12.02.2012 03:48 | Meine Presse Merkliste0

Wir besuchen Auslandsösterreicher in ihrer neuen Heimat

24.07.2010 | 19:01 |  von REGINA PÖLL (Die Presse)

Die Niederösterreicherin Ulli Kloiber ist Meeresbiologin auf den Malediven. Tauchgänge mit Promis gehören zum Job.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren
Kämpferin für die Korallen

Diepresse.com/

Der maledivische Präsident Mohamed Nasheed war der Prominenteste, den Ulrike Kloiber bis dato durch das Meer vor der Insel Huvafen Fushi geführt hat. Bei einem Tauchgang mit der 30-jährigen Niederösterreicherin hat der Präsident sogar eine kleine Koralle „adoptiert“, die er dann auf seinen eigenen Spitznamen, „Anni“, getauft hat. Damit ist Nasheed auch der bekannteste Förderer des Projekts, für das Ulli Kloiber mitverantwortlich ist: Seit 2007 arbeitet die Absolventin eines Biologiestudiums in Wien als einzige Meeresbiologin für das australische Luxusresort „Huvafen Fushi“– und betreut dort unter anderem das „Coral Rehabilitation Project“. In dessen Rahmen widmet sich Kloiber dem Schutz des Hausriffs. „Ich unterstütze den biologischen Wiederaufbau“, sagt sie.

Seit der Korallenbleiche 1998, einer Folge von El Niño und Temperaturanstieg, brauchen die Seichtwasserriffe der Malediven Hilfe. Kloiber sorgt dafür, dass die Korallen wieder ein besseres Umfeld haben und noch für Generationen erhalten bleiben. Mit dem Korallenzuchtprogramm, mit geführten Schnorcheltouren, mit Aufklärungsarbeit.

Von ihrer Heimatgemeinde Biedermannsdorf in Niederösterreich nach Huvafen Fushi, zu Deutsch: „Trauminsel“, hat Kloiber der Zufall geführt: weil das Jobangebot just zu Ende ihres Studiums an ihrer Uni bekannt wurde. Seither ist die Insel, die nur wenige hundert Meter lang und breit ist, ihr Zuhause.

Das teilt sie sich mit 200 weiteren Angestellten und 100 Gästen. Darunter VIPs wie Michael Schumacher, der ebenfalls von Kloibers Arbeit profitiert. Er gilt nämlich als Fan des Unterwasser-Spas des Luxusresorts: Hinter Glaswänden können Gäste, die zur Massage kommen, ein künstlich angelegtes Riff sehen. Die Arbeit daran macht Kloiber stolz: Das Riffwachstum freue sie, „und ich könnte hier Stunden mit Beobachten verbringen“. Mehrere Stunden am Tag ist Kloiber auf und unter Wasser, so entkommt sie der Enge „ihrer“ Insel. „Die spüre ich kaum“, sagt sie.

Kehrt sie von ihren Tauchgängen zurück, dann freut sich die einzige Österreicherin auf Huvafen Fushi auf den Austausch mit anderen Angestellten, darunter vor allem Briten, Inder und Bangladescher. Auch Brocken der maledivischen Landessprache Divehi – von „Wie geht's?“ bis „Schluss, fertig“ – hat sie von ihrem Assistenten, einem Einheimischen, erlernt.

Familie und Freunde vermisst sie, doch der Kontakt übers Internet ist rege. Und was Kloiber sonst fehlt? „Die Jahreszeiten. Und Emmentaler, leider.“ Aber die Arbeit fülle sie aus, sagt Ulli Kloiber, die auf unbestimmte Zeit bleiben wird: „Es ergeben sich immer neue Aufgaben im Sinne der Nachhaltigkeit.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.07.2010)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)


Mit dem Absenden Ihres Kommentares erklären Sie sich mit den Forenregeln einverstanden.

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*


Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen