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Sparen: Hohe Zinsen gibt's nicht gratis

23.11.2011 | 18:07 |   (Die Presse)

Die Erste Bank bietet für ein einjähriges Sparbuch 3,5 Prozent Zinsen. Damit man sie bekommt, muss man allerdings auch einen Bausparvertrag abschließen. Ein guter Deal?

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Wien/Ker. Auf den ersten Blick sieht das nach einem sehr attraktiven Angebot aus: 3,5 Prozent Zinsen für ein Sparbuch mit einer einjähriger Laufzeit. Wenn man 7000 Euro auf das Sparbuch legt, erhält man nach einem Jahr und dem Abzug der Kapitalertragsteuer rund 7180 Euro. Die Inflation könnte dann in diesem Jahr bei 2,6 Prozent gelegen sein, ohne dass sich der reale Wert der 7000 Euro verringert hätte.

Dieses Angebot gibt es derzeit bei der Erste Bank („sKapital Sparen Select“), und es übertrifft sogar die Offerte der Direktbanken deutlich. Dort bekommt der Anleger nur rund 2,75 Prozent Zinsen.

Die Sache hat aber einen kleinen Haken: Um dieses Sparbuch zu bekommen, müssen Anleger noch ein weiteres Produkt der Erste Bank kaufen. Neuerdings ist auch eine Kombination mit einem Bausparvertrag möglich. Das sieht dann so aus: Man kann in das 3,5-Prozent-Sparbuch nur so viel einzahlen, wie man auch bereit ist, für das Bausparen einzuzahlen.

Ein Beispiel: Ein Kunde will jährlich 1200 Euro auf das Bausparkonto einzahlen; nach sechs Jahren kommt er dann auf eine Sparleistung von 7200 Euro. Das heißt, er kann auch 7200 Euro auf das einjährige Sparbuch mit 3,5 Prozent Zinsen legen.

Keine Frage, das Sparbuch ist ein gutes Angebot. Aber zahlt sich der Bausparvertrag auch aus?

Im ersten Jahr bekommt man bei der sBausparkasse drei Prozent an Zinsen, einen Zinsbonus und die steuerfreie staatliche Prämie von derzeit drei Prozent oder maximal 36 Euro. Der Zinsertrag nach dem ersten Jahr macht satte 77Euro aus (nach Abzug von Steuern und Kontospesen). Auf dem Bausparkonto liegen somit 1277 Euro. Dieses Geld soll nun in den folgenden fünf Jahren weiter verzinst werden. Man zahlt also weiterhin jährlich 1200 Euro ein. Mit den Bausparzinsen schaut es in den Folgejahren aber nicht mehr so rosig aus. Sie hängen nämlich von bestimmten Marktzinsen ab.

Bausparer an Zinssätze gebunden

Variable Sparbücher oder Bausparer sind an bestimmte Zinssätze gebunden. Im Fall der sBausparkasse ist der variable Bausparvertrag („Plus Bausparen“) an den sogenannten „Euro-Zinsswap-Satz 3 Jahre“ gebunden. Das ist ein Zinssatz auf dem Geldmarkt, zu dem sich Banken untereinander Geld zu bestimmten Laufzeiten leihen. Im Sommer stürzte dieser Zinssatz deutlich ab und dümpelt seither auf einem Niveau von rund 1,6 Prozent.

Wie leitet sich nun der jährliche Zins für das Bausparkonto ab? An gewissen Tagen im August, September und Oktober zieht die sBausparkasse die jeweiligen Zinssätze heran, errechnet daraus den Durchschnitt und zieht davon 1,25 Prozentpunkte ab. Das führt nun dazu, dass die Verzinsung der Bausparer im nächsten Jahr bei nur einem Prozent liegen wird. Es könnte durchaus passieren, dass die Zinssätze auch zwei Jahre lang auf diesem Niveau bleiben.

Weiterhin niedrige Zinsen

In den angeführten Beispielen der Bank geht man allerdings davon aus, dass die Zinsen etwas steigen. Folglich würde man 2,5 Prozent und im letzten Jahr drei Prozent Zinsen erhalten. Am Ende der Laufzeit haben Anleger rund 7860 Euro auf dem Bausparkonto, bei 7200 Euro an Einzahlungen.

Fazit: Wenn man jedes Jahr 1200 Euro auf ein Sparbuch legt, müsste man jährlich rund 2,8 Prozent Zinsen erhalten, um auf den gleichen Betrag wie beim Bausparkonto zu kommen. Von solchen Zinsen ist man – vor allem bei den Filialbanken – derzeit aber weit entfernt. Dass die Europäische Zentralbank den Leitzinssatz noch weiter senkt, ist zum heutigen Zeitpunkt wahrscheinlich. Das heißt, Sparer werden sich auch in nächster Zeit mit geringen Zinssätzen begnügen müssen.

