Blancpain: "X Fathoms"

11.11.2011 | 13:26 |  von Alexander Linz (Die Presse)

Eine solche Taucheruhr hat die Welt noch nicht gesehen! Die "X Fathoms" von Blancpain definiert diese Gattung Uhr neu und ist eine Demonstration des Know-how der Manufaktur.

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Der erfahrene Taucher weiß: Die Zahl der wirklich guten Taucheruhren hält sich in Grenzen. Die Mehrheit der so bezeichneten Zeitmesser soll auch gar nicht wirklich unter Wasser, vielmehr soll sie am Handgelenk auffallen und so tun als ob. Große, sportliche Armbanduhren sind heute so begehrt wie SUVs und auch Letztere fahren ja bekanntlich selten abseits der Asphalt-Highways im Gelände herum. In die Liga der echten Taucheruhren gehört jedenfalls die „Fifty Fathoms“ von Blancpain. Sie wurde 1953 für Marinetaucher entwickelt. Im Lauf der Zeit hat sie sich lediglich dem gestiegenen Wunsch nach Größe am Handgelenk angepasst. Behalten hat sie über die Jahre ihre Grundeigenschaften: die Zuverlässigkeit und die gute Ablesbarkeit der Uhrzeit auch unter Wasser. Blanc-
pain pflegt und hegt dieses Erbe, ist doch CEO Marc Hayek ist seit seinem zwölften Lebensjahr begeisterter Taucher.

Die Idee und den Anstoß für die „X Fathoms“ gab er höchstpersönlich. Es sollte eine Revolution werden, nicht etwa eine Evolution! Und die Übung ist definitiv gelungen. Die Neue mit dem X-Faktor stellt alles an Taucheruhren in den Schatten, was wir bis dato gesehen haben. In vielerlei Hinsicht, nota bene! Sie ist die größte Taucheruhr, die es heute gibt, in ihr 55,65 mm großes, bis zu 300 Meter wasserdichtes Gehäuse wurden insgesamt 385 Bauteile anspruchsvoller Technik verpackt. Das Blancpain-Automatikkaliber „1315“ mit 120 Stunden Gangreserve und darauf aufbauend ein Tiefenmesser, der bis zu 90 Meter funktioniert und das bei einer Genauigkeit von 30 cm. Die Membran, die die Druckinformationen für die komplexe Mechanik des Tiefenmessers beisteuert, ist für Salzwasser mittleren Salzgehaltes ausgelegt. Der Kunde kann aber auch eine Version für Süßwasser oder besonders salzhaltiges Wasser bestellen. Die Skalierung des Tiefenmessers ist zweigeteilt, die eine reicht von null bis 90 Meter, die zweite, gespreizte von null bis 15 Meter.

(c) beigestellt Beim Abtauchen setzen sich beide Zeiger (orange und blaue Spitze) des Tiefenmessers gleichzeitig in Bewegung. Bei 15 Metern bleibt der blaue Zeiger der 15er-Skala stehen und der orange kann nun bis zu einer Tiefe von 90 Metern genützt werden. Zusätzlich wird auf der 90er-Skala ein Zeiger mit roter Spitze mitbewegt, der die Maximaltiefe des Tauchganges festhält. Nullgestellt kann dieser nur mithilfe des eigens durch einen Bügel geschützten Drückers bei „8 Uhr“ werden. Beim Auftauchen setzt sich der blaue Zeiger der gespreizten Anzeige wieder in Bewegung, wenn ein Tiefe von 15 Metern unterschritten wird. Jetzt profitiert der Taucher von der sinnvollen Spreizung der Anzeige. Muss er Dekompressionsstopps einlegen, so kann er die Blancpain als echtes Instrument einsetzen. Insbesondere die Tiefe für den so bezeichneten Sicherheitsstopp (safety stop) bei rund fünf Metern ist in Orange gehalten und besonders gut ablesbar. Und, hier kommt der Clou: Damit man ebenso die in dieser Tiefe abzusitzende Zeit von fünf Minuten im Auge behält, kann man bei „10 Uhr“ durch einfaches Betätigen des Drückers einen retrograd ausgeführten Fünf-Minuten-Countdown-Zähler ebenda starten. Jeder Taucher wird zugeben, dass er sich beim Timen des Sicherheitsstopps schon mal vertan hat und dann aus Verlegenheit de facto länger im Wasser geblieben ist als eigentlich notwendig. Marc Hayek war insbesondere dieses Feature der „X Fathom“ wichtig, „denn das verleiht der Uhr auch einen besonders nützlichen und ebenso einen gewissen sicherheitsrelevanten Aspekt“.

Den modernen Tauchcomputer darf und soll die Blancpain aber keinesfalls ersetzen. Sie kann es auch gar nicht, was sie jedoch kann, ist sich deutlich von so manch anderem Pendant Schweizer Provenienz zu unterscheiden, das ebenso mit einem mechanischen Tiefenmesser ausgestattet ist. Wenn Sie sich jetzt fragen warum die gar so groß ausfallen musste, dann dürfen wir an der Stelle nochmals Marc Hayek zitieren: „Natürlich hätten wir die Technik auch in ein kleineres Gehäuse verpacken können, doch wollte ich eine richtige Taucheruhr bauen und da gehört nun einmal eine perfekte Ablesbarkeit zu den grundlegenden Eigenschaften.“ Wir konnten die „X Fathoms“ bei ihrer Vorpremiere in Dubai schon mal beäugen und können Marc Hayek und seinem Team nur gratulieren. Blancpain hat eine respektable Ingenieursleistung vollbracht, damit einmal mehr das wahre Können der Schweizer Uhrenindustrie unter Beweis gestellt, und Blancpain hat einen begehrenswerten Begleiter für das Abtauchen in die Welt Neptuns entstehen lassen. Die „X Fathoms“ befindet sich aktuell noch im Prototypenstadium, sie wird offiziell erst auf der „Baselworld 2012“ lanciert und dann so bei ca. 30.000 bis 40.000 Schweizer Franken eingepreist werden.

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