Über den Tellerrand hinaus: Nordkoreas Küche

Seokdujeon

Kulinarik aus Nordkorea? Hong Eun-hye, Flüchtling aus der kommunistischen Diktatur in Nordostasien, zeigte einem Fotografen der britischen Nachrichtenagentur Reuters Rezepte aus Nordkorea. Die nordkoreanischen Speisen sind ihren südkoreanischen Verwandten auf den ersten Blick nicht unähnlich - auf den zweiten sieht man: Sie stammen aus der Not.

Hier bereitet Hong seokdujeon zu, übersetzt "Schneller Kuchen", Reiskuchen mit Maispulver.

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Die Küchlein sind einer der beliebtesten nordkoreanischen Marktküchen-Snacks. Die Teigstücke müssen nicht gebacken werden - Maispulver und Wasser werden einfach vermischt.

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Generell wird Mais als Reisersatz verwendet.

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Dububab

Diese Speise heißt übersetzt "Tofureis" und wird auf den meisten Märkten Nordkoreas verkauft. Tofuschweiben werden mit Reis gefüllt, darauf kommt ein Klecks Chilisauce. Das Gericht wurde beliebter, als der Staat damit aufhörte, Essen zur Verfügung zu stellen.

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Alsatang

Die Marktstandler Nordkoreas haben auch schon längst eine eigene Süßigkeit kreiert: Diese Kügelchen sind eine hausgemachte Leckerei aus Zucker und Essig. Sie ähneln in ihrer Konsistenz klassischem Konfekt. Alsatang wird - in kleine Tütchen verpackt - an Staatsfeiertagen an Schulkinder verteilt, zum Beispiel am 15. April, dem Geburtstag von Gründungspräsident Kim Il Sung.

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Kongsatang

Die "Bohnen-Zuckerl" kongsatang erinnern in Größe und Farbe an Popcorn: Rohe Sojabohnen werden dafür geröstet und dann mit Zucker überzogen. Wenn Zucker rar wird, verwenden Nordkoreaner eine Art Glucose aus Weintrauben als Ersatzprodukt. So wie alsatang werden die Süßigkeiten vom Staat zu besonderen Anlässen verteilt.

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Injogogibab

Das Rezept für diese Reisrollen mit pflanzlichem Protein klingt leicht ekelhaft. "Man nehme die beim Sojaölpressen übriggebliebenen Reste, die normalerweise als Schweinefutter dienen. Pressen und rollen, bis man eine sandfarbene Paste erhält." Das "Topping" des Gerichts kann regional variieren, mancherorts präferiert man Fischsauce, anderswo bevorzugt man Chilipaste. Die Speise wird häufig im Tauschhandel als Ware benutzt - und liefert reichlich Energie.

Bab heißt übersetzt Reis, injogi steht für "vom Menschen gemachtes Fleisch"...

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Injogogi

...das in seiner Reinform so aussieht.

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So sehen abgepackte Gewürze in Nordkorea aus...

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...und so industriell gefertigte Süßigkeiten: Die harten, traditionellen "Milchzuckerl" - hier mit Pfirsichgeschmack - stammen aus der "Sonhung Foodstuff"-Fabrik in Pjöngjang.

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Diese brotartigen nordkoreanischen Biskotten heißen übersetzt "Finger-Snacks" und werden aus Mehl, Germ, Zucker, Traubenglucose und Wasser gemacht. Sie sind außen härter als Biskotten und teigiger im Inneren.

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Sundae

Zu guter Letzt: nordkoreanische Blunz'n. Sie wird aus Schweineblut gemacht und mit Getreide - normalerweise mit Reis - und Gemüse gefüllt. Das Gericht ist auch in Südkorea weit verbreitet.

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