Allerdings sollten sich Sparer vergewissern, ob sie sich die jährlichen Beiträge für ihren Bausparvertrag auch leisten können. Einen Bausparvertrag zu kündigen ist ziemlich teuer: Die Zinsen werden rückwirkend halbiert. Außerdem gibt es eine „Strafgebühr“, die staatlichen Prämien fallen ebenso weg. Unter Umständen kann der Vertrag aber ruhend gestellt werden (etwa bei Karenz), ohne Strafgebühren bezahlen zu müssen.

Was Sie beachten sollten bei... Sparprodukten

Tipp 1

Zinsen. Bei einem Sparbuch der Erste Bank (ein Jahr gebunden) bekommt man 3,5 Prozent Zinsen. Die Inflation könnte im kommenden Jahr somit bei 2,6 liegen, ohne dass sich der reale Wert des Geldes nach Abzug der Steuer verringert. Aber: Dieses Sparbuch gibt es nur in Kombination, etwa mit einem Bausparvertrag.

Tipp 2

Bausparvertrag. Die Aussichten für Bausparverträge sind derzeit nicht gerade rosig. Zwar bekommt man im ersten Jahr einen hohen Fixzinssatz, danach ist die Verzinsung aber variabel. Der aktuelle Zinssatz beim Bausparen liegt bei nur einem Prozent jährlich. Das könnte auch weiterhin so bleiben.

Tipp 3

Profit. Beim sBausparen zahlt man in den nächsten sechs Jahren 1200 Euro ein, am Ende bekommt man (nach Steuer, staatlicher Prämie und Spesen) rund 7860 Euro. Wenn man jährlich 1200 Euro auf ein Sparbuch legt, müsste die Verzinsung rund 2,8 Prozent pro Jahr betragen, um so viel Geld wie beim Bausparen zu erhalten.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.11.2011)

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19 Kommentare
Gast: Irridicule
29.11.2011 20:01
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sparen angesagt

NUn ja - eins ist immer wichtig vergleichen lohnt sich auch mal der genaue Blick auf die Hausbank! Und ich würde zusätzlich auch immer auf sicherheit setzen wie etwa mit prepaid Kreditkarten wie yuna und co - dann hat man auch mehr den Überblick und zuguter Letzt: das gute alte haushaltsbuch!

Gast: gast1984
24.11.2011 12:55
1 0

Only for sheeps!


Gast: Gewinner
24.11.2011 11:13
0 0

lächerlich

meine vor 2 Jahren erstandenen Silberphilharmonika haben bis Dato über 40% plus eingefahren.

Antworten Gast: Halbwissen
24.11.2011 17:06
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Re: lächerlich

Wenn Sie sich nicht in Demut üben, werden Sie die Sparbuchrendite noch herbeisehnen !

Antworten Gast: mexxxx7
24.11.2011 14:43
0 1

Re: lächerlich

Bei einer Volatilität von 45% haben Sie aber auch ein realistisches Risiko diesen Gewinn in einem Jahr wieder verloren zu haben (Marktaussichten und Kursziele bleiben hier erstmal unberücksichtigt). Den einzigen Vergleich den man hier also daraus ziehen kann, ist der mit den "Äpfeln und den Birnen"

Gast: money prince
24.11.2011 11:13
1 0

withdraw all you money

.....die Österreicher haben ein Vermögen von ca. 470 Milliarden Euro. Wenn alle das Geld von der Bank nehmen würden, erst dann würden sich Banken um unser Geld reißen und wir könnten Ihnen mit unserem Geld Kredite zu 5%, 6%, oder 7% verleihen. Wer macht mit?

Antworten Gast: Halbwissen
24.11.2011 17:11
1 0

Re: withdraw all you money

Leute mit Hirn verleihen ihr Geld sowieso nicht an Banken, sondern an den Endkreditnehmer !

Daraus folgt, das auf dem Sparbuch nur stupid money liegt. Stupid money macht was die Werbung sagt, denn es gehört stupid people.

Antworten Gast: MH
24.11.2011 15:27
0 0

Re: withdraw all you money

Weil dann die Banken crashen würden, oder glauben Sie wirklich, dass die Ihr Geld im Tresor liegen haben? xD

Warum nicht gleich ins Casino?

Dort sind die Chancen größer.

Gast: Gastuser
24.11.2011 10:34
1 0

tolle idee

dafür das man sein geld bis zu 6 jahre binden sollen ist die angebotene verzinsung immer noch jämmerlich!

Hohe Zinsen : Die Erste Bank bietet für ein einjähriges Sparbuch 3,5 Prozent Zinsen.

