Anlage: „Physisches Gold ist nicht preissensibel“

Partnerbank-Vorstand Bernhard Woldan ortet starke Nachfrage nach Barren aus Ungarn und Tschechien. Aktien will dagegen kaum noch ein Privatanleger haben.

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Anlage: „Physisches Gold ist nicht preissensibel“ – (c) REUTERS (HEINZ-PETER BADER)

Wien/ju. Der scharfe Einbruch des Goldpreises in den vergangenen Monaten hat privaten Kleinanlegern den Appetit auf das Edelmetall offenbar nicht verdorben: Der Absatz von physischem Gold habe darunter zumindest in seinem Haus nicht gelitten, sagte Bernhard Woldan, Vorstand der auf Anlagelösungen für Kleinanleger spezialisierten Linzer Partner Bank, im Gespräch mit der Presse. Derzeit würden ungefähr 20 Prozent des Neugeschäftes auf physisches Gold entfallen, obwohl die Bank selbst ihren Kunden eine Beimischung von höchstens fünf bis zehn Prozent empfiehlt.

Groß sei die Nachfrage vor allem aus Tschechien und besonders aus Ungarn. Speziell im Falle Ungarns sei wichtig, dass das Gold in Österreich gelagert werde: Die Anleger dort vertrauen ihrer Regierung offenbar nur begrenzt.

Der Rückgang des Goldpreises habe zu keinen Kundenreaktionen geführt, so Woldan. Anleger, die physisches Gold kaufen, würden eher nicht den Preis, sondern den Sicherheitsaspekt beachten. Das komme auch darin zum Ausdruck, dass vor allem Kunden aus Tschechien und Ungarn das Angebot, die erworbenen Barren im Lager in Österreich zu besichtigen, überraschend oft in Anspruch nehmen.

Die Partner Bank vertreibt ihre Produkte über unabhängige Finanzberater in Österreich, Ungarn, Tschechien und Deutschland. Der Schritt nach Slowenien steht bevor. Gebremst verlaufe die Entwicklung derzeit nur in Deutschland, was viel mit der Diskussion um das Bankgeheimnis zu tun habe. Für Deutsche ergebe es nicht mehr viel Sinn, beispielsweise Anleihedepots in Österreich zu haben, wenn künftig auch ohne strafrechtliche Ermittlung Daten an ausländische Finanzämter geliefert werden könnten.

Die Nachfrage konzentriert sich laut Woldan derzeit auf Unternehmensanleihen von größeren Unternehmen, die noch ein akzeptables Risiko/Ertragsverhältnis aufweisen. Kaum Nachfrage käme von Kunden seit der Finanzkrise nach Aktien. Die Kleinanleger hätten den gesamten Börsenboom der letzten Jahre versäumt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.08.2013)

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