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Geldfälschung: Wappnen gegen falsche Fünfziger

28.08.2012 | 18:38 |  EVA STEINDORFER (Die Presse)

Wer sich Falschgeld andrehen lässt, der muss den Schaden selber tragen. Erstattet wird das Geld nicht. Am besten, man schärft seine Sinne für den Sicherheitscheck.

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Wien. Die gute Nachricht zuerst: Der Euro ist nach wie vor fälschungssicher. Angaben der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) zufolge schafft es keine noch so gut ausgestattete Fälscherwerkstatt, den Euro so gut nachzumachen, dass er von Experten nicht als Fälschung ausgewiesen werden kann. Die weniger gute Nachricht: Eurofälschung wird in einigen Ländern zunehmend professionell betrieben. „Der Schwerpunkt der organisierten Geldfälschung liegt in Südosteuropa“, sagt Mario Hejl vom Bundeskriminalamt. Italien hat sich in den letzten Jahren zur Fälscherhochburg Nummer eins entwickelt. Mehr als die Hälfte der im Euroraum zirkulierenden Blüten werden im Umland von Neapel produziert, und zwar unter der fachkundigen Leitung der dort ansässigen Mafia-Gruppierung Camorra.

 

Fühlen, Sehen, Tasten

In Österreich gibt es keine amtsbekannten Fälscherwerkstätten. „Hin und wieder steckt ein Amateur einen Schein in den Farbkopierer und versucht dann, in der Disco damit zu zahlen“, sagt Hejl. Die Wahrscheinlichkeit, in Österreich an einen importierten, professionell gefälschten Zwanziger, Fünfziger oder Hunderter (die am häufigsten gefälschten Banknoten) zu geraten, ist auch verhältnismäßig gering. Von den insgesamt 251.000 gefälschten Euroscheinen, die im ersten Halbjahr in der Eurozone sichergestellt wurden, beträgt der heimische Anteil gerade einmal 1,2 Prozent. Trotzdem ist es keine schlechte Idee, sich die Sicherheitsmerkmale einzuprägen. Denn: Wer unwissentlich mit Falschgeld zu zahlen versucht und erwischt wird, muss sich auf unangenehme Fragen gefasst machen. Wer wissentlich Falschgeld in Umlauf bringt, macht sich strafbar. Der Sicherheitscheck basiert auf drei Bereichen: Fühlen, Sehen und Kippen. Fühlen kann man die Reliefs auf der Vorderseite des Geldscheins. Dazu gehören die Fenster und Tore auf den Motiven, die Wertzahl und die Abkürzung der Europäischen Zentralbank (EZB) am oberen Rand. Wenn man den Geldschein gegen das Licht hält (und nur dann), sieht man das Wasserzeichen mit Motiv und Wertzahl und den Sicherheitsfaden in der Mitte des Scheins. (Dieser wird allerdings nach Angaben des BKA mittlerweile ganz gut gefälscht). Im Durchsichtsfenster links oben vervollständigt sich bei Lichteinfall die unterbrochene Wertzahl. Beim Kippen wiederum gibt es unterschiedliche Effekte. Scheine bis 20 Euro haben am rechten Rand einen Folienstreifen, der beim Kippen entweder das Eurosymbol oder die Wertzahl zeigt. Ab 50 Euro verändert sich auf der Rückseite des Scheins die Farbe der Wertzahl. Gefälschte Euromünzen sind sehr selten. Wichtig ist, dass sich das Münzbild klar von der Oberfläche abhebt.

 

Schaden beim Betrogenen

Wer meint, im Besitz eines falschen Scheines zu sein, sollte diesen zur Bank bringen. Kreditinstitute sind gesetzlich dazu verpflichtet, Falschgeld einzubehalten. Wenn sich der Schein nach der Prüfung doch als echt herausstellt, wird der Betrag natürlich erstattet. Ist er falsch, bekommt man nichts.

Der sicherste Schutz gegen Falschgeld ist, bargeldlos oder möglichst passgenau zu zahlen und schon beim Geldabheben eine niedrige Stückelung zu wählen.

Was Sie beachten sollten bei... Falschgeld

Tipp 1

Vorbeugen. Wer möglichst oft passgenau oder bargeldlos bezahlt, läuft weniger Gefahr, Falschgeld retour zu bekommen. Die meisten Bankomaten bieten eine Banknotenstückelung an. Am besten, man stattet sich dort bereits mit Banknoten mit niedrigen Nennwerten aus. Die meistgefälschten Euroscheine sind Zwanziger, Fünfziger und Hunderter.

Tipp 2

Fühlen, Sehen, Kippen. Echtes Geld hat eingeprägte Reliefs, die sich ertasten lassen. Wenn man den Schein gegen das Licht hält, sieht man das Wasserzeichen mit Motiv und Wertzahl und den Sicherheitsfaden. Beim Kippen erscheinen abwechselnd Eurosymbol und Wertzahl, ab 50 Euro verändert die Zahl auf der Rückseite die Farbe.

