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Diamanten: Unvergängliche Investmentträume

26.06.2012 | 18:21 |  EVA STEINDORFER (Die Presse)

So edel und attraktiv sich die Idee, in Diamanten zu investieren, vielleicht ausnimmt: Noch ist der Markt für den Kleinanleger nicht reif. Außer, man hat sehr viel Geld.

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Die Szenarien, die die Zukunft der Diamantenbranche betreffen, sind, gelinde gesagt, ambivalent. Rosig sah die Lage bisher in Fernost aus: Indien und China werden von der Branche als die Wachstumstreiber gesehen. Eine immer finanzkräftigere Mittelklasse stillt ihren Durst nach Luxus mit funkelnden Steinen. Dem gegenüber steht ein relativ kleines (bzw. von den großen Minenbetreibern wie De Beers und Alrosa klein gehaltenes) Angebot. Auch am Diamantenhandel ist die Wirtschaftskrise jedoch nicht spurlos vorübergegangen. Vor allem in Europa und den USA ist die Nachfrage rückläufig. BMO-Capital-Markets-Analyst Edward Sterck sagt für das Jahr 2012 eine Stagnation der Preise für Rohdiamanten voraus und widerspricht damit den optimistischen Prognosen der Branche, die von einer stetig wachsenden Nachfrage ausgehen, die die Preise weiter in die Höhe treibt.

 

Auch Motor Fernost stottert

Denn in Fernost rattert der Konjunkturmotor nicht mehr so zuverlässig wie erwartet. Eine Stagnation der Nachfrage wäre für die Branche an sich noch verkraftbar: Wenn man sich die Preisentwicklung für lupenreine Einkaräter seit den 1960er-Jahren ansieht (siehe Grafik), dann wird klar: Die Diamantenpreise befinden sich auf einem historisch hohen Niveau und sind nahezu stetig gestiegen. Das Zwischentief 2008/09 ist übertaucht, auch wenn Kosteninflation und Währungsschwankungen an den Margen der Produzenten nagen.

Doch was heißt all das für den Privatanleger? Brancheninsider wittern zunächst einmal eine neue Möglichkeit für Großinvestoren und für die Finanzbranche, mit Diamanten ihre Portfolios breiter zu streuen, etwa bei Fonds. Dabei wird ordentlich geklotzt: Diamanthändler Oded Mansori von RDH Diamonds in Antwerpen empfiehlt Investoren, in die richtig großen Klunker zu investieren: Damit meint er alles vom Fünfkaräter aufwärts, in einer Preisklasse ab 150.000 Euro. Denn im Toppreissegment sei man vor der Volatilität geschützt, der die kleineren Gewichtsklassen ausgesetzt seien. „Bis zu 20 Prozent des investierbaren Vermögens würde ich in Diamanten stecken“, rät Mansori. Allerdings müsse man langfristig denken, das heißt, sich für minimal zehn Jahre binden. Auch Astrid Fialka-Herics, Juwelenexpertin des Wiener Dorotheums, weiß von Großkunden zu berichten, die mit Diamanten ihr Portfolio aufstocken. Namen will sie aber keine nennen. Das Dorotheum hat immer wieder Edelsteinauktionen im Programm. Allerdings zu Einzelhandelspreisen, also zuzüglich 20 Prozent Mehrwertsteuer. Das heißt, dass der Diamant um 20 Prozent im Wert steigen muss, damit sich das Investment rentiert. Das ist, auch wenn man den optimistischeren Prognosen der Branche Glauben schenkt, ein hoch gestecktes Ziel.

 

Dauerbrenner Brillant

Ein Grund, weshalb es keine gängige Praxis der Finanzbranche ist, Diamanten etwa zur Streuung des Portfolios eines Fonds anzubieten und so ein Investment auch für Kleinanleger attraktiv zu machen, liegt zum Teil in der erforderlichen Expertise. Denn für Diamanten gibt es keine pauschal festlegbaren Preise. Das Gewicht, das in Karat angegeben wird, ist nur einer von vier preisbestimmenden Faktoren, die als die vier Cs bekannt sind. Neben „carat“ ist auch „clarity“ entscheidend.

