Zentrale Lage, guter Zustand, niedrige Betriebskosten: Trafen diese Faktoren aufeinander, ließ sich eine Immobilie schon in den vergangenen Jahren trefflich vermarkten. Und in Zeiten der Krise werden diese Eigenschaften noch wichtiger. So lauten die Ergebnisse mehrerer Analysen und Ausblicke von Maklern oder Plattformen, die einen Trend hin in die Innenstadt erkennen. Das gilt für Wien genauso wie für die Landeshauptstädte.
So registrierte etwa Immobilien.net für das vierte Quartal des Vorjahres bei den Angeboten steigende Mieten (mit 9,80 Euro pro Quadratmeter plus 4,9 Prozent im Vergleich zum dritten Quartal) sowie Eigentumspreise in Wien (plus 3,6 Prozent auf 2466 Euro pro Quadratmeter). Am meisten zulegen konnten demnach teure Lagen innerhalb des Gürtels, günstigere blieben stabil oder verloren leicht.
Energiekosten immer wichtiger
Auch der Trend-Index für 2009, den Re/max auf der Basis von Einschätzungen von über 350 Maklern erstellte, geht von einer hohen Nachfrage nach zentralen Lagen aus. Mit ein Grund dafür ist auch, dass die Energiekosten im Vorjahr stark ins Bewusstsein den Konsumenten rückten: „Weite Wege kosten nicht nur Zeit, sondern auch Geld“, heißt es im Trend-Index. Insgesamt sieht Re/max-Chef Alois Reikersdorfer keine großen Auswirkungen der Krise. Wer Geld habe, stecke es in den Kauf mittelgroßer Wohnungen, um sie zu vermieten. Wer hingegen Schwierigkeiten habe, eine Kreditfinanzierung zu erhalten, suche eben nach Miet- statt nach Eigentumsobjekten.
Vom Zug ins Zentrum könnten indes Schnäppchenjäger mit einem Sinn fürs Ländliche profitieren. Laut Re/max wird so manches Wochenendhaus in diesem Jahr günstig zu haben sein.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.01.2009)

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