Tipp 3

Rechtslage. Wer Falschgeld wissentlich in Umlauf bringt, macht sich strafbar. Wer glaubt, im Besitz von Falschgeld zu sein, sollte dieses zur Bank bringen. Doch diese ist gesetzlich dazu verpflichtet, Falschgeld einzuziehen. Wenn sich der Verdacht bestätigt, hat man kein Recht auf Erstattung des Betrages. Der Schaden liegt beim Betrogenen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.08.2012)

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11 Kommentare
Gast: gillian
29.08.2012 13:00
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2/3 Zustimmung

Genauso war es. Verdächtig war schon damals, daß mit der Fälschungssicherheit getrommelt wurde - ein Alzerl zu viel, denn unter der Angst vor leichter und ständiger Schilling-Fälschung litt doch niemand. Gelegentliche Blütenmeldungen waren Randerscheinungen.
Und was die Zweidrittel-Jubelmehrheit anbelangt: Sozialarbeiter haben damals erzählt, daß Alte und Kranke v.a. in Heimen und Anstalten aufgesucht wurden bezw busweise zusammengekarrt wurden, und ihnen mit der Frage, ob sie auch weiterhin ihre Rente etc. haben möchten, ein JA abgeluchst wurde.

Gast: ezb
29.08.2012 10:31
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einfach keine fünfziger mehr annehmen.


Antworten Gast: Zenzine
29.08.2012 12:26
0 0

Re: einfach keine fünfziger mehr annehmen.

Jaja, tolle Lösung. Dann fangens an, 100er zu fälschen, und wenn die keiner mehr annimmt, dann die 20er und die 10er...

Und womit zahlen wir dann? Mit der Bankomat- oder Kreditkarte? Oder mit Cent-Münzen?

Antworten Antworten Gast: Keine Sorge
29.08.2012 12:55
0 0

Re: Re: Und womit zahlen wir dann?

Bis soweit ist haben's eh kein Geld mehr zum zahlen.
.-)

Gast: Hans im Glück
29.08.2012 08:12
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Bargeldlos bezahlen schützt nicht vor Falschgeld!!!

Der überwiegende Teil des Geldes wird von den Geschäftsbanken aus dem nichts geschaffen.

Die sind noch so unverschämt und verlangen Zinsen obwohl sie dem Kreditnehmer nur eine Buchung in ihren Aufzeichnungen vornehmen und das Grundstück bzw. Haus als Besicherung hinterlegt bekommen.

Ein weiterer Teil wird von der Notenbank einfach gedruckt. Anderen Ländern zur Verfügung gestellt. Wozu sonst ist der Rettungsschirm, der ESM da?

Apropo, das EUR-Zeichen "€" ist kein richtiges Kürzel mehr für den EUR. Der EUR steht seit einiger Zeit nicht mehr selbstständig da, sondern hat einen Schutzschirm. Bitte entwirft ein neues Zeichen, ein € mit Dacherl, so wie beim Ê.

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in den USA würde ich richtiges Geld von der Bank zurückbekommen. die schalten dann den Secret Service (zuständig für die blüten) und den "schaden" übernimmt uncle sam! Doch österreich ist ein parallel-universum, und versucht immer anders als anderswo zu sein. schuld sind immer DIE ANDEREN. schuld ist der konsument. schuld ist der bürger. schuld ist das kind dass nicht aufgepasst hat. die omi die schon zu alt ist und nix mehr sieht/spürt. DIE sind schuld. nicht die allmächtige bananenrepublik!!!


2 0

euro

der euro ist keine banknote,sondern ein geldschein also es scheint nur geld zu sein! der euro ist nur copyright geschuetzt,es ist also eine copyright verletzung und keine geldfaelschung!! der euro ist offizielles falschgeld

am Besten bargeldlos bezahlen

na klar - der gläserne Bürger läßt grüßen! Genau das wünscht sich die Polit-Elite.

Gast: Dmitri mendeleev
28.08.2012 21:53
3 0

Wie, was ... ???

Bei der TEuro-Einführung war doch ein gewichtiges Argument der EU-SchwindlerInnen von der SPÖVP (neben dem montalichen Ederer-Tausender), daß unsere neue Währung ja soooo viel sicherer sein wird als der miese, alte Schilling!

Alles nur Lügner und Betrüger. Wer wird sich da wundern, wenn auch noch mal herauskommen wird, daß die 2/3-Zustimmung zum EU-Beitritt auch getürkt waren ....

Bald sind Wahlen! Gehen wir auch hin!

Gast: AVOCADOS DI
28.08.2012 20:19
4 0

"Ist er falsch, bekommt man nichts"

Warum soll ich ihn dann bei der Bank testen lassen? Natürlich werde ich versuchen, ihn bei einem Einkauf loszuwerden.
Die Quizshow ("unangehme Fragen"= Waterboarding?) bei der He ist mir eigentlich wurscht.

Antworten Gast: Altkater1
28.08.2012 21:12
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Re: "Ist er falsch, bekommt man nichts"

Hrmpf :-)) :-))

Thumbs up!

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