Kreditkarten: Kontaktloses Zahlen auf dem Vormarsch

27.09.2012 | 18:26 |   (Die Presse)

Hierzulande gibt es bereits Kreditkarten, die mit der Kontaktlos-Technologie ausgestattet sind. Bisher fehlten lediglich die Terminals dazu. Das soll sich jetzt aber ändern.

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Wien/Nst. Schon lange war in Österreich von kontaktlosem Zahlen die Rede. Nun könnte es endlich so weit sein: Der Kreditkartenanbieter Paylife wird seine Zahlungsterminals in Österreich sukzessive umrüsten – sofern die Händler das wollen. Ab November dieses Jahres werden den Unternehmen entsprechende Zusatzgeräte angeboten.

Kontaktlos zahlen bedeutet, dass beispielsweise eine Kreditkartentransaktion bis zu einer Summe von 25 Euro ganz ohne Unterschrift und PIN getätigt werden kann. Die Karte wird lediglich zur Bezahlstation hingehalten bzw. an dieser vorbeigezogen. Auf diese Weise können Transaktionen schneller getätigt werden.

Das ganze System funktioniert auf Basis des technischen Standards NFC, das für Near Field Communication steht. NFC ist ein Standard, auf den sich alle großen Kreditkartengesellschaften geeinigt haben. Das bedeutet: Kunden können unter anderem ihre Visa- und Mastercard-Karte zum kontaktlosen Zahlen verwenden. Paylife betreibt hierzulande 68.000 Bankomatterminals. Diese sollen dann die Technologien der Kreditkartenfirmen unterstützen.

 

Kaum Karten umgerüstet

Das Ganze hat jedoch einen Haken: Noch sind in Österreich lange nicht alle Kreditkarten mit NFC ausgestattet. Bei Paylife funktioniert derzeit nur die „Paylife Black“-Karte mit dieser Technologie. Im kommenden Jahr soll dann entschieden werden, bei welchen anderen Paylife-Produkten NFC zur Anwendung kommt. Auch bei der Kartengesellschaft Card Complete, die wie Paylife Visa und Mastercard herausgibt, ist die Funktion bislang auf einige wenige Produkte (wie die Mastercard-Studentenkarte) beschränkt. Im Laufe der Zeit sollen jedoch alle Karten sowie Terminals NFC-tauglich werden, wie es seitens des Unternehmens heißt. Derzeit sind bei Card Complete mindestens 30.000 Karten mit dem NFC-System ausgestattet.

Seit März dieses Jahres ist es übrigens auch möglich, bei Zielpunkt kontaktlos zu zahlen, Voraussetzung dafür ist allerdings eine Mastercard.

Wer mit der Kreditkarte kontaktlos zahlt, muss keine Angst um die Sicherheit seiner Karte oder seines Geldes haben, wie die Gesellschaften stets betonen. Seitdem kontaktloses Zahlen eingeführt wurde, sei kein Anstieg der Betrugsfälle zu bemerken gewesen. Zudem werden Inhaber einer NFC-Karte per Zufallsgenerator ab und an dazu aufgefordert, eine PIN einzugeben oder eine Unterschrift zu leisten. So soll sichergestellt werden, dass Kartenbesitzer und Karteninhaber ident sind. Wem die Kreditkarte gestohlen wird, der haftet bei Paylife bis zu einem Betrag von 150 Euro – sofern nicht fahrlässig gehandelt wurde.

 

Neue Quick-Karte

Neben der Kreditkarte lanciert die Gesellschaft Paylife auch eine neue Quick-Karte. In Österreich sind schon jetzt rund acht Millionen Bankomatkarten mit der Quick-Funktion ausgestattet, nun wird eine eigene Karte in Umlauf gebracht. Bei Karten mit Quick-Funktion können bis zu 400 Euro an Guthaben aufgeladen werden. Die neue Quick-Karte wird weiters mit einer Kontaktlos-Funktion ausgestattet sein.

Benutzbar ist die Karte zwar überall, kontaktlos bezahlt werden kann damit bislang aber nur bei der Buchhandelskette Thalia und bei der Restaurantkette Fresh Soup & Salad. Schon bald, möglicherweise im kommenden Jahr, soll der Kontaktlos-Quick-Chip auch auf der klassischen Bankomatkarte erhältlich sein. [i–Stockphoto]

Was Sie beachten sollten bei... Plastikgeld

Tipp 1

Sicherheit. Wie sicher ist das Zahlen mit Kreditkarte? Im Grunde relativ sicher, da die Anbieter ihre Sicherheitsstandards laufend verbessern. Auch wenn kontaktloses Zahlen künftig möglich ist, müssen hohe Beträge weiter mittels Unterschrift oder PIN beglichen werden. Kontaktlose Zahlungen sind bis zu einem Betrag von 25 Euro gestattet.

Tipp 2

Internet. Wer mit seiner Kreditkarte im Internet einkauft, kann Bezahlvorgänge sicherer machen. Möglich ist das, indem sich Karteninhaber für das Verfahren „Mastercard SecureCode“ oder „Verified by Visa“ entscheiden. Für diesen Sicherheitsstandard kann man sich anmelden. Wer auch dem nicht traut, kann zu einer Prepaid-Kreditkarte greifen.

