Wien/Nst. Während die Indizes in Athen oder Portugal starke Rückgänge verbuchten, liegt der ATX bei einem Zählerstand von etwa 1980 Punkten mit vier Prozent im Plus.
In den kommenden drei Monaten könnte der Leitindex auf 2000 Punkte klettern, wenn man den Prognosen der Erste Bank glaubt. Im dritten Quartal sollte sich die Lage an den Märkten stabilisieren, eine Rallye während der Sommermonate dürfte allerdings ausbleiben, sagt Chefanalyst Fritz Mostböck. Im Schlussquartal könnten indes deutliche Kurssteigerungen möglich sein.
Die Erste Bank rechnet für den ATX mit einer leicht zweistelligen Jahresperformance. Der Zählerstand wird Ende 2012 bei 2200 Punkten gesehen. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2012 wird von den Erste-Analysten auf 8,2, für 2013 auf sieben geschätzt. Das liegt deutlich unter dem historischen Schnitt von 11,8, was bedeutet, dass Aktien günstig sind. Die Gewinnschätzungen für 2012 und 2013 sind „klar zweistellig“.
Im Vergleich zu den Renditen zehnjähriger österreichischer Staatsanleihen (knapp unter zwei Prozent) seien Aktien daher als attraktiv einzustufen. Investoren sollten aber nicht blind zugreifen, sondern auf die Auswahl der Titel achten, rät das Institut.
Aktien mit Schwellenlandfokus
Die Erste Bank tendiert zu Unternehmen, die international tätig sind und deren Geschäft nicht zwangsläufig von Europa abhängig ist. Hohe Dividendenrenditen seien ebenso wichtig. Papiere von Immofinanz, Kapsch Traffic, Lenzing, OMV, Polytec und RHI kommen für die Bank daher infrage.
„Einen Wert, der alles kann, gibt es zwar nicht, aber wir haben uns Titel ausgesucht, die unseren Vorstellungen am nächsten kommen“, sagt Analyst Günther Artner.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.07.2012)
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