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Immobilien: Run auf Wohnungen lässt etwas nach

02.08.2012 | 18:23 |   (Die Presse)

Im ersten Halbjahr wechselten in Österreich weniger Immobilien den Eigentümer als vor einem Jahr. Die Preise zogen weiter an, aber nicht mehr so steil.

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Wien/B.l. Die niedrigen Zinsen, die Turbulenzen an den Börsen und die Angst vor Geldentwertung treiben die Anleger in Immobilien. Dieser Trend besteht nach wie vor, im ersten Halbjahr ebbte er aber ein wenig ab. Zwischen Jänner und Juni investierten die Österreicher 8,08 Milliarden Euro in Immobilien und gaben damit um 2,4 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres aus. Das zeigt der jüngste Immobilienspiegel des Maklernetzwerks Re-Max.

Mehr Grundstücke gekauft

Die Zahl der Immobilienverkäufe, die im Grundbuch eingetragen wurden, ging um fünf Prozent auf 43.246 zurück. Zwar erfreuen sich Grundstücke wachsender Beliebtheit– die Zahl der verkauften Grundstücke kletterte um 5,8 Prozent auf 11.412. Doch ließ der Run auf Eigentumswohnungen nach: Die Zahl der Transaktionen sank um neun Prozent auf 15.414.

Im Schnitt kostete eine Wohnung 140.230 Euro. Das bedeutet zum Vorjahr ein Plus von 2,5 Prozent. Diese Steigerung sei moderat und habe sich gegenüber den Vorjahren deutlich eingebremst, stellen die Re-Max-Experten fest. Zum Vergleich: Im Jahr 2011 lag sie bei 7,5, im Jahr davor bei 4,5 Prozent. In Wien betrug der Preisanstieg heuer nur noch 1,4 Prozent.

Ist das das Ende des Booms? Anton Nenning, Managing Director von Re-Max Austria, glaubt das nicht. Nach zwei Jahren des starken Anstiegs sei es normal, dass die Kurve abflache. Gegen eine „Blase“ mit drohendem Preisverfall spreche, dass die meisten Wohnungen in Österreich vom Eigentümer genutzt und – anders als in Spanien oder den USA, bevor die dortigen Blasen platzten– kaum auf Kredit finanziert werden.

Die durchschnittlich gehandelte Wohnung ist 75 Quadratmeter groß, der durchschnittliche Quadratmeterpreis beträgt 2178 Euro. Am tiefsten müssen die Salzburger für einen Quadratmeter Wohnung in die Tasche greifen: Sie müssen 2908 Euro berappen, am günstigsten kommen die Burgenländer mit 1040 Euro weg.

Hohe Bandbreite in Wien

Am größten ist die Bandbreite in Wien: Während jede vierte Wohnung in den Bezirken Wieden, Neubau, Favoriten und Landstraße um weniger als 1300 Euro pro Quadratmeter den Eigentümer wechselt, muss man für jede vierte Wohnung in Währing, Döbling und Alsergrund mehr als 4000 Euro hinlegen. In der Innenstadt muss man durchschnittlich 6797 Euro berappen, bei den Preisen ist keine Abflachung in Sicht: Zum Vorjahr gab es ein Plus von 15 Prozent.

Aus den Grundbuchdaten geht allerdings nicht hervor, inwieweit die moderateren Preisanstiege darauf zurückzuführen sind, dass günstigere Wohnungen (etwa in schlechterer Lage) erworben wurden als vor einem Jahr.

Denn je nach Lage und Ausstattung variieren die Preise: Wie Daten des Immobilienpreisspiegels der Wirtschaftskammer zeigen, kostete im Vorjahr eine neue Wohnung von „sehr gutem Wohnwert“ (Grünblick, Parkettböden, großer Balkon, repräsentative Architektur, moderne Haustechnik) in der Innenstadt 8833 Euro pro Quadratmeter, eine gebrauchte von „einfachem Wohnwert“ (WC und Bad in der Wohnung, beheizbar, aber keine Zentralheizung, Fenster mit Einfachverglasung) erhielt man dort um 2541 Euro.

