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Luxus ohne Limit: Wo sich Multimillionäre niederlassen

17.08.2012 | 18:30 |  WALTER SENK (Die Presse)

Monaco oder London gelten noch immer als Topadressen - doch Asiens Metropolen holen auf. Welche Städte wichtig werden, hängt natürlich auch davon ab, auf welchem Kontinent der Interessenfokus liegt.

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Man muss nicht unbedingt ein Multimilliardär sein, um sich die teuersten Wohnflächen der Welt leisten zu können, aber es erleichtert die Sache ungemein. Denn es scheint kein Limit zu geben, wenn man die Quadratmeterpreise der teuersten Locations für die gesellschaftliche – und finanzstarke – Crème de la Crème der Welt betrachtet. Dort, wo es am wenigsten Platz gibt, sind die Preise auch am höchsten. Wobei nicht Garçonnieren gemeint sind, sondern die Orte, an denen sich die Superreichen einkaufen: Wenig Platz herrscht zum Beispiel in Monaco oder in den Schweizer Alpen.

 

Monaco auf Platz eins

Wenn man sich im Fürstentum an der Côte d'Azur eine Bleibe sucht, dann muss man zumindest in den besseren Lagen mit einem Durchschnittspreis von 43.700 Euro pro Quadratmeter rechnen. Das hat der „Wealth Report“ des internationalen Maklerunternehmens Knight Frank und der Citi Private Bank erfasst. Damit hat Monaco auch den durchschnittlich teuersten Quadratmeterpreis der Welt. An zweiter Stelle folgt Cap Ferrat an der französischen Riviera mit 40.000 Euro, die Bestlagen von London mit 37.800 Euro und Hongkong mit 36.700 Euro.

Aber es gibt noch eine andere Definition von Luxus: Für die wichtigsten Weltstädte sind vor allem Lebensqualität, Verortung von Wissen, politischer Einfluss sowie Wirtschaftskraft die Schlüsselkriterien beim Erwerb von Immobilienbesitz. Und da stehen London, New York, Hongkong und Paris an den Spitzenpositionen – so der „Wealth Report“. Aber diese werden sich in den nächsten Jahren verschieben.

 

Jedem Kontinent sein Highlight

Welche Städte wichtig werden, hängt natürlich auch davon ab, auf welchem Kontinent der Interessenfokus liegt. Für diejenigen, die aus dem Mittleren Osten und Afrika kommen, ist Dubai der Standort mit der am schnellsten wachsenden Bedeutung. Während für Südamerikaner die Stadt São Paulo und in Nordamerika Miami im starken Wettstreit um zukünftigen Einfluss gesehen werden.

Den stärksten Bedeutungszuwachs insgesamt verzeichnen Peking und Shanghai, die in den nächsten zehn Jahren an die Weltspitze rücken werden. Allgemein bestätigt der „Wealth Report“, dass es international eine unaufhaltsame Verlagerung von Reichtum in Richtung Asien und pazifischen Raum gibt: In der Region China, Südostasien und Japan gibt es bereits mehr Menschen mit einem Vermögen über 100 Millionen US-Dollar als in Nordamerika beziehungsweise Westeuropa. Laut Grainne Gilmore, Head of UK Residential Research, Knight Frank ist „eine weitere Steigerung von Multimillionären bis 2016 zu erwarten“. 26.000 sollen es der Region Südostasien, China und Japan sein, 21.000 in Nordamerika und 15.000 in Europa. Das spiegelt sich auch in der Preisentwicklung für Luxusimmobilien wider. Es sind die kommenden Weltstädte, in denen die Steigerungen in den letzten Jahren am stärksten ausgefallen sind – allerdings in den meisten Fällen von einem relativ niedrigen Niveau ausgehend. So hat Moskau in den letzten fünf Jahren eine Preissteigerung von 32 Prozent zu verzeichnen und St. Petersburg sogar 77 Prozent. Jakartas Preise bei Topimmobilien stiegen um 59 Prozent, die in Mumbai um 64 und in Shanghai um 69 Prozent. Spitzenreiter ist allerdings Peking: Hier haben die Preise für Luxusimmobilien um 96 Prozent angezogen.

