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Frisches Geld ließ Anleger jubeln

01.10.2012 | 18:33 |  BEATE LAMMER (Die Presse)

Für Anleger, die nicht nur auf das Sparbuch setzen, war es ein guter Sommer– den Notenbanken sei Dank. Deren Aktionen sind noch längst nicht eingepreist, sagen Experten.

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Wien. Die Ankündigungen von Europäischer Zentralbank und US-Notenbank Fed, die Märkte über Anleihenkäufe mit weiterem Geld zu fluten, haben die Kurse von Aktien und Rohstoffen beflügelt. Und dürften sich noch lange negativ auf die Zinsen auswirken. Was das für einzelne Anlageklassen bedeutet:

(c) DiePresse

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Aktien: Wer heuer die „Sell-in-May“-Regel nicht befolgt und seine Papiere über den Sommer gehalten hat, wurde mit Extrarendite belohnt. Auch Papiere angeschlagener Unternehmen begaben sich auf Höhenflug. Stärkster Gewinner im DAX war der Stahlkonzern ThyssenKrupp, dessen Papier um 30 Prozent zulegte. Damit ist die Aktie zwar noch immer der zweitschwächste DAX-Wert seit Jahresbeginn (nach Infineon), das Minus beläuft sich aber „nur“ noch auf sechs Prozent. Die leidgeprüften Aktionäre des finnischen Handyherstellers Nokia konnten sich im Sommerquartal über ein Plus von 25 Prozent freuen, die stärkste Performance im Eurostoxx-50.In Wien legten „Zykliker“ wie der Ölfeldausrüster Schoeller-Bleckmannoder der Aluminiumkonzern Amag besonders kräftig zu. Alfred Reisenberger von der Wiener Privatbank glaubt, dass noch Luft nach oben ist. Es herrschten noch große Ängste auf dem Markt und es liege noch viel Geld auf Sparbüchern (deren Zinsen nicht mit der Inflation Schritt halten können) und in Immobilien. Eine große Umschichtung stehe noch aus. Der Experte findet Bankwerte am attraktivsten (weil sie günstig bewertet sind und sich auf dem Markt allmählich die Meinung durchsetzt, dass die großen, systemrelevanten Banken überleben werden). Auch Zykliker (Anlagenbauer, Stahlfirmen, Zulieferer) sollten sich gut halten. Doch könnten einige Autofirmen unter der Nachfrageschwäche in Westeuropa leiden.

Gold: Auf Eurobasis zog der Goldpreis im Sommerquartal um 14 Prozent an und erreichte ein neues Allzeithoch. Eine Feinunze kostet derzeit etwa 1382 Euro. Auf Dollarbasis fehlen dem Goldpreis noch sieben Prozent bis zum nominellen Höchststand, den er im Vorjahr bei knapp über 1900 Dollar markiert hatte. Diesen sollte er bald überspringen, meint Ronald Stöferle, Goldexperte bei der Erste Group. Die Aktionen der Notenbanken hätten erst teilweise ihren Niederschlag gefunden. „Die Märkte sind nicht so effizient, dass sie sofort reagieren“, sagt Stöferle. Trotz des starken Anstiegs der vergangenen Wochen mache der Goldpreis keine Anstalten zu einem Rücksetzer. „Das ist ein gutes Zeichen.“

Rohstoffe: Nicht nur mit Gold ging es im dritten Quartal nach oben. Der S&P GSCIIndex, der die Wertentwicklung von 24 Rohstoffen widerspiegelt, legte ebenfalls um neun Prozent zu. Besonders kräftig verteuerte sich dabei Silber. Dieses schwankt generell stärker als Gold. Kommt es zu einem Rücksetzer, müssen sich Silberanleger zwischenzeitlich aber auch auf stärkere Verluste einstellen.

Sparbuch: Die Banken stellen sich auf die lange Niedrigzinsphase ein: Für täglich fälliges Geld bekommen Sparer derzeit bestenfalls 1,65 Prozent Zinsen (nur Neukunden erhalten bisweilen mehr), für eine einjährige Bindung bis zu zwei Prozent. Abzüglich Steuern und Inflation verliert man dabei. Das Sparbuch eignet sich gut zum Zwischenparken von Geld, auf das man jederzeit zugreifen kann. Zur Geldanlage ist es eher ungeeignet.

Was Sie beachten sollten ... im vierten Quartal

Tipp 1

Sicherheit bringt nichts. Sein Geld auf das Sparbuch zu legen, wird sich noch lange nicht lohnen. Die Zinsen dürften noch jahrelang niedrig bleiben und nicht mit der Inflation Schritt halten können. Wer sein Geld über die Inflation retten will, muss Risiko auf sich nehmen und „reale Werte“ wie Aktien, Gold, Rohstoffe und Immobilien kaufen. Das Problem: Vor allem Letztere sind schon teuer.

Tipp 2

Verluste begrenzen. Wer Aktien erwirbt, sollte Verlustbegrenzungen setzen, damit man rechtzeitig verkauft, falls es nach unten geht, kleinere Verluste realisiert und damit größere verhindert. Je mehr Aufwärtspotenzial man einer Aktie zutraut, desto mehr Schwankungen sollte man ihr aber auch erlauben. Die Kurse „zyklischer“ Aktien (etwa von Industriewerten) schwanken oft stark.

Tipp 3

Streuen. Am sichersten fährt man, wenn man sein Geld über alle Vermögensklassen (Aktien verschiedener Branchen, Anleihen, Rohstoffe, Gold, Immobilien, Bargeld) streut. Derzeit sind Anleihen jedoch sehr teuer, Sparbücher bringen wenig. Aufs Sparbuch sollte man also nur die eiserne Reserve legen, jenes Geld, auf das man in nächster Zeit zugreifen will. Dafür eignen sich Sparbücher noch immer am besten.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.10.2012)

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2 Kommentare

Bubbles, Bubbles, Bubbles,...

Anleihen - teuer
Sparbuch - keine Zinsen
Gold - teuer
Edelmetalle - teuer
Rohstoffe - teuer
Aktien - teuer

Wir sind gerade wieder dabei, die Spekulationsblase des Jahrtausends aufzubauen, dank der Geldschwemme der Notenbanken.

Im Gegensatz zu 2008 wird dieses Mal aber nicht Deflation sondern Hyperinflation das End Game, und Gold wird noch viel, viel "teurer" werden.

Gast: Cassandra
01.10.2012 22:47
1 0

Fräulein Cassandra hat die Wahrheit

Das "Fluten" der Märkte mit Geld - billigem Geld, wie sie es nennen(!) - ist purer Wahnsinn!!! Nur das ist das richtige Wort dafür! Die nächste Krise ist vorprogrammiert - diesmal eine ungeheuerliche Geld-Blase inklusive Inflation. Keine totale Inflation, aber von guten 5-7% - wenn nicht sogar viel höher. Wie soll man denn sonst die Geld-Flut, die ja nicht durch die Realwirtschaft erwirtschaftet wurde, wieder aus den Märkten bringen??

Ist das die Politik der "klugen????" Banker???
Warum schreibt die "Presse" nicht kritischer über dieses Thema? Werden es dann auch wieder die Sozialstaaten sein, die alles verursacht haben - so wie das Schellhorn schon so oft hier verzapft hat?!?

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