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Was sich in Inflationszeiten bewährt

03.07.2012 | 18:14 |   (Die Presse)

Kapitalintensive Branchen sind langfristig unattraktiv. Markenartikler können hingegen leicht ihre Preise anheben. Der Goldpreis steigt, wenn die Realzinsen gering sind.

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Die Realzinsen sind negativ– das bedeutet, dass die Zinsen von Sparbüchern und Anleihen derzeit nicht mit der Teuerung mithalten können. Viele Anleger greifen daher zu realen Werten, also Unternehmensanteilen (Aktien), Immobilien oder Gold. Die Idee dahinter ist, dass diese sich mit der Inflation verteuern sollten und das darin geparkte Kapital zumindest seinen Wert behält.

In der Praxis haben alle diese Anlageformen ihre Tücken. Bei einer Veranstaltung des Zertifikateforums legten Experten dar, welche das sein könnten.

Finger weg von Airlines. Aktien steigen nur dann mit der Inflation oder stärker als diese, wenn die Teuerung den Unternehmen nicht schadet, sie also selbst nicht allzu sehr unter steigenden Preisen leiden und diese an die Kunden weitergeben können. Kapitalintensiven Branchen setze die Teuerung aber zu, meint Erste-Analyst Hans Engel: Fluglinien oder Versorger wiesen in Zeiten steigender Inflation zu hohe Gewinne aus, da ihre Abschreibungen (für die bestehenden Anlagen) zu niedrig seien. Müssen sie die Anlagen erneuern, seien die Kosten für die neuen Investitionen hoch.

Telekomfirmen oder Versorger, die sich zum Teil in öffentlicher Hand befinden, können nicht so rasch und leicht ihre Preise anheben wie etwa Konsumartikelfirmen, um auf steigende Kosten zu reagieren. Somit erweisen sie sich langfristig nicht als Renditebringer.

Wer 40Jahre lang in Air France, Lufthansa, Deutsche Telekom, France Télécom, den Versorger RWE und den Umweltdienstleister Veolia investiert hätte, hätte Jahr für Jahr Erträge von durchschnittlich 2,9Prozent (inklusive Dividende) erzielt, rechnet Engel vor. Wer hingegen den Nivea-Hersteller Beiersdorf, den Bierkonzern Heineken, das Pharmaunternehmen Novo Nordisk sowie Royal Dutch Shell im Depot hatte, kassierte Jahr für Jahr im Schnitt 11,6Prozent.

Langfristig gut fahren Anleger mit profitablen Markenartiklern wie Nestlé, Kraft Foods oder Johnson& Johnson, die in Zeiten hoher Inflation ihre Preise erhöhen können. Denn auch in Krisenzeiten essen die Leute Frühstücksflocken und putzen sich die Zähne.

Nicht alle kapitalintensiven Firmen seien jedoch unprofitabel, schränkt Engel ein. Hier müsse man auf die Eigenkapitalquote und die Rentabilität schauen. So sind etwa Stahlkonzerne sehr kapitalintensiv. Doch sei die Voestalpine wesentlichprofitabler und daher für Anleger attraktiver als etwa ThyssenKrupp.
Immobilien sind schon teuer.
Immobilien gelten als guter Inflationsschutz, weil die Mieten laufend an den Verbraucherpreisindex angepasst werden. Dieser spiegelt jedoch nicht die ganze Inflation wider (er enthält etwa nicht die Preisanstiege von Aktien, Rohstoffen oder Immobilien selbst). Hinzu kommt, dass sich Wohnimmobilien in den Ballungszentren bereits in den vergangenen Jahren stark verteuert haben. Zwar droht in Österreich keine kreditgetriebene Blase, wie sie etwa in Spanien geplatzt ist, da die Käufer hierzulande mit hohem Eigenkapitalanteil kaufen. „Ich frage mich aber, wer denen die Immobilien später abkaufen soll“, sagt Engel. Da keine neue Käufergruppe in Sicht sei, würde das irgendwann den Preisanstieg bremsen.


Niedrige Zinsen treiben Gold. Der Goldpreis steigt vor allem dann, wenn die Realzinsen (Nominalzinsen minus Inflationsrate) unter drei Prozent liegen, wie Berechnungen der Erste Bank zeigen. Gegenwärtig sind sie sogar negativ, was für einen steigenden Goldpreis spricht. Dieser ist jetzt auch etwas höher als zu Jahresbeginn, zwischendurch schwankte er jedoch stark.

