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Sparzinsen fallen, Kreditzinsen steigen

01.08.2012 | 18:13 |   (Die Presse)

Während die Sparzinsen zuletzt heftig reduziert wurden, stiegen die Kreditzinsen teilweise sogar an. Was heißt das für die Konsumenten? Die Sparer erleiden deutliche Realverluste.

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Wien/Ker. Wer hätte das vor einem Jahr für möglich gehalten? Mit einem derartigen Zinsniveau, wie wir es heute sehen, hat damals wohl keiner gerechnet. Überhaupt sind die Zinsen so niedrig wie noch nie in der Geschichte der Eurozone. Der Leitzinssatz der Europäischen Zentralbank (EZB) liegt auf einem Rekordtief von 0,75 Prozent. Was passiert mit dem billigen Geld? Profitieren die privaten Kunden davon? Oder doch nur die Banken, wie Kritiker monieren?

Fakt ist, die Banken können sich von der EZB Geld zu historisch niedrigen Zinsen borgen. Auch die Zinsen auf dem Geldmarkt sind so niedrig wie noch nie. Hier leihen die Banken einander kurzfristig Geld. Der Drei-Monats-Euribor, einer der wichtigsten Geldmarktzinssätze der Eurozone, notiert aktuell bei nur 0,4 Prozent.

Was heißt das für die Konsumenten? Wie haben sich die Zinssätze für Sparer und Kreditnehmer seit Jahresbeginn entwickelt? „Die Presse“ geht der Sache nach. Die Daten kommen von der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB). Dort speisen die heimischen Kreditinstitute ihre Zinssätze ein. Doch gehen die aktuellsten Daten nur bis Mai. Das reicht jedoch aus, um zu verdeutlichen, dass die Sparzinsen seither dramatisch gefallen sind. Im Jänner gab es im Schnitt der österreichischen Banken für Sparbücher mit einjähriger Bindung 1,89 Prozent Zinsen. Seither sind die Zinsen monatlich kontinuierlich nach unten gepurzelt. Bis auf 1,47 Prozent im Mai. Soll heißen, seit Jahresbeginn sind die Sparzinsen um mehr als 20 Prozent gefallen.

(c) DiePresse

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Überziehungszinsen sinken leicht

Und die Kreditzinsen? Die sind sogar gestiegen, etwa für Konsumkredite mit einjähriger Bindung. Im Jänner lag der Zinssatz für solche Darlehen noch bei 4,86 Prozent. Bis Mai stieg er auf 5,10 Prozent an. Also um knapp fünf Prozent. Mit anderen Worten: Wenn man sein Geld ein Jahr lang auf ein Sparbuch legen wollte, bekam man zuletzt um 20 Prozent weniger Zinsen als im Jänner. Wenn man sich dagegen bei der Bank für ein Jahr lang Geld borgen wollte, zahlte man um fünf Prozent mehr Zinsen. Ein heftiges Auseinanderklaffen der Zinsen – zugunsten der Geldhäuser, zuungunsten der Kunden.

Ein anderes Beispiel: Die durchschnittlichen Sparzinsen für täglich fälliges Geld wurden seit Jänner von 0,66 auf 0,54 Prozent reduziert. Das ist ein Rückgang um 18 Prozent.

Zinsen, die beim Überziehen des Kontos anfallen (Überziehungszinsen), sind dagegen seit Jänner nur um drei Prozent zurückgegangen. Auch hier ist die Zinsschere heftig aufgegangen– zugunsten der Banken und zum Nachteil der Konsumenten.

Dementsprechend enttäuscht ist man als Kunde, wenn man Geld auf ein Sparbuch einer „normalen“ Filialbank legt. Bei der UniCredit bekommt man für ein einjähriges Sparbuch gerade einmal 0,75 Prozent. Mit anderen Worten: Wenn die Inflation in den nächsten zwölf Monaten bei moderaten zwei Prozent läge, macht man bei der UniCredit einen realen Kaufkraftverlust von fast 1,5 Prozent (nach Abzug der Steuer).

Bei der Volksbank in Wien gibt es für ein einjähriges Sparbuch 1,125 Prozent. Das reicht freilich auch nicht aus, um das Geld vor der Inflation zu schützen. Das Geld verliert bei einer zweiprozentigen Jahresinflation um über ein Prozent an realem Wert.