Als lupenrein wird ein Diamant dann bezeichnet, wenn auch unter zehnfacher Vergrößerung keine Einschlüsse und Unreinheiten zu erkennen sind. Dazu kommen noch „cut“ (Schliff) und „colour“ (Farbe) . Was den Schliff betrifft, raten sowohl Fialka als auch Mansori zu Klassikern. Der Brillant- oder der Baguetteschliff haben immer Konjunktur, Fantasieschliffe wie etwa das Herz seien hingegen kein gutes Investment. Auf jeden Fall sollte man beim Kauf darauf achten, dass dem Diamant ein Qualitätszertifikat eines international anerkannten Institutes beiliegt.

Was Sie beachten sollten bei... Diamanten

Tipp 1

Preis. Diamanten sind im Gegensatz zu Gold umsatzsteuerpflichtig. Im Einzelhandel zahlt man 20 Prozent Mehrwertsteuer. Den Preis bestimmen die vier Cs (clarity, cut, colour, carat) . Ein lupenreiner Einkaräter kann im Einzelhandel zwischen 3000 und 30.000 Euro kosten. Diamant-Auktionen zu Großhandelspreisen finden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Tipp 2

Zertifikat. Ein wichtiges Qualitätssiegel für einen geschliffenen Diamanten ist ein international anerkanntes Zertifikat. Die renommiertesten Prüfstellen sind das HRD (Diamond High Council), des IGI (International Gemological Institute), das GIA (Gemological Institute of America) und das EGL (European Gemological Laboratory).

Tipp 3

Klotzen, nicht kleckern. Je größer der Wert, desto weniger ist der Diamant Preisfluktuationen ausgesetzt. Deshalb empfiehlt das Dorotheum, nichts unter einem Karat als Wertanlage zu kaufen. Brancheninsider aus dem Handelszentrum Antwerpen raten Großinvestoren zu Diamanten von fünf Karat aufwärts. Die untere Kostengrenze liegt bei so einem Klunker bei 150.000 Euro.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.06.2012)

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13 Kommentare

das Problem sehe ich eher in der künstlichen Verknappung

nicht daß die Diamanten noch nicht abgebaut wären sondern daß sie in Hochsicherheitsbunkern in rauhen Mengen gelagert spr. "weg versteckt" werden: nur ein Bruchteil ist im Handel, sonst wäre der Preis ein Witz.

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Re: das Problem sehe ich eher in der künstlichen Verknappung

Diamanten sind eben kein normaler Rohstoff, so wie Gold auch kein Rohstoff ist, der verbraucht wird.

Alle Diamanten (mit wenigen Ausnahmen) und alles Gold, das gefördert wurde ist noch vorhanden und irgendwo gebunkert.

Welcher Eigentümer wäre interessiert, dass er so viel auf den Markt wirft, dass die Preise einbrechen?
Nicht einmal beim Rohstoff Öl ist das so!


Re: Re: das Problem sehe ich eher in der künstlichen Verknappung

deswegen bevorzuge ich aus silber als investment

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Klotzen nicht kleckern?

Naja, der Verkauf von solchen teuren Klunkern ist aber auch wieder nicht so einfach. Und teilen kann man die auch nicht ganz einfach.

Ich würde beim Investment nicht nur auf die Größe, sondern eher auf sehr gute Qualität der Brillanten schauen.

In Schmuckstücken sind meist die Steine mit mittlerer Qualität enthalten.

Als Beimischung im Portfolio und Fluchtwährung sind Brillianten gut geeignet.
1 Ct. = 0,2 Gramm und ca. 6,5 mm Durchmesser.
Das entspricht aktuell ca. 10 Oz. Gold oder 311 Gramm.


Antworten Gast: einfach Brilliant, so ein geschlifffener Diamiant
27.06.2012 00:35
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Brillianten???.....

.....einfach köstlich, Brillianten......von wo kommen die, von den Brillienten???....oder meinten Sie für ihr Portfolio, Brillanten???
be.es: bitte nicht böse sein, aber das musste jetzt sein, manchmal wartet man ja schon direkt darauf,-))

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Sie möchten hier brillieren?

