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Amanshausers Welt: City Album - Skopje

21.06.2012 | 15:15 |  von Martin Amanshauser (Die Presse - Schaufenster)

Pyramiden-Moschee, Roma-Siedlung. Mit Trip nach Podgorica!

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Ein Beben

26. Juli 1963: Der Morgen, als in Skopje die Erde bebte. Mehr als 1000 Menschen starben, drei Viertel aller Gebäude stürzten ein. Das teilweise zerstörte Gebäude des alten Bahnhofs wurde in jenem Zustand belassen, auch die Uhr zeigt heute noch 5.17, die exakte Uhrzeit der Katastrophe. Heute ist darin das Stadtmuseum untergebracht. Eine der ersten internationalen Hilfsaktionen erleichterte den Aufbau, die Neuauflage der reizvollen lokalen Mischung aus Christentum, Islam und Moderne.

Eine Kultur

Shutka. (Gemeinde Šuto Orizari, erreichbar per Bus Nummer 19): Die größte Roma-Siedlung Europas, mit ungefähr 40.000 Einwohnern, wächst weiter. Shutka ist kein Slum – sondern ein Stadtviertel mit Wellblechhütten, Containern und festen Häusern. Hohe Arbeitslosigkeit herrscht, größter Wirtschaftsfaktor ist der Textilsektor, ein riesiger Kleidermarkt floriert. Nicht nur Roma leben hier, auch Albaner, Bosnier oder Türken. Und alle sind Mazedonier. Drittsprache neben Romani und Mazedonisch ist Deutsch. Für Übernachtungswillige gibt es Privatzimmer, die man auf dem Marktplatz erfragen kann. Höhepunkt ist das Frühlingsfest in den ersten Maitagen: „Bahtalo Herdelezi – frohes Herdelezi!“

Ein Tagesausflug

Podgorica (ehemals Titograd). Die Anzahl der europäischen Hauptstädte übertrifft jene der jährlichen „Schaufenster“-Ausgaben um eine. Daher: historisch-architektonischer Ausflug 180 Kilometer in die an dieser Stelle unbesprochene montenegrinische Hauptstadt Podgorica. Von 1946 bis 1992 hieß sie Titograd. Ab 1946 errichtete man hier die jugoslawische Vorzeigestadt, ein Brasilia des Balkans. Riesige Repräsentativ- und Wohngebäude und diverse Gedenkstätten für den Weltkrieg – damals eine Stadt völlig neuer Art, heute ein etwas heruntergekommenes Plattenbausammelsurium ohne Denkmalschutz.

Ein Konflikt

Griechenland wollte keinen Nachbarn, der  wie eine griechische Provinz hieß. Internationale Anerkennung  kam unter dem Namen FYROM, Former Yugoslavian Republic of Macedonia.

Eine Mutter

Die Promi-Nonne Mutter Teresa ist aus Skopje. Ihr Geburtshaus ist weg (Erdbeben 1963), doch in der Ulice Makedonia steht eine Kapelle.

Ein Lokal

Das blitzblanke Den i Nok (Tag und Nacht) ist purer Balkan-Luxus.

Eine Moschee

Die merkwürdige Jahja Pasha (1504) glänzt vor allem wegen ihres Hauptgebäudes, einer Mischung aus Pyramide und Landschloss. Ihr Minarett ist das höchste des Landes.

TIPP
Weitere Kolumnen auch auf: www.amanshauser.at

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1 Kommentare
Gast: E.K. aus Skopje
22.06.2012 11:06
0 0

wenigstens in der Online Ausgabe ein aktuelles Foto

War sehr erstaunt, dass im heutigem Schaufenster - Printausgabe - für diesen Artikel ein sehr altes Foto von Skopje genommen wurde - Reiterstandbild fehlt. Aber so wie es sich liest oder das Foto auch hier aussieht, war
Herr Amanshauser wahrscheinlich eh nicht wirklich in dieser Stadt. Liebe Grüsse aus Skopje

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