 

Direktbanken zahlen mehr

Um den realen Verlust bei Sparbüchern so gering wie möglich zu halten, bleibt einem nichts anderes übrig, als zu einer Direktbank wie der Denizbank oder Vakifbank zu gehen. Dort bekommt man für einjährige Sparbindungen derzeit noch 2,125 Prozent. Der reale Wertverlust beträgt hier nur 0,5 Prozent (wieder bei einer angenommenen Inflation von zwei Prozent und nach Abzug der Steuer).

Zwar klingen die Namen dieser Banken exotisch. Um kleine Beträge muss sich der Sparer aber ebenso wenig Sorgen machen wie bei den heimischen Großbanken. Direktbanken unterliegen ebenfalls der Einlagensicherung. Daher sind auch hier Geldeinlagen von bis zu 100.000 Euro gesichert.

Was Sie beachten sollten bei... Spar- und Kreditzinsen

Tipp 1

Zinsschere. Nur weil die Zinsen allgemein sinken, heißt das nicht, dass die Kreditnehmer in dem Maße profitieren, wie die Sparer „leiden“. Nein, beide Konsumentengruppen leiden in Österreich. Während die Sparzinsen bei den heimischen Banken seit Jänner heftig reduziert wurden, sind die Kreditzinsen dagegen nur leicht gefallen (teilweise sogar gestiegen).

Tipp 2

Spar- versus Kreditzinsen. Die Sparzinsen für einjährige Zinsbindungen fielen seit Jänner um über 20 Prozent. Die Zinsen für Konsumkredite mit einjähriger Bindung stiegen dagegen um fünf Prozent. Anderes Beispiel: Täglich fällige Sparzinsen gingen um ebenfalls 20 Prozent zurück. Die Zinsen für Überziehungskredite wurden hingegen nur um drei Prozent reduziert.

Tipp 3

Verluste eindämmen. Wenn man sein Geld bei der UniCredit auf ein einjähriges Sparbuch legt, macht man einen realen Verlust von fast 1,5Prozent (bei einer Inflation von zwei Prozent). Wenn man das Geld jedoch bei einer Direktbank wie der Vakifbank oder Denizbank anlegt, macht man in den nächsten zwölf Monaten einen realen Verlust von „nur“ 0,5 Prozent.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.08.2012)

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13 Kommentare
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Ein Fall

für die Wettbewerbsaufsicht? Werden hier Zinsen abgesprochen?

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In einer finanziellen Repression, in der wir uns befinden,

müssen Sparer auf Vermögenswerte und Sachwerte ausweichen.

Der beliebteste Vermögenswert sind Immobilien, der Vermögenswert mit dem besten Schutz ist Gold. Gold ist wie eine alternative Währung zu sehen, die nicht inflationiert werden kann, oder nur mit ca. 1,5% p.a.


vor kurzem noch meldungen - billige kredite

jetzt kommt der presslufthammer...die zinsen bei krediten steigen... und schon schnappt die falle zu

tja, kinder mit speck fängt man mäuse

Gast: 1. Parteiloser
02.08.2012 09:11
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Logisch, die Banken brauchen eine höhere Marge!

Die Marge der Banken steigt ja schon länger und hat sich wesentlich verbessert. Würde deren Marge von 2% auf 3% steigen, dann geht der Deckungsbeitrag um satte 50% nach oben!

Den Banken laufen ja die internen Kosten schon länger davon. Die internen Kosten (Verwaltung) wachsen viel schneller als das Wirtschaftswachstum, als die allgemeine Teuerungsrate und auch als das eigene Geschäftsvolumen. Das gilt es zu finanzieren.

Dazu kommen noch die Bankenabgaben (Steuern), welche sehr schnell eingeführt wurden. Diese müssen nun zusätzlich "erwirtschaftet" werden.

Teilwiese kommen dazu dann auch noch die hohen Zinsen für das staatliche Partizipationskapital, welches ja auch "erwirtschaftet" werden muss.

Dann brauchen die Banken auch, sehr plötzlich, eine höhere Eigenkapitalquote. Zusätzliches Fremdkapital zu bekommen ist fast unmöglich, es musste durch die Gewinne (und Umbuchungen) kommen.

Teilweise müssen die Banken auch die Ausfälle durch den Schuldenschnitt in GR verdauen. Da ging es ja um viele Milliarden, welche von den Anderen Kunden kompensiert werden müssen.