Ähnlich groß ist die Differenz in billigen Bezirken: Während man für eine „sehr gute“ neu errichtete Wohnung in Meidling 3171 Euro pro Quadratmeter hinlegen muss, bekommt man eine ältere Wohnung von einfachem Wohnwert um 1254 Euro.

Tipp 1

Wertsteigerung. Wer Grundstücke oder Wohnungen kauft, um sie später mit Gewinn verkaufen zu können, braucht einen langen Atem. Die Nebenkosten, die beim Verkauf anfallen, müssen erst hereingespielt werden. Dass es zwischenzeitlich zu Preisrückgängen kommt, ist nicht auszuschließen. Und seit April schnappt sich der Fiskus auch noch 25 Prozent des Wertzuwachses.

Tipp 2

Rendite. Da die Kaufpreise zuletzt stärker als die Mieten gestiegen sind, rechnet sich das Vermieten immer weniger. Die reine Mietrendite (Mieteinnahmen eines Jahres am Kaufpreis ohne Nebenkosten) ist auf drei, in guten Lagen auf unter zwei Prozent gefallen. Auch Erhaltungskosten und Steuern schlagen zu Buche. Jedoch sind auch die Alternativen (etwa das Sparbuch) wenig berauschend.

Tipp 3

Grundstücke. Der Trend bei den Anlegern geht weg von Wohnungen und hin zu Grundstücken. Diese haben allerdings den Nachteil, dass sie, solange sie unbebaut sind, nichts abwerfen. Viele Grundstückkäufer erwerben diese Immobilien aber ohnehin mit Eigenkapital und können es sich leisten abzuwarten, bis etwa die Kinder später einmal ein Haus bauen wollen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.08.2012)

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6 Kommentare
Gast: ssslo
03.08.2012 13:37
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Wohnung unter 1030 in 1040 Bezirk

"Während jede vierte Wohnung in den Bezirken Wieden, Neubau, Favoriten und Landstraße um weniger als 1300 Euro pro Quadratmeter den Eigentümer wechselt

oh gott ich kaufe auch, irgendwie habe ich etwas übersehen...

was ich da sehe sind wohnungen die im 1040 zwischen 4000 und 6500...

Aber ich appelliere an die Redaktion mir die gute Quelle (Makler) weiter zu geben die diese Wohnungen anbietet.

Gast: eedoo
03.08.2012 10:05
1 0

Eine Wohnung in Neubau

um weniger als 1300 Euro pro Quadratmeter? Wo??? Die Wohnung nehme ich sofort!

Als ich zuletzt geschaut habe, war der übliche Quadratmeterpreis in Neubau zwischen 4500 und 6000 Euro.

Gast: Gast_Neubau
03.08.2012 07:53
1 0

Neubau

"Während jede vierte Wohnung in den Bezirken Wieden, Neubau, Favoriten und Landstraße um weniger als 1300 Euro pro Quadratmeter den Eigentümer wechselt"

Wohnung in Neubau unter 1300/m² ? Die würde ich gerne sehen...

Gast: Bank12
03.08.2012 07:37
3 0

Explosion

die österreichische Bevölkerungsexplosion treibt die Preise derart, dass unsere Kinder viel schlechter wohnen werden wie wir. Viele werden es aus der elterlichen Wohnung nie hinaus schaffen. Also zahlen wieder wir diese Folge des Wachstums, neben Landverbrauch, Staus, Parkplatznot, Luftverschmutzung, Platznot, vollen Öffis und miesen Schülern.

Antworten Gast: toro
03.08.2012 10:56
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Re: Explosion

Redens keinen Unsinn.
Die durchschnittliche Wohnfläche pro PAX steigt beständig. Es geht uns gut.

Wie war Jahrzehnte viel billiger als vergleichbare Städte und holt nun auf.

Antworten Antworten Gast: dorodor
03.08.2012 15:45
0 0

Re: Re: Explosion

und der Preisanstieg freut sie, weil sie Hausbesitzer sind, gell!

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