Tipp 3

Betrug. Wem Abbuchungen auffallen, die er nie getätigt hat, sollte seine Rechnung binnen 30 Tagen reklamieren. In der Regel wird das Geld dann von der Kartengesellschaft zurückgebucht. Häufig werden unrechtmäßige Transaktionen aber schon zuvor entlarvt. Wer mit seiner Kreditkarte leicht fahrlässig umgeht, haftet bis zu einem Schaden von 150Euro.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.09.2012)

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24 Kommentare
Gast: Richardolo
22.10.2012 18:48
0

hmm schwierig vorstellbar

Also ich kann mir das nur schwer vorstellen ehrlich gesagt dass diese Technologie alles übernehmen wird in der nächsten Zeit, ich bin noch extrem eingestellt auf reelle Karten, nutze meine yuna (prepaid) eigentlich sehr gerne. Und auch viel! :-)

Gast: Me Again
29.09.2012 19:44
0

Falscher Bericht

Quick und Konaktlos haben nichts miteinander zu tun, nur dass Paylife die Quick-Lizenz hat...

Bargeldlos zahlen waere eigentlich gut, um der Schattenwirtschaft beizukommen, aber bei uns am Balkan?

Die Nationalbank druckt und prägt Geld, und passt auf die Banken auf,,,,

Gast: Hans im Glück
28.09.2012 13:09
0

Hoffentlich kann man diese Funktion sperren lassen.

Sonst kann die Bank gleich alle meine Karten haben.

Danke.

Bargeldlos

Nur Bares ist WAHRES!

in regelmäßigen Abständen

und mit unterschwelliger Werbung wird einem hier das blaue vom Himmel erzählt ,wie toll und praktisch doch diese Zahlungsmethode sein wird
Einige die besonders hip sind und sich für jede noch so dumme Neuerung auch nackt ausziehen ,springen natürlich auf diesen Zug auf und der Rest muss mitziehen wenn es verpflichtend wird,
Boykott

Gast: datenklau
28.09.2012 09:51
1

Hierzulande gibt es bereits Kreditkarten, die mit der Kontaktlos-Technologie ausgestattet sind. Bisher fehlten lediglich die Terminals dazu. Das soll sich jetzt aber ändern.

ja und noch besser, es gibt auch schon die großen fischereigeräte, die dir deinen code ohne berührung aus der tasche klauen.

bargeldlos

ein wichtiger schritt fuer die totale kontrolle der menschen

Terminals fehlen

Schlecker hatte die Terminals schon zu einem Zeitpunkt, als sie sonst kaum etwas in den Regalen hatten. Mc Donalds hat auch zumindest ein Terminal, dass ich bereits mal benutzen durfte.

Auch div. andere rüsten schon nach - diese Technologie wird sich im Unterschied zu Quick durchsetzen - schon alleine, weil viele nicht mehr ihre Karte im Geldbörsl suchen wollen...

Re: Terminals fehlen

die sind dann mit suchen ihrer geklauten Daten beschäftigt

Gast: black magic
27.09.2012 22:40
3

kurz nachgerechnet

In Italien darf ab 1/2013 jedes Geschäft nur noch bis 50€ in bar abgewickelt werden. Alles andere muss "unbar" d.h. elektronisch getätigt werden.

Was heißt das ?!

Die Kreditkartengesellschaften und andere Mitesser schneiden bei jeder Transaktion mit.
Nahezu leistungslos.

Der Effekt: Die Händler werden diese Gebühren auf die Waren und Dienstleistungen aufschlagen. Neben den Kosten für elektronische Geräte.
Damit verdienen die parasitären Finanzunternehmen dann noch mehr, der Händler nicht.

Wer letztendlich die Zeche zahlt ist klar.

Weil Bargeld aber das einzig gesetzliche Zahlungsmittel ist, tritt für jeden sichtbar zutage:
Die Politik, welche die Rahmenbedingungen für solch ein System schafft, beweist, dass sie längst am Gängelband der Bankster hängt.

Damit wird übrigens auch verhindert, dass die Bürger ihr Geld in Sicherheit bringen können.

Ein Bankrun ist damit auch schlecht möglich.

Die Zeichen stehen auf Enteignung der Sparvermögen der Bürger.

Geld ist geronnene Lebenszeit.
Nie war Momo so aktuell wie heute!

Die grauen Männer erinnern mich immer an die Passage in "Brenna tuats guat" v. Hubert von Goisern: Wo is da Plotz, wo da Teifl seine Kinda kriagt?

