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Aktien: Schlägt die Stunde der Zykliker?

30.06.2012 | 18:06 |  von Beate Lammer (Die Presse)

In Zeiten starker Krisenstimmung verlieren vor allem konjunktursensible Aktien an Wert. Das könnte sich im zweiten Halbjahr wieder ändern, glauben die Analysten der Raiffeisen Bank International.

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Im ersten Halbjahr herrschte an den Börsen große Nervosität. Das führte zwar nicht zu einem Ausverkauf– sowohl der heimische Leitindex ATX als auch der Frankfurter DAX und der US-amerikanische Dow Jones liegen seit Jahresbeginn im Plus. In Europa griffen die Anleger jedoch bevorzugt zu „defensiven“ Werten. Das sind solche, deren Geschäft wenig mit der Konjunktur schwankt, etwa Versorger, Konsum- oder Pharmafirmen.

Die drei besten Werte im DAX seit Jahresbeginn sind der Energiekonzern RWE und die Konsumgüterfirmen Beiersdorf und Henkel, die jeweils 17 Prozent Ertrag brachten. Die „zyklischen“ Autowerte rangieren im Mittelfeld, schlechtester Wert ist ThyssenKrupp (minus 39 Prozent seit Jahresbeginn). In Österreich ist das Bild differenzierter. Dort finden sich neben den Banken auch Zykliker wie der Anlagenbauer Andritz oder der Feuerfestkonzern RHI unter den Besten. Andere konjunktursensible Werte wie die Voestalpine oder der Beleuchtungskonzern Zumtobel leiden aber ebenfalls unter der Wirtschaftsflaute.


Böse Überraschung unwahrscheinlich. Das könnte sich im zweiten Halbjahr ändern, meinen die Analysten der Raiffeisen Bank International. Da das Konjunktursentiment bereits schlecht sei, seien von dieser Seite kaum noch negative Überraschungen zu erwarten, meinte Raiffeisen-Analyst Peter Brezinschek bei der Präsentation der Raiffeisen-Research-Studie „Strategie Globale Märkte“ am Freitag. Im dritten Quartal sollten sich die Konjunkturindikatoren zu stabilisieren beginnen, was für freundliche Aktienmärkte sorgen dürfte. Erst nächstes Jahr könnte es wieder zu einer leichten Flaute an den Börsen kommen, wenn die US-Präsidentschaftswahlen geschlagen sind und die dortige Regierung wieder etwas für die Haushaltskonsolidierung tun muss.

Die Experten empfehlen, wieder Aktien zu kaufen. Sicherheitshalber sollte man 50 Prozent Aktien, 45 Prozent Anleihen und fünf Prozent Immobilien halten, rät Raiffeisen-Analyst Helge Rechberger. Dabei findet er Industriewerte (die von sinkenden Rohstoffkosten profitieren sollten), zyklische Konsumtitel wie Autowerte (die sich zuletzt unterdurchschnittlich entwickelt haben, nun aber günstig sind und von der Nachfrage aus den Schwellenländern profitieren sollten) und Finanzaktien attraktiv (die Branche sei zwar angeschlagen, aber nun besser auf die Probleme vorbereitet).

Eher weniger attraktiv finden die Raiffeisen-Experten Papiere aus dem Gesundheitssektor (diese haben sich zuletzt überdurchschnittlich gut entwickelt und haben nun weniger Potenzial) oder der Telekombranche (die darüber hinaus unter Wachstumsschwierigkeiten leide).

Auch Erste-Analyst Günther Artner glaubt, dass zyklische Werte billig sind– zumindest für langfristig orientierte Anleger, die auch damit zurechtkommen, wenn der ATX von derzeit 1950 noch einmal auf 1800 oder 1750 Zähler abrutscht, bevor er zur nachhaltigen Erholung ansetzt. Unter den österreichischen Werten gefallen ihm am besten RHI (wegen der weltweiten Umsätze), die Voestalpine (die günstig sei, auch wenn die kurzfristigen Aussichten nicht so gut seien) oder Polytec.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.07.2012)

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4 Kommentare

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Die Aktiengeier

sollen an ihren Gewinnen ersticken!!

Aktien treiben und für nichts abcashen.
Und für die kleinen Verbraucher wird alles immer teurer und bald unleistbar!!

50/45/5-Regel

50% Aktien, 45% Anleihen, 5% Immobilien

Ich würde eher sagen:

50% Gold, 45% Immobilien, 5% Aktien (Goldminen, Immobilien, defensive Unternehmen)

Der globale Schuldenberg wird explodieren.

Gast: netter gast
30.06.2012 19:20
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