Naja, nur weil ein Diamant geschliffen ist, ist er noch lange kein Brillant ;-)

Außerdem wird das i oft verwendet, weil in dem französichen Wort in der deutschen Aussprache auch ein i oder j vorkommt und ich habe das englische Wort "brilliant" verwendet. Dadurch entsteht oft die Verwechslung.

Aber Sie haben recht. Wenn man ganz genau ist heißt es im Deutschen Brillant oder brillant, aber brillieren.

Da eine Sprache lebt, kann man heute beides verwenden!


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Out

ist Gold jetzt out und kommt die nächste Blase?

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Re: Out

Gold hat wegen der aktuell vorherrrschenden Deflationsangst eine Korrektur-Pause eingelegt.

Eine Blase (parabolische Übertreibungsphase) hat es sicher noch keine gegeben. Politiker haben ihr Verhalten bezüglich Geld- und Schuldenpolitik noch nicht verändert. Die Börsen sind noch immer in einem Langzeitbärenmarkt. Gold verhält sich konträr zu den Börsen.


Gast: Liberty Force
26.06.2012 20:50
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Diamanten- als Wertanlage zu vergessen!

Die große Schwierigkeit beim Diamanten liegt in der Wertbestimmung. Nicht nur die Größe an sich, sondern auch Färbung, Schliff und evtl. Einschlüsse bestimmen den Wert. Nur ein Experte kann diesen feststellen.

Solange wirtschaftlich gute Zeiten herrschen, ist das kein Problem. Steht man aber vor großen Krisen- so wie jetzt- die durchaus existentiell werden, verlieren alle Luxusgegenstände rapide an Wert.

Nur Gold und Silber setzen sich dann durch, weil sie Geld sind. Diese Metalle sind weltweit einheitlich, man kann sie ohne Wertverlust zerteilen (geht nicht bei Edelsteinen), wieder einschmelzen etc... Das hat dafür gesorgt, dass sich Edelmetalle zu Geld entwickelt haben.

Ich erspare mir in der derzeitigen Lage ein Investment in Diamanten und kaufe Gold und vor allem Silber.

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Re: Diamanten- als Wertanlage zu vergessen!

Gold ist eine Währung, aber keine Geld (kein offizielles Zahlungsmittel).

Diamanten sind eine Fluchtwährung, da sie leicht und unauffällig mitgenommen werden können.

Diamanten werden auch immer einen Wert haben. Der Preis kann in einer großen deflationären Krise natürlich temporär auch fallen. Aber dann fällt ohnehin alles.

Die Preisbestimmung ist nicht ganz so einfach wie beim Gold, weil es keine Börsen dafür gibt, aber mit einem Zertifikat ist die Qualität klar bestimmt und somit kann auch gut der Preis festgestellt werden.

Hier können Sie z.B. fast alle Qualitäten und Größen finden:
http://www.77diamonds.com/de/round-cut-diamond.html

Ein perfekter Einkaräter ksotet da z.B. 17.700 EUR. Sollte vielleicht auch ein wenig günstiger zu bekommen sein.

Perfekte Fünfkaräter kosten schon um die 500.000 EUR!


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Re: Diamanten- als Wertanlage zu vergessen!

wenns so negativ eingestellt sind, würde ich Farmland in Australien oder Neuseeland.

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Re: Diamanten- als Wertanlage zu vergessen!

Gold ist kein Geld, es ist eine Anlageform. Und wie es Wertanlagen so an sich haben, bestimmt den Wert ein anderer und nicht sie!

So ist das Leben!

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Re: Re: Diamanten- als Wertanlage zu vergessen!

Gold verhält sich naturgemäß wie eine Währung. Nur kann Gold nicht beliebig vermehrt werden.

Der Wechselkurs des Goldes zu den fiat-money Währungen hängt von dem Vertrauen in die Regierungen und in die Papierwährung ab.

Das Vertrauen in Regierungen und in Papierwährungen ist jedenfalls seit dem Jahr 2000 im Sinkflug - eine weiche Landung ist nicht absehbar.


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