Wie man einen Fonds auswählt

03.03.2013 | 16:46 |   (Die Presse)

Wer ein kleines Vermögen breit streuen will, ist mit einem Fonds gut bedient. Doch kommt es auf die Auswahl an. Der Österreichische Fondspreis soll dabei helfen.

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[Wien/b. l.] Soll man sein Wertpapierdepot selbst verwalten oder diese Aufgabe an einen (oder mehrere) Fondsmanager übertragen? Vor dieser Frage stehen viele Anleger, deren Vermögen zu klein ist, um die Dienstleistung einer Privatbank in Anspruch zu nehmen, aber zu groß, um es in Zeiten negativer Realzinsen auf dem Sparbuch verkümmern zu lassen. Beide Strategien – das selbst verwaltete Depot und der Fonds –  haben ihre Vor- und Nachteile.
Fonds ermöglichen schon bei relativ geringem Kapitaleinsatz eine breite Streuung, da sie in eine Vielzahl von Wertpapieren investieren. Steuerlich sind sie etwas besser gestellt als das selbst gemanagte Depot. Dafür zahlt man höhere Gebühren, etwa den Ausgabeaufschlag (der aber Verhandlungssache und bei Onlinebrokern meist geringer ist) sowie laufende Kosten. Letztere fallen zu einem Gutteil für das Management an.
Will man diese Kosten sparen und dennoch in einen Fonds investieren, kann man auch zu einem börsegehandelten Fonds (ETF) greifen, der meist einfach einen Index nachbildet. Dafür kann er nicht besser abschneiden als dieser Index. Mit einem gemanagten Fonds hat man hingegen die Chance, dass dieser sich besser entwickelt als der jeweilige Vergleichsindex („Benchmark“). Viele Fonds tun das dennoch nicht, dann hat man das Geld für das Management umsonst ausgegeben.

Geringe Schwankung ist besser


Bevor man einen Fonds kauft, sollte man einige Kriterien beachten:
Je nach Risikoprofil hat man die Wahl zwischen Geldmarktfonds (diese werfen angesichts der niedrigen Zinsen derzeit nicht viel ab), Anleihenfonds und Aktienfonds. Letztere versprechen die höchsten Renditen, bergen aber auch das größte Risiko. Mischfonds investieren das Geld der Anleger sowohl in Aktien als auch in Anleihen. Hat man zu wenig Geld, um es auf mehrere Fonds zu verteilen, empfiehlt sich zum Beispiel ein Dachfonds, der seinerseits in mehrere Fonds investiert. Neben Aktien-, Anleihen-, Misch- und Geldmarktfonds gibt es auch offene Immobilienfonds (diese kaufen mit dem Geld der Anleger Wohn- und Gewerbeimmobilien und vermieten diese) sowie Hedgefonds (diese verfolgen unterschiedliche, oft komplizierte und nicht ganz leicht durchschaubare Anlagestrategien).

Themenfonds bieten wenig Streuung


In jedem Fall sollte man sich anschauen, wie gut die Performance in den vergangenen Jahren war und wie stabil sich der Fonds entwickelt hat. Im Idealfall findet man ein Produkt mit hoher Rendite und geringer Schwankung. Doch sind Erfolge der Vergangenheit noch keine Garantie für die Zukunft. Das gilt insbesondere für Fonds mit sehr speziellem Fokus: Zählten etwa Goldaktienfonds vor drei Jahren zu den Bestperformern, rangieren sie nun ganz unten in den Performancerankings.
Auch Hedgefonds, die während der Finanzkrise hohe Erträge abwarfen (weil sie von steigenden wie auch von fallenden Kursen profitieren), entwickelten sich in den vergangenen beiden Jahren, als die Märkte vor allem schwankten, schwach. Derzeit sind es vor allem Biotech- und Pharma-Fonds, die die Nase vorn haben. Eine Ursache dafür ist der Nachholbedarf, weil die Aktien der Branche in den Jahren davor eher nicht so gut abgeschnitten haben.
In solche Themenfonds, die sich auf einzelne Branchen oder Regionen spezialisieren, sollte man jedoch nur einen Teil seines Vermögens stecken. Wer nur wenig Geld veranlagen kann, sollte dieses besser in einen breit angelegten Fonds investieren.
Das deutsche Institut für Vermögensaufbau hat eine Analysemethode entwickelt, die neben der Performance auch qualitative Kriterien ins Spiel bringt. So will man herausfinden, ob eine gute Performance in der Vergangenheit eher zufällig war oder auf guter Managementleistung beruhte.

Preis für die langfristig besten Fonds


Mit dieser Methode wurden die in Österreich zugelassenen Fonds durchleuchtet. Die besten Fonds aus zehn Kategorien werden am 6. März mit dem Österreichischen Fondspreis 2013 ausgezeichnet, der von „Fonds professionell“ und der „Presse“ vergeben wird. Die Sieger werden am 11. März in der „Presse“ veröffentlicht.

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6 Kommentare

Fonds

zu wählen ist so und so ein Schwachsinn.

Leute konsumiert euernGeld dann habt ihr was davon

So ein Unsinn!

Fonds nach der Rendite aus der Vergangenheit zu beurteilen ist eine der Todsünden beim Anlegen. Wer sein Geld für Schuldenpapiere wie Anleihen und Sparbücher, Geldmarktfonds und Bausparverträge ausgibt, muß auch den Totalausfall des Emittenten einrechnen. Wer Garantien kauft, muß mit dem Totalausfall des Garantiengebers rechnen. Und wer Eigenkapital wie Aktien oder Aktienfonds bevorzugt, muß den Begriff Unternehmenspleite verstehen. Überall gibt es Schwankungen, überall gibt es Risken. Sicherheit gibt es nur - wenn überhaupt - durch gekonnte Streuung. Preise wie der genannte sind jedenfalls jeine Empfehlung, sie gehen auf Individuelles nicht ein und entstehen oft auf sehr mysteriöse Weise.

die Bankspesen machen einen Gutteil der moeglichen Gewinne zunichte

wenn die bei den Boersenprofis gleich hoch waeren, waers aus mit dem HF Handel.

Fonds wählt man nur, wenn man zB Banken an der Börse mehr zutraut als sich selbst.

Dabei haben die ja auch keine Ahnung. Also probieren Sie sich lieber in Aktien, bei Fonds können Sie wie bei Aktien verlieren aber bei Aktien können Sie auch richtig viel gewinnen.

Das wird den Fiskus aber freuen

Die KEST könnte da zum Haken an der Sache werden->http://www.boerse-live.at/eBusiness/blive_template1/212251493524270627-215486471565447122_277155062893956005-277155062893956005-NA-NA-NA-NA-NA.html

Der Staat verdient an den Gewinnen-wirds ein Verlust, gehört der voll und ganz dem Anleger. Na, das macht Freude, sein Geld zu investieren.

Die einzigen, die IMMER gewinnen, ist der Fiskus und die Bank. Die Anleger manchmal.

Re: Das wird den Fiskus aber freuen

gewinne und Verluste können sie gegenrechnen und zahlen dann auch keine kest ... (gilt aber nur innerhalb eines jahres)

Ausserdem musste man vor Einführung der WP Kest alle Gewinne von Aktien als Einkommen angeben und dann Einkommenssteuer berappen, und die ist ja um einiges höher als 25% ...

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