 

Teurer geht's nicht

Die aktuell teuerste Wohnimmobilie der Welt steht aber in der britischen Hauptstadt. Laut dem internationalen Großmakler Knight Frank ist das der Wohnkomplex One Hyde Park in London mit bis zu 93.000 Euro pro Quadratmeter. Aufgrund der großen Nachfrage nach diesem Segment in der englischen Hauptstadt sind bis 2016 sogar Preise bis 125.000 Euro pro Quadratmeter zu erwarten. One Hyde Park war auch ein wenig das Vorbild für das von Sans Souci entwickelte De-luxe-Boutique-Hotel und 15 „Hotel-serviced“ High-End-Residences im 7. Wiener Bezirk.

 

Zweitwohnsitz in den Bergen

In der Welt der Superreichen benötigt man natürlich auch Nebenwohnsitze. Besonders beliebt sind die Schweizer Alpen – hier kann man sich aufgrund des Preisniveaus auch sicher sein, unter sich zu bleiben. In den bevorzugten Lagen im Nobelskiort Gstaad verzeichnet Engel & Völkers bei exklusiven Chalets mit sehr hochwertiger Ausstattung Preise zwischen rund 12,3 Millionen Euro und 32,8 Millionen Euro. Der starke Nachfrageüberhang führt in den Bestlagen des chaletreichen Dorfes zu neuen Rekordwerten von bis zu 49.200 Euro pro Quadratmeter.

„Der Markt ist gerade in den begehrten Lagen wie Oberbort durch einen starken Angebotsengpass gekennzeichnet“, so Antonia Crespí, Büroleiterin von Engel & Völkers in Gstaad. Die Vermarktungsdauer für Zweitwohnsitze in guten und sehr guten Lagen beträgt laut Crespí zurzeit durchschnittlich sechs bis zwölf Monate: „Besonders hochwertige Immobilien in sehr attraktiver Lage finden allerdings vereinzelt schon innerhalb weniger Tage einen neuen Eigentümer. Vorausgesetzt, die Immobilien werden zu einem angemessenen Preis angeboten.“ Angemessen bedeutet dabei vergleichsweise niedrig.

 

Rekordwerte werden erzielt

Die Preise sind im Vergleich zu St. Moritz auch noch „günstig“. Die Kombination von Wintersport und Lebensstil – wie kaum ein anderer Ort steht das traditionsreiche St. Moritz für diesen Anspruch. Dementsprechend exklusiv ist auch der Wohnimmobilienmarkt. Die attraktive Lage inmitten der Engadiner Seenlandschaft verstärkt diese Entwicklung, denn naturgemäß sind die räumlichen Möglichkeiten sehr begrenzt – nicht aber die Preise. „All diese Faktoren haben dazu geführt, dass sich der Immobilienmarkt nicht nur auf hohem Niveau gehalten hat, sondern im obersten Marktsegment sogar noch zulegen konnte“, sagt Chiara Jankolow, Büroleiterin von Engel & Völkers in St. Moritz. Zu den begehrtesten Lagen gehört der Suvretta-Hang. Für Villen im traditionellen Chalet-Stil mit besonders hochwertiger Ausstattung werden dort Rekordwerte von 40 bis 80 Millionen Euro erzielt. Die Quadratmeterpreise erreichen neue Höhen von bis zu 59.000 Euro. Dennoch übersteigt die Nachfrage nach erstklassigen Zweitwohnsitzen in St. Moritz in den Bestlagen das Angebot.

Wie bei allen Immobilien kommt auch hier der Lage des Objekts bei der Kaufentscheidung eine ganz besondere Bedeutung zu. Hochwertige Immobilien in zentraler und dennoch ruhiger Lage, vorzugsweise mit Blick auf das Alpenpanorama, stehen besonders hoch in der Gunst von Interessenten. „Die Ansprüche sind hoch“, so Jankolow, „aber auch die Bereitschaft, für die Erfüllung dieser Wünsche den entsprechenden Preis zu bezahlen.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.08.2012)

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