicker sein darf, empfehlen die beiden das Perch. Hier gibt es neben einem Blick auf die Skyline eine „angenehm lockere Atmosphäre mit französischem Touch“, meint Sandra. Der Weg zum Dach samt Liegen und Feuerkörben ist aber nicht ganz leicht zu finden: „Der Eingang ist etwas versteckt, man fährt in zwei verschiedenen Liften in die Bar im 15. Stock“, erklärt Dennis. Perch, 448 Hill St, Los Angeles. http://perchla.com

Shopping

Dass es auf dem Rodeo Drive alles gibt, was schön und teuer ist, ist keine Frage. Ausgiebige Einkaufstouren gehen sich dort für die meisten Normalverdiener nur sehr begrenzt aus. Weit günstiger ist es in Outlet-Centern. „Am bekanntesten sind sicher das Citadel, das Ontario Mills und das Camarillo“, nennt Dennis die Hochburgen des ermäßigten Einkaufens. „Von hip bis elegant ist hier alles möglich.“ www.premiumoutlets.com, www.citadeloutlets.com


Wenn es weniger um Designerschnäppchen denn um die Atmosphäre geht, empfiehlt Sandra die 3rd Street in Santa Monica: „Das ist eine meiner Lieblingslocations. In der verkehrsberuhigten Straße kann man gemütlich schlendern, oft spielen Straßenmusiker dort.“

3rdstreetpromenade.com


„Wenn ich ausgefallenere Dinge suche, gehe ich auf die Melrose Avenue“, verrät sie. „Hier findet man vor allem kleine, inhabergeführte Boutiquen.“ Fans können hier zudem in Erinnerungen an „Melrose Place“ schwelgen, die Serie hat die Gegend berühmt gemacht.

www.melroseavenue-shop.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.2.2017)

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