Ein Restaurant
Ašcˇinica Hadžibajrich (Veliki Churchiluk): Kleines, untouristisches Lokal in der Altstadt mit traditionellem bosnischen Essen, das seit eineinhalb Jahrhunderten von der Familie Hadžibajrich betrieben wird, die einst für den jugoslawischen König gekocht hat und Eigenwerbung völlig ablehnt. Überraschendes, leichtes Essen. Die Portionen wirken recht klein. Einheimische fragen oft, ob sie einen Zuschlag haben können. Die Hadžibajrich antworten darauf: Klar, aber wir denken, dass es ausreicht. Und es reicht dann auch immer.
Ein Museum
Tunnelmuseum (Donji Kotorac 34, Privathaus Familie Kolar, Flughafennähe): Dieser 800 Meter lange Tunnel war während der Belagerung von Sarajevo (1992–96), der längsten des Jahrhunderts, der einzige Zugang zur Stadt. Ab 1993 diente er der Versorgung mit Lebensmitteln, Benzin und Waffen. Später kamen eine Starkstromleitung und eine Öl-Pipeline hinzu. Auswandern ging auch – gegen Bares. 4000 Menschen täglich nutzten ihn, 20 Tonnen wurden pro Nacht transportiert. Heute existieren nur noch 20 unterirdische Meter, der Rest des Tunnels kollabierte. Die Familie Kolar erhält übrigens keinerlei offizielle Unterstützung der Stadt für ihr Museumsprojekt.
Mehrere Moscheen
Jerusalem des Balkans? Ungern spricht man in Sarajewo über den Krieg, die Vergangenheit soll ruhen. Doch der Bevölkerungsaustausch ist ein Faktum. 1991 war die Hälfte der Bewohner „Bosniaken“ (Bošnjaci, Muslime), heute sind es drei Viertel. Für 300.000 Einwohner stehen in der einst multikonfessionellen Stadt heute 120 Moscheen zur Verfügung. Die berühmteste ist die Gazi-Husrev-Beg-Moschee aus dem Jahr 1530/31. Die letzten 70 wurden allesamt seit Kriegsende gebaut, teilweise mit saudiarabischem Geld. Viele stehen leer: In Sarajewo gibt’s mehr bauchfreie Leiberln als Schleier und Kopftuch.
Ein Wasser
Ein Schluck Wasser vom Gazihusrevbegova-Brunnen. Schmeckt gut, bringt zudem Glück. Wasser ist die antialkoholische Spezialität einer Stadt, die von Zweitausendern umgeben ist.
Eine Brücke
Ein Nebenfluss der Bosna (keine Wurstware!) ist die in Sarajevo schnurgerade Miljacka (auch als „roter Fluss“ bekannt); gleich neben der Lateinerbrücke erschoss Gavrilo Princip „unseren“ Thronfolger. Die Brücke hieß bis 1993 nach dem Attentäter.
Ein Hotel
Das zentrumsnahe Michele Sarajevo (Ivana Cankara 27) ist auf nette Art mit altem Zeug („Antiquitäten“) überladen, vermietet auch Apartments.
Ein Café
Egal, wie man zum Marschall steht. Das Café Tito, voller Devotionalia bis herunter zu den Zuckerpäckchen, ist sehenswert. In der Bihacka, gleich beim Historischen
Museum.
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