"Den Sieges-Trade hätte ich real nicht gemacht"

21.01.2013 | 09:25 |  PETER HUBER (Die Presse)

5328 Spieler haben 2012 am Börsespiel von direktanlage.at und DiePresse.com teilgenommen. Am Freitag holte sich der Gewinner, ein Student aus Salzburg, die Schlüssel für den Hauptgewinn - einen Suzuki Grand Vitara - ab.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Anif. Das Handeln mit Wertpapieren ist dem Sieger des von direktanlage.at und DiePresse.com durchgeführten Börsespiels 2012 nicht fremd. 2006 hat der heute 28-jährige Lukas Kleinlercher, der in Salzburg Recht und Wirtschaft studiert, seine ersten Trades mit „echtem Geld“ getätigt. Seitdem habe er viel Lehrgeld gezahlt, sagt er. Vielleicht kam ihm gerade das beim Börsespiel zugute, in dem er über 5300 Mitspieler hinter sich ließ.

Sieger ist kein Sparbuch-Fan

Am Ende des Spiels, das von 1.Oktober bis 30.November 2012 dauerte, hatte sich LGK1984, so sein Name im Spiel, ein Plus von 30,07 Prozent zu seinem virtuellen Startkapital von 25.000 Euro erwirtschaftet. Dafür erhielt Kleinlercher nun am Freitag im Autohaus Swoboda in Anif bei Salzburg den Hauptpreis überreicht – einen Suzuki Grand Vitara im Wert von 26.000 Euro. Aber auch der Zweitplatzierte aus Innsbruck und der Drittplatzierte aus Wien gingen nicht leer aus. Sie erhielten Fondsanteile von iShares im Wert von 4000 Euro bzw. Fondsanteile von Vontobel im Wert von 3000 Euro.

direktanlage.at-Vorstand Paul Reitinger zeigte sich zufrieden. „Das Börsespiel bietet die Möglichkeit, völlig risikolos in die Welt der Finanzen hineinzuschnuppern“, so Reitinger. Dieser Tatsache war sich der Gewinner bewusst. „Den Trade, der mir zum Sieg verholfen hat, hätte ich real nicht gemacht“, gibt er offen zu. Als kurz vor Spielende die Bekanntgabe der Quartalszahlen von Green Mountain anstand, wusste er: „Wenn die Quartalszahlen gut sind, wird die Aktie explodieren. Wenn nicht, dann habe ich keine Chance mehr.“ Und die Aktie explodierte.

Börsespiel: Der Gewinner erhält sein Auto

Alle 10 Bilder der Galerie »

Der Sieger handelt im realen Leben übrigens nicht nur mit Aktien, sondern auch mit Derivaten. Sparbuch hat er keines. „Die Inflation ist ja höher als die Zinsen, die man erhält“, begründete er.

Für direktanlage.at-Marketingleiterin Christine Pölzl ist Kleinlercher damit ein idealer Sieger. Denn das Börsespiel soll den Menschen auch zeigen, dass es sinnvoll ist, sich mit alternativen Anlageformen zu beschäftigen. „Es gibt mehr als nur Sparbuch und Bausparen“, so Pölzl.

Meistgehandelte Aktie: Netflix

Mit 2353 Transaktionen war Netflix (ein an der Nasdaq notierter US-Streamingdienst) die meistgehandelte Aktie des Spiels. Am besten entwickelte sich im Spielzeitraum die Aktie von Green Mountain, die ein Plus von 52,6 Prozent verzeichnen konnte. Insgesamt wurden Transaktionen im Wert von über 310 Millionen Euro getätigt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.01.2013)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Lesen Sie hier weiter zum Thema:

Mehr aus dem Web

10 Kommentare

uhjee

und wieviele haben ALLES verloren?

wenn der beste NUR 30% gewinn gemacht hat, nadann gutenacht.

Re: uhjee

Das war ein Spiel.

Re: uhjee

Mich hätte auch die gesamte Statistik interessiert. Doch die werden wir NIE erfahren...

Re: uhjee

In 2 Monaten finde ich das nicht schlecht. Machen Sie das mal nach!

Re: Re: uhjee

ist eh nicht schlecht - grundsätzlich.
dennoch meinte er selbst, wär ein trade nicht aufgegangen, wär er weeeeeit hinten gewesen. und er hät diesen trade im RL nicht gemacht.

was bei dem ganzen zeugs nie ausreichend vermittelt wird: man benötigt vieeeel zeit um sich wissen anzueignen und vieeeel zeit um das daytrading konsequent und zielorientiert (gewinn zu machen) zu betreiben.
mit solchen gewinnspielen werden den ahnungslosen falsche hoffnungen gemacht mit dem sinn, dass die dann ihre paar hunderter lehrgeld zahlen und das ins system fließt. und die, dies halbwegs abchecken was gewinnen und meisten profitieren die 'zwischenhändler/daytradingplattformen' mit ihren teils horden gebühren!

aja wurden in dem spiel dem RL entsprechend diw gebühren verrechnet?

Da geben

wieder mal D.mmschwätzer Ihre Kommentare ab.

....Börse

....die Aktienkurse haben mit der Realwirtschaft nichts mehr zu tun...
....die Bonzen zahlen immer noch keine Steuer für Trades in Milliardenhöhe,ich aber für mein Semmerl schon...
Wer braucht die Heuschrecken ? Meiner Meinung nach gehört das VERBOTEN bzw Abgeschafft,dann kann Gabi und Moni au nix mehr verspekulieren ;-)

Ein Bekannter von mir hat mal versucht sich seinen Lebensunterhalt mit Roulett bei den Casinos Austria zu verdienen.

Er war aber nicht der Croupier.

Die Berechnungen die er angestellt hat waren identisch mit den oben gelesenen.

"Uhhh, jetzt steht mir das Wasser bis zum Hals: alles auf Rot!"

Verstehe nicht wie Onlinecasinos a la direktanlage legal sein können?

Re: Ein Bekannter von mir hat mal versucht sich seinen Lebensunterhalt mit Roulett bei den Casinos Austria zu verdienen.

Ganz einfach - wenn ich nicht reiten kann, setz ich mich nicht auf ein pferd.

zu verlangen dass alle pferde geschlachtet werden sollen weil ich es nicht kann, ginge zu weit.

Re: Ein Bekannter von mir hat mal versucht sich seinen Lebensunterhalt mit Roulett bei den Casinos Austria zu verdienen.

Wer zwingt Sie denn ins 'online casino' zu gehen? Faber est suae quisque fortunae - Jeder ist seines glückes Schmied.

People & Business

AnmeldenAnmelden