„Wiener Geflecht“: Die Verflechtung der Welt

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Text: Anna Burghardt

Ursprünglich diente es zum Belüften des Sitzfleisches; Sesselkleben ist nur bei Nachfolgeresistenten beliebt.

Elegant. Das La Forêt Noire im französischen Chaponost.

(c) Architekt: Claude Cartier, Foto: Guillaume Grasset aus Appetizer, copyright Gestalten 2017

Aus dem mitunter sehr stickigen Indien soll es nach England gelangt sein, von dort unter anderem weiter nach Wien, wo man es kurzerhand adoptierte und als „Wiener Geflecht“ sesshaft werden ließ.

Luftig. Das Flora Danica in Paris. ­Interieur von GamFratesi.

(c) Architekt: GamFratesi, Foto: Heidi Lerkenfeldt aus Appetizer, copyright Gestalten 2017

Die Tradition, Stuhlgestelle, etwa aus Bugholz, mit einem Geflecht aus Rattanstreifen zu versehen, ist eine aussterbende, was den Handwerksnachwuchs hierzulande betrifft. (Wer lernen will: Das Bildungszentrum Stift Schlierbach in Oberösterreich bietet Kurse.)

Polen. Das Fanaberia in Sopot.

(c) Architekt: P/B Studio, Foto: Jakub Piórkowski aus Appetizer, copyright Gestalten 2017

Dennoch wird das Geflecht – ob Wiener Geflecht oder Diamant- beziehungsweise Davidsterngeflecht – derzeit in Restaurants und Cafés rund um den Globus wiederbelebt.

Urban. Das Panama, Berlin, stammt vom Contemporary Food Lab.

(c) Architekt: Contemporary Food Lab, Foto: Philipp Langenheim, Corina Schadendorf aus Appetizer, copyright Gestalten 2017

Dies zeigt unter anderem das Buch „Appetizer. New Interiors for Restaurants and Cafés“, das im Gestalten-Verlag erschienen ist.

Hybrid. Das Tiramisù Delishoes in Mailand: ein Schuhgeschäft-Restaurant-Hybrid.

(c) Architekt: RE.D, Foto: M&T aus Appetizer, copyright Gestalten 2017

Ob im Palatschinkencafé Fanaberia im polnischen Sopot, im Burlesquelokal El Mama & La Papa in Barcelona oder im Restaurant La Forêt Noire im französischen Chaponost – feinporiges Stuhlgeflecht gehört derzeit zu den großen Restaurant-Interiortrends. Und manchmal, wie etwa im Albabel in Picanya, Spanien, oder in Leo’s Oyster Bar in San Francisco, dient es auch als Raumteiler.

„Appetizer. New Interiors for ­Restaurants and Cafés“ ist bei ­Gestalten erschienen, 40 Euro.
shop.gestalten.com

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