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Aktien: Banken - mit Vorsicht zu genießen

07.08.2012 | 18:25 |  NICOLE STERN (Die Presse)

In Bankaktien zu investieren ist dieser Tage eine sehr riskante Angelegenheit. Langfristig orientierte Anleger sollten lieber die Finger von dem Sektor lassen.

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Wien. Neue Eigenkapitalvorschriften, eine veritable Staatsschuldenkrise in Europa und Turbulenzen an den Aktienmärkten: Banken in Europa haben es zurzeit alles andere als einfach, ebenso wenig wie ihre Aktionäre.

Wer kurz vor der Finanzkrise in Papiere des Sektors investiert hat, dürfte in den meisten Fällen noch immer tief im Minus sein. Doch wie interessant sind Bankenwerte in Zeiten wie diesen überhaupt noch? Das hänge von der persönlichen Konjunkturerwartung ab, meinen Experten. „Europäische Banken sind entweder eine Option, oder sie sind es nicht. Je nachdem, ob man an die Eurozone glaubt oder nicht“, sagt Johan Fastenakels von KBC Asset Management. Die Europäische Zentralbank habe angekündigt, für den Erhalt des Euro alles unternehmen zu wollen – Bankaktien könne man daher kaufen.

Geht es nach Matt Siddle, Manager des Fidelity European Growth Fund, müsste man jedoch sehr selektiv vorgehen. Siddle teilt die Institute dabei nach unterschiedlichen Regionen ein: Banken aus Nordeuropa, Banken mit hohem Engagement in Asien, Schweizer Banken und alle anderen Institute, die ihren Schwerpunkt in der Eurozone hätten. Siddle favorisiert Institute wie HSBC oder UBS. Die britische HSBC sei stark in Asien engagiert und verfüge über eine hohe Kapitalausstattung. Die UBS wiederum sei ebenfalls kaum in schwachen Regionen aktiv.

 

Hohes Risiko für Privatanleger

„Für langfristig orientierte Anleger sind Bankaktien aber keine sonderlich gute Idee“, findet Christian Muschick von Silvia Quandt Research. Ingo Frommen von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) findet, dass die Risiken für Private zu hoch seien.

Die Branche sei sehr stark von makroökonomischen Faktoren abhängig. Zudem werde jeden Tag „eine neue Sau durchs Dorf getrieben; das kann massiven Einfluss auf die Kurse haben“, sagt Muschick. Für den Analysten sei die Schweizer Großbank Credit Suisse eine jener Banken, die in Europa „am weitesten“ sei. Soll heißen: Das Institut dürfte seine Eigenkapitalanforderungen für Basel III vorzeitig erfüllen und habe den Vorteil eines „First Movers“. Zudem komme die Bank in Sachen Kosteneinsparungen gut voran. In der Vergangenheit sei die Bank zwar immer zu optimistisch gewesen, „ich habe aber das Gefühl, dass daraus gelernt wurde“, sagt Muschick.

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Analyst Frommen von der LBBW wiederum spricht sich für Aktien der Großbank BNP Paribas aus. Auch wenn Banken aus Frankreich zunehmend mit Risken aus Südeuropa konfrontiert seien. „Die BNP Paribas ist dermaßen groß und am Nettogewinn ausgerichtet. Sie würden, glaube ich, jede Krise überstehen“, sagt Frommen.

Auch die Deutsche Bank zählt der LBBW-Analyst zu seinen Favoriten. Frommen setzt dabei auch auf den Restrukturierungsplan, den die beiden neuen Vorstände der Deutschen Bank bald präsentieren wollen. Zudem habe die Bank ein tragfähiges Geschäftsmodell. Auch die Banco Santander habe ein solches. Ihr Problem sei jedoch, dass sie leide, wenn Spanien in Bedrängnis gerate. „Peripheriebanken sind daher zu meiden“, sagt Frommen.

Eines ist den Banken auf jeden Fall gemeinsam: Sie alle sind, im Vergleich zu anderen Finanzwerten – wie etwa Versicherungen –, schwache Dividendenzahler. Wer dennoch ein Risiko eingehen will, kann sich im kurzfristigen Traden versuchen.

 

Tipp 1

Anlagehorizont. Für langfristige Investoren sind Bankaktien wenig geeignet. Die meisten schwankten in den vergangenen Jahren stark, der langfristige Trend geht seit der Finanzkrise nach unten. Kurzfristig orientierte Anleger können allerdings von positiven Überraschungen zum Unternehmen oder zur Schuldenkrise profitieren, sie müssen allerdings zum schnellen Ausstieg bereit sein.

Tipp 2

Absicherung. Wer Bankaktien erwirbt, sollte sich mit Verlustbegrenzungen (Stop-Loss-Orders) gegen große Verluste absichern. Dabei wird automatisch verkauft, wenn die Aktie unter einen bestimmten Wert fällt. So werden große Verluste vermieden. Zu knapp sollte man die Grenze aber nicht setzen, da man sonst bei Schwankungen zu rasch ausgestoppt wird.

Tipp 3

Regionen. Bei Banken aus der Eurozone muss man sich noch auf unangenehme Überraschungen einstellen. Experten raten zu Banken mit hohem Asien-Engagement wie der HSBC oder zu Schweizer Banken wie UBS oder Credit Suisse. Heuer konnte man auch mit Raiffeisen und Erste Group viel Geld verdienen. Seine Verluste aus dem Vorjahr hat man damit noch nicht zurück.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.08.2012)

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3 Kommentare
Gast: d.k.
08.08.2012 10:41
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schwache dividendenzahler???

mal sehen...

geht man davon aus, dass die dividendenzahlungen aufrecht bleiben - gemessen am derzeitigen kurs

dividendenrenditen (ungefähr)
rbi 3,8%
bnp 3,6%
santander >10% (wird wsl nicht halten)
etc pp

ganz so schwach ist das nicht

abgesehen davon: wenn die autorin oder die zitierten analysten kursschwankungen mit risiko gleichsetzen, haben sie ihr geschäft nicht verstanden

es stimmt schon,

bankaktien sind im letzten Jahrzehnt nicht wirklich vorwärts gekommen. Banken brauchen allerdings keine Marktkapitalisierung über Aktien - sie erschaffen sich ihr (Giral)Geld (über bilanzstreckung) selbst. den Banken ist ihre aktienperformance schnurzpiepenegal (höchstens die Mitarbeiter haben Einbußen bei der zusatzpension, die eben davon abhängig ist).
die Unterscheidung in Banken X, Y, Z ist also Humbug. sollte mal was passieren bei der geldschöpfung, springt der Staat ein. das wird sich nicht ändern!! die nach einem insolvenzrecht für Banken schreien, sind muppetbrüder aus der 2. Reihe und dementsprechend ernst zu nehmen.

Gast: oko
08.08.2012 07:29
0 0

bankaktien

wer bankaktien erwirbt unterstützt menschen, die sehr viel verdienen

schau ma mal die gehälter der direktoren an
millionen €uro

ob sie verlust schreiben oder nicht
private haftung praktisch keine

der kleine mann arbeitet, hat sich etwas beseite gelegt und dann verdient wieder der große

hab ich ein haus
hab 25 000 €uro am konto
dann mach ich mir ne fotovoltaik aus dach
damit hab ich wenigstens billigeren strom

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