Warum nennt man 3,5 Prozent "hohe Zinsen" ?

Die offizielle Inflation ist ja schön-gerechnet - insoferne liegen die 3,5 % unter dem realen Kaufkraftverlust. Und wenn man die Kest einberechnet, reichen die 3,5 % gerade dazu, den Wert des eingelegten Geldes in Bezug auf die offizielle Inflationsrate zu erhalten.

Kurz : die Banken jammern, dass sie zu wenig Geld haben - sind aber nicht bereit, den Kunden für Spareinlagen etwas zu zahlen.

Re: Hohe Zinsen : Die Erste Bank bietet für ein einjähriges Sparbuch 3,5 Prozent Zinsen.

Was die Banken derzeit dringend brauchen, ist Eigenkapital.
Spareinlagen sind KEIN Eigenkapital.

Re: Re: Was die Banken derzeit dringend brauchen, ist Eigenkapital.

Schmarrn. Banken brauchen BEIDES.

Das war ja Teil der Krise, dass die Banken untereinander keine Kredite mehr bekommen / gegeben haben, um ihr Geschäft zu finanzieren.

Aber den Kunden mehr Zinsen für Spareinlagen zu zahlen, auf die "Idee" sind die Banken nicht gekommen - denn Kunden sind ausschließlich zum Schröpfen da.

Antworten Antworten Gast: Analyst 829
24.11.2011 09:46
2 0

Re: Re: Hohe Zinsen : Die Erste Bank bietet für ein einjähriges Sparbuch 3,5 Prozent Zinsen.

Das Spareinlagen kein Eigenkapital sind, dass müssen sie aber erst mal Treichl erklären!

Für die Erste Bank sind Spareinlagen ganz offensichtlich Eigenkapital. Die Sparergelder werden an Töchter verborgt, die diese dazu verwenden um eben eigene Aktien zu kaufen.

Und siehe da, Spareinlagen sind genau das was eine Sparkasse braucht.

Im Grunde wäre nichts einzuwenden, Spareinlagen als Eigenkapital zu verwenden, denn im Normalfall wird sowieso nicht alles von allen auf einmal abgehoben und im Grunde wachsen die Spareinlagen immer weiter und so lange die Inflation höher ist als die Sparbuchzinsen ist es vernünftig mit den Sparergeldern Sachwerte wie eigene Aktien zu kaufen.

ALLERDINGS funktioniert das nur, wenn wenn man keine Ostphantasien hat wie es bei der Erste Bank der Fall ist.

Wäre nicht Treichl, sondern - ich will jetzt keinen Namen nennen, sonst fliegt noch der letzte fähige Mann aus der Erste Bank - ein anderer Generaldirektor, dann wäre die Bank niemals in derartige Schieflage geraten.

Böse Zungen behaupten, Treichl habe bei der Übernahme der BCR nicht den Unterschied zwischen Euro und Schilling gekannt, da er nicht von Vranitzky, der Elsner das in einem Telefonat um 1 Mio. Schilling erklärt hat, angerufen wurde.

Leider ist es kein Witz, dass Banker tatsächlich Spareinlagen als Eigenkapital betrachten - ganz unrichtig ist es ja nicht, denn wenn die Bank ihr "Eigenkapital" (die Spareinlagen meine ich hierbei) aufgebraucht hat, zahlt eben der Staat die Einlagen aus.

Re: Re: Re: da er nicht von Vranitzky, der Elsner das in einem Telefonat um 1 Mio. Schilling erklärt hat, angerufen wurde.

Das hat Vranitzky übrigens nicht dem Elsner erklärt - sondern dem Flöttl. Dem Mann, den die Justiz mit gefütterten Samthandschuhen angefasst hat.

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Auch wenn die Türken bei uns nicht allzu beliebt sind,

so sind deren Bankkonditionen oftmals besser.

Zwar nicht auf das Sparbuch mit 1 jähriger Laufzeit gesehen,
jedoch auf 5-6 Jahre betrachtet noch immer besser als der Bausparer.

https://www.vakifbank.at/sparen/fixzinssparbuch/

Ohne Werbung machen,
oder eine Anlageempfehlung abgeben zu wollen.

Antworten Gast: frager
23.11.2011 21:32
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Re: Auch wenn die Türken bei uns nicht allzu beliebt sind,

Sie sprechen von sich in der 3. Person Plural?

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Re: Re: Auch wenn die Türken bei uns nicht allzu beliebt sind,

Nein, eigentlich war das auf die derzeitige Stimmung
in Österreich bezogen.

Gast: Johann S
23.11.2011 20:15
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Dieses Junktim

mit dem Bausparvertrag, sieht den Werbeexperten der Banken ähnlich.

Tolle Typen.

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