Kreditkarten: Kontaktloses Zahlen auf dem Vormarsch

Hierzulande gibt es bereits Kreditkarten, die mit der Kontaktlos-Technologie ausgestattet sind. Bisher fehlten lediglich die Terminals dazu. Das soll sich jetzt aber ändern.

Kontaktlos zahlen Vormarsch
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Kontaktlos zahlen Vormarsch
(c) AP (Jochen Krause)

Wien/Nst. Schon lange war in Österreich von kontaktlosem Zahlen die Rede. Nun könnte es endlich so weit sein: Der Kreditkartenanbieter Paylife wird seine Zahlungsterminals in Österreich sukzessive umrüsten – sofern die Händler das wollen. Ab November dieses Jahres werden den Unternehmen entsprechende Zusatzgeräte angeboten.

Kontaktlos zahlen bedeutet, dass beispielsweise eine Kreditkartentransaktion bis zu einer Summe von 25 Euro ganz ohne Unterschrift und PIN getätigt werden kann. Die Karte wird lediglich zur Bezahlstation hingehalten bzw. an dieser vorbeigezogen. Auf diese Weise können Transaktionen schneller getätigt werden.

Das ganze System funktioniert auf Basis des technischen Standards NFC, das für Near Field Communication steht. NFC ist ein Standard, auf den sich alle großen Kreditkartengesellschaften geeinigt haben. Das bedeutet: Kunden können unter anderem ihre Visa- und Mastercard-Karte zum kontaktlosen Zahlen verwenden. Paylife betreibt hierzulande 68.000 Bankomatterminals. Diese sollen dann die Technologien der Kreditkartenfirmen unterstützen.

 

Kaum Karten umgerüstet

Das Ganze hat jedoch einen Haken: Noch sind in Österreich lange nicht alle Kreditkarten mit NFC ausgestattet. Bei Paylife funktioniert derzeit nur die „Paylife Black“-Karte mit dieser Technologie. Im kommenden Jahr soll dann entschieden werden, bei welchen anderen Paylife-Produkten NFC zur Anwendung kommt. Auch bei der Kartengesellschaft Card Complete, die wie Paylife Visa und Mastercard herausgibt, ist die Funktion bislang auf einige wenige Produkte (wie die Mastercard-Studentenkarte) beschränkt. Im Laufe der Zeit sollen jedoch alle Karten sowie Terminals NFC-tauglich werden, wie es seitens des Unternehmens heißt. Derzeit sind bei Card Complete mindestens 30.000 Karten mit dem NFC-System ausgestattet.

Seit März dieses Jahres ist es übrigens auch möglich, bei Zielpunkt kontaktlos zu zahlen, Voraussetzung dafür ist allerdings eine Mastercard.

Wer mit der Kreditkarte kontaktlos zahlt, muss keine Angst um die Sicherheit seiner Karte oder seines Geldes haben, wie die Gesellschaften stets betonen. Seitdem kontaktloses Zahlen eingeführt wurde, sei kein Anstieg der Betrugsfälle zu bemerken gewesen. Zudem werden Inhaber einer NFC-Karte per Zufallsgenerator ab und an dazu aufgefordert, eine PIN einzugeben oder eine Unterschrift zu leisten. So soll sichergestellt werden, dass Kartenbesitzer und Karteninhaber ident sind. Wem die Kreditkarte gestohlen wird, der haftet bei Paylife bis zu einem Betrag von 150 Euro – sofern nicht fahrlässig gehandelt wurde.

 

Neue Quick-Karte

Neben der Kreditkarte lanciert die Gesellschaft Paylife auch eine neue Quick-Karte. In Österreich sind schon jetzt rund acht Millionen Bankomatkarten mit der Quick-Funktion ausgestattet, nun wird eine eigene Karte in Umlauf gebracht. Bei Karten mit Quick-Funktion können bis zu 400 Euro an Guthaben aufgeladen werden. Die neue Quick-Karte wird weiters mit einer Kontaktlos-Funktion ausgestattet sein.

Benutzbar ist die Karte zwar überall, kontaktlos bezahlt werden kann damit bislang aber nur bei der Buchhandelskette Thalia und bei der Restaurantkette Fresh Soup & Salad. Schon bald, möglicherweise im kommenden Jahr, soll der Kontaktlos-Quick-Chip auch auf der klassischen Bankomatkarte erhältlich sein. [i–Stockphoto]

Was Sie beachten sollten bei... Plastikgeld

Tipp 1

Sicherheit. Wie sicher ist das Zahlen mit Kreditkarte? Im Grunde relativ sicher, da die Anbieter ihre Sicherheitsstandards laufend verbessern. Auch wenn kontaktloses Zahlen künftig möglich ist, müssen hohe Beträge weiter mittels Unterschrift oder PIN beglichen werden. Kontaktlose Zahlungen sind bis zu einem Betrag von 25 Euro gestattet.

Tipp 2

Internet. Wer mit seiner Kreditkarte im Internet einkauft, kann Bezahlvorgänge sicherer machen. Möglich ist das, indem sich Karteninhaber für das Verfahren „Mastercard SecureCode“ oder „Verified by Visa“ entscheiden. Für diesen Sicherheitsstandard kann man sich anmelden. Wer auch dem nicht traut, kann zu einer Prepaid-Kreditkarte greifen.

Tipp 3

Betrug. Wem Abbuchungen auffallen, die er nie getätigt hat, sollte seine Rechnung binnen 30 Tagen reklamieren. In der Regel wird das Geld dann von der Kartengesellschaft zurückgebucht. Häufig werden unrechtmäßige Transaktionen aber schon zuvor entlarvt. Wer mit seiner Kreditkarte leicht fahrlässig umgeht, haftet bis zu einem Schaden von 150Euro.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.09.2012)

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