Inzwischen habe viel spekulatives Kapital den Edelmetallsektor verlassen, was man sehr positiv werte, stellt Thomas Schaufler, Vorstandsmitglied des Zertifikateforums, fest. Wer gute Nerven hat, kann auch zu Goldminenaktien greifen. Diese haben in den vergangenen zwölf Jahren 18Prozent jährlich abgeworfen– jedoch bei extrem starken Schwankungen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.07.2012)

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5 Kommentare
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Hmm,

Eines sollte jedem eigentlich schon klar sein: Aktien sind seit ca. 12 Jahren in einem Bärenmarkt (in einer Baisse).
Nominal haben sich viele Aktien ganz gut gehalten, weil die Geldmengen massiv ausgeweitet wurden, doch real - verglichen mit realen Werten wie Gold - haben fast alle Aktien stark verloren. Und das sollte noch eine Zeit lang anhalten. So lange die finanzielle Repression politisch voran getrieben wird, bis diese Schuldenkrise erledigt ist und eine neue gedeckte Währung die heutigen Währungen ersetzt.


Gast: Bänkster
04.07.2012 10:22
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Physisches Gold ist besser als Goldaktien

1) hat man die Münzen (oder Barren) in der Hand - man ist also nicht irgendwelchen Versprechungen von Minen-Managern ausgesetzt, die manchmal halten aber viel zu oft nur das BLAUE vom Himmel versprechen.

2) die Kosten (vorallem Energie) der Minenbetreiber steigen stark und die Erzgehalte sinken > das macht die Goldproduktion für die Minen von Jahr zu teuer und übt permanenten Druck auf die Margen aus.

> letzteres wiederum sichert den Goldpreis nach unten ab. Niemand wird Gold produzieren, wenn die Kosten höher sind als der Erlös.

Für die nächsten Jahre spricht alles für physisches Gold. Hände weg von Gold-Zertifikaten !! Viel zu hohes Risiko, schlechter Schlaf und im Worst case sind sie wertlos (wenn der Emmitten = bank) pleite ist.

Nein, es bleibt dabei, die Ultimo ratio bleibt: anonym gekauftes, phyisches Gold im sicheren Safe = keine Arbeit, keine Abhängigkeit von leeren Versprechungen seitens Bänkster, Politiker und Manager, kein Verwaltungsaufwand wie bei Immobilien, kein Ärger mit Mietern, keine Möglicheit des Staates auf dieses rechtmäßig erworbene Vermögen noch einmal zuzugreifen !!!!!!!

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Re: Physisches Gold ist besser als Goldaktien

Physisches Gold ist die Basis, ist die Versicherung gegen den Währungskollaps, richtig!

Goldminenaktien sind eher spekulativ zu sehen und dann als Beimischung interessant, wenn sie im Vergleich zu Gold niedrig bewertet sind. Das ist heute der Fall. Die sind heute teilweise sogar billiger als im Jahr 2009, nach der großen Finanzkrise, als diese Aktien teilweise 70 und mehr % abstürzten.
Diese Aktien sind derzeit wieder unglaublich billig! Da Gold weiter steigen wird, ist das Potenzial hier riesig.
Ein Nachteil ist leider, dass viele Unternehmen sehr schlechte Manager an der Spitze haben, die sich eher selbst bereichern und die Aktionäre aus säckeln. KGC, GG, sind prominente Beispiele.

Aber es gibt auch für schlechte Unternehmen einen guten Preis.

Junior Gold- und Silber- Produzenten sind da die bessere Wahl und auch für ein längerfristiges Investment geeignet.

Aktien haben auch den Vorteil, dass der Besitz vermutlich niemals verboten wird.

Antworten Gast: KFJ
04.07.2012 16:10
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Re: Physisches Gold ist besser als Goldaktien

Ich stimme Ihnen ja prinzipiell zu, die Geschichte hat aber gezeigt, dass der Staat trotzdem gegen dieses rechtmäßig erworbene Vermögen was tun kann:

http://de.wikipedia.org/wiki/Goldverbot

Antworten Antworten Gast: freiheit
05.07.2012 20:19
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Re: Re: Physisches Gold ist besser als Goldaktien

richtig, es zeigt nur mal wieder dass der staat keine muehen/moralischebedenken hat irgendwelche grundgesetze zu brechen und seine buerger zu enteignen.
aber es zeigt auch was uns in den naechsten jahren blueht.... wieso sollte es anders kommen als es schon 1000 mal davor in der geschichte so gekommen ist? geldpresse auf, inflation rauf, staat beschlagnahmt gold und andere vermoegenswerte der bevoelkerung natuerlich unter grosse begeisterung der masse ...... zusammenbruch und neustart....

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