Es sind viele Einflüsse, welche nicht in direkter Verantwortung der Banken selber waren sondern von der Politik gekommen sind. Die Banken mussten reagieren.

Den Banken kann man aber vorwerfen, dass es keine Reaktion auf das geänderte Marktumfeld gegeben hatte. Die Anpassungen an den Bedarf der Gesellschaft ist nicht erfolgt, Europa massiv overbanked mit irren internen Kosten der Banken. Das kostet auch!

Gast: pol Beobachterin
02.08.2012 08:50
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Realverluste ...

...und trotzdem KapitalERTRAGsteuer.

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Einfacher Weg für den Bürger

Geld vom Sparkonto abheben (Zinsen sind ohnehin bei fast Null!) und das Bargeld in einen Safe legen. Damit kann der Staat die in der Tat heute unmoralische KESt nicht mehr kassieren und die Bank kann damit nicht mehr spekulieren.

Einen Teil davon in Gold umwechseln. Das sollte dann die Kaufkraft des Bargelds trotz Null Zinsen erhalten können.

Gast: Donnerstag
02.08.2012 07:41
1 0

na so was,

wer bitte, ist den heutzutage noch so blau-äugig und bringt den banken sein sauer verdientes geld in die filialen, damit sie wieder flüssig werden, um extrem weiterzocken zu können ?

Darf DAS den wahr sein ?

da ist es doch bei weitem g'scheiter, dies, um einen realverlust durch inflation zu vermeiden, gleich in den handel zu investieren. denn: was man hat, das hat man !
und: da können banker nicht beteuern, dass sie keine ahnung haben, wo das veranlagte geld hinverschwunden ist. es ist einfach weg - seltsam, oder ?

und ihr (ver)traut diesen brüdern/schwestern immer noch (euer erspartes an) ?

selbst schuld ...

PS: noch vor kurzem hatte ein Franzose (ehem. Fussballer) die einzig wahre und für den Sparer gewinnbringende idee: alles ersparte und veranlagte geld aus den banken und versicherungen abzuziehen.
denn: wenn keine barmittel, dann auch kein zocken ...

und leider: nicht mal 10% haben es zusammengebracht, IHR EIGEN wieder zurück in die eigenen 4 Wände zu holen.
schade und auch jämmerlich zugleich ..

denn NUR SO sind SIE zu stoppen !!

Gast: Zinsenlose
02.08.2012 00:25
0 3

Raiffeisen gibt sehr faire Finanzierungskonditionen

Bei Raiffeisen gibt es generell sehr faire Finanzierungkonditionen, die beim Sinken des Euribors ohne Diskussionen vertragsmäßig sofort angepasst werden; angeblich sollen sich es auch andere Banken geben bzw. solche die versuchen, die Aufschläge zu erhöhen

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Re: Raiffeisen gibt sehr faire Finanzierungskonditionen

Haha, seit wann ist eine Bank fair?

Gast: Ausguck
01.08.2012 21:37
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Kein Wunder

Wenn die Banken eine höhere Eigenkaptitalquote vorhalten müssen, werden dafür eben die Risikoaufschläge angehoben.

Gast: UKW
01.08.2012 21:06
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Denizbank und Vakifbank sind keine Direktbanken

Sondern Fillialbanken, die auch Online-Produkte anbieten. Wie Bank Austria, Erste, PSK und andere Fillialbanken übrigens auch. Außerdem ist es seltsam, dass hier Zinssätze der Unicredit angeführt werden. Bank Austria ist zwar eine Tochter der Unicredit, aber dennoch eine andere Bank.

Gast: UKW
01.08.2012 21:02
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Denizbank und Vakifbank sind keine Direktbanken

Sondern Fillialbanken, die auch Online-Produkte anbieten. Wie Bank Austria, Erste, PSK und andere Fillialbanken übrigens auch. Außerdem ist es seltsam, dass hier Zinssätze der Unicredit angeführt werden. Bank Austria ist zwar eine Tochter der Unicredit, aber dennoch eine andere Bank.

Gast: Argesauge
01.08.2012 20:16
4 0

Die banken

Die abzocker der nation

Oder einfach nur gierige Typen im nadelstreif!

meiden wo es nur geht!!!!

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