Antworten Gast: EFF EFF
28.09.2012 08:38
0

Re: kurz nachgerechnet

Da Banken keinen Unterschied zwischen Aktiva in Kassakonten und Debitorenkonten machen, also Barbestände und Schuldscheine, Wertpapiere. etc. alles in einen Topf schmeißen und als Giralgeldwert betrachten, können Banken wegen des elektronischen Zahlungsverkehrs nicht pleite machen. Ganz so als ob ein Bäcker Mehl kauft, bezahlt mit den unverkauften Brötchen, die er im Regal stehen hat.
Es befindet sich dann kein unkontrollierbares Bargeld mehr im Umlauf, an dem die Banken scheitern. Geld verliesse die Banken nicht mehr, sondern würde nur von einem Konto auf ein anderes verschoben.
Früher war ich auf den ersten Blick begeistert von der Elektronik und Komfort, den Kredit- und Debitkarten bieten. Heute lasse ich kein Geld mehr auf der Bank.

Antworten Antworten Gast: Hans im Glück
28.09.2012 14:25
0

Re: Re: kurz nachgerechnet

So werden Schwarzmärkte gefördert.
Es werden Parallelwährungen auftauchen.

Man wird vielleicht wieder mit Zigaretten bezahlen und so Steuern und Gebühren umgehen.

Es findet sich immer ein gangbarer weg.

Die Banken müsste man wieder zum Dienen zwingen. Sie sind nicht da um zu Herrschen.

Antworten Gast: Bärenfalle...
28.09.2012 06:50
0

Re: kurz nachgerechnet

Ist doch nicht überraschend sondern seit Jahren absehbar das die Politik völlige Transparenz der Zahlungsströme will.

Schließlich erhöht sich damit die Steuermoral.

Die Banken sind auch nicht dagegen, keine bank-runs mehr möglich und mangelt es an Liquidität stehen nicht 100 erboste Kunden vor der Filiale sondern das System hat unvorhergesehene Computerprobleme oder "Wartungsarbeiten"

Erwischen wird es doch vor allem jene (30+, Familie mit Kindern, haus gebaut) welche ihr offizielles Einkommen eh schon großteils zur Kreditbedienung der Bank überweisen und vom Pfuschen leben.

Wer mitdenkt hat sich schon eingestellt und versucht sein offizielles Einkommen zu steigern und nicht sein inoffizielles auch wenn das Finanzamt übel mitschneidet.


Antworten Antworten Gast: Hans im Glück
28.09.2012 13:13
0

Re: Re: kurz nachgerechnet

Die Steuermoral erhöht sich auch wenn man die Steuern senkt.

Da braucht man diesen Schnickschnack nicht.

Gast: Hinweis
27.09.2012 21:43
1

Super Sicher

RFID

Wie wärs mit dem Hinweis auf geschirmte Geldbörserl und Passthüllen?

Sollte normal vom Hersteller oder Bank bzw. vom Staat, also der Passbehörde ausgegeben werden.

Neue Techniken sind zwar nicht schlecht, dann aber bitte auch richtig!

Re: Super Sicher

Ganzkörper Alufolie
schützt auch gegen Strahlung

Gast: Ein Ätzer
27.09.2012 20:54
1

Haftung nur bei leichter Fahrlässigkeit - Haftung schon bei leichter Fahrlässigkeit

€ 150,- werden wohl die durchschnittlichen Verluste bei Kartendiebstählen sein.

Wie bei Geräte- und Reiseversicherungen wird jetzt eben jedem Bestohlenen leichte Fahrlässigkeit vorgeworfen werden...

Die sicherste Kreditkarte ist und bleibt die virtuelle!

Gast: Ausguck
27.09.2012 20:22
2

unsicher²

aktuelle Tests haben gezeigt, dass diese Karten äußerst unsicher sind. Finger weg von diesem Schrott!

Re: unsicher²

Ist doch egal, wie unsicher die sind, wenn die Kreditkartenfirma für die Schäden haftet. Das tun sie nämlich, wenn man einen Rechnungseinspruch erhebt (z.B. weil einem auf seiner Rechnung eine Abbuchung auffällt, die man nicht selbst verursacht hat).

Die Haftung hat man ja nur dann, wenn die Kreditkarte gestohlen wird.

Antworten Antworten Gast: Versicherungsagent
28.09.2012 07:31
0

Re: Re: unsicher²

Sie würden dann natürlich auch ein unsicheres Auto fahren, weil die Arztrechnung ja eh bezahlt wird.

Kurzsichtige, leichtgläubige Konsumenten ermöglichen es den Firmen erst solchen Mist auf den Markt zu bringen!

Re: Re: unsicher²

Wenn Kreditkarten verordnet sind, wird es mit der derzeit noch relativ großzügigen Haftung vorbei sein. Die gab es schon früher bei Schecks defacto nicht und gibt es auch bei Bankomatkarte defacto nicht.

Nur bei Kreditkarten. Wenn die aber nciht mehr zu umgehen sind, dann brauchen sich die den Luxus auch nicht mehr leisten.

Glückwunsch!

Das Chipen der Menschen schreitet voran.

Antworten Gast: Konrad Vogel
27.09.2012 20:41
2

Stimmt

Zuerst die Hunde und dann wir.

Auch das Germanische schreitet voran: "ab und an"

Re: Stimmt

Das Englische braucht nicht voranzuschreiten. Es hieß immer schon chippen (mit 2 p) ^^

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