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Uncle Sam läuft „Old Europe“ davon

10.05.2012 | 18:16 |  ALEXANDER WEBER UND BEATE LAMMER (Die Presse)

US-Aktien sehen ziemlich gut aus, finden Experten. Glücklich werden vor allem jene Investoren, die auf die richtigen Wachstumsunternehmen setzen.

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Wien. Europäer blicken nicht ganz neidlos über den großen Teich: Auch wenn sich die US-Wirtschaft nicht so schnell erholt wie von vielen erhofft, scheint das Land auf den Wachstumspfad zurückgekehrt zu sein. Im ersten Quartal wuchs die weltgrößte Volkswirtschaft immerhin um 2,2Prozent gegenüber dem Vorjahr. In Europa scheint wegen der immer noch nicht gelösten Schuldenkrise derweil eine Rezession möglich. Anhaltend schlechte Nachrichten aus den krisengebeutelten Peripherieländern zeigen, wie schwierig die Lage immer noch ist.

Das dürfte auch vielen Anlegern nicht verborgen bleiben. „Die Konjunkturschwäche in Europa und langsames Wachstum in den Schwellenländern werden die Nachfrage nach US-Investmentzielen steigen lassen“, sagte Richard Bernstein, Ex-Investment-Chef der US-Bank Merrill Lynch und jetziger Berater, in einem Interview mit der Webseite „Advisor Perspectives“. Der amerikanische Aktienmarkt sei unterbewertet, glaubt der Experte: „Der Markt sieht im schlechtesten Fall vernünftig bewertet, im besten Fall aber geradezu billig aus.“ Im S&P-500-Index, der Unternehmen aus den verschiedensten Bereichen abdeckt, beträgt das Kurs-Gewinn-Verhältnis derzeit 13,8. Das sei „besser als normal“.

Auch bei der Fondsgesellschaft Axa Framlington ist man überzeugt, als Investor in den Vereinigten Staaten gut aufgehoben zu sein. „Die Lage in den USA ist gut, nicht perfekt. Aber im Vergleich zu Europa schaut es ziemlich freundlich aus“, sagte Matthew Lovatt von Axa Framlington am Donnerstag bei einem Pressegespräch in Wien.

Finanzsystem robuster

Dies lasse sich unter anderem daran ablesen, dass die Banken den Unternehmen wieder mehr Kapital zur Verfügung stellen. Im Vergleich zu Europa sei das US-Bankensystem robuster aus der Krise gekommen. Positiv sei auch, dass der private Hausbau nicht mehr so stark rückgängig sei, sondern sich zu stabilisieren scheine.

Lovatt empfiehlt vor allem Unternehmen mit einer überzeugenden „Wachstumsstory“: „Wir mögen keine Firmen, die nur durch Kosteneinsparungen ihre Gewinne steigern.“ Viel mehr sei man auf der Suche nach einem gesunden Geschäftsmodell, einem klugen Management und der Fähigkeit zur Innovation. Wenig überraschend landen die Fondsmanager dabei bei Apple. Trotz der beeindruckenden Performance der vergangenen Jahre sei das Papier noch nicht zu teuer, um einzusteigen.

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Währungseffekte nicht vergessen

Eine zweite Aktie, die diesen Anforderungen gerecht wird, sei jene der Restaurantkette „Chipotle Mexican Grill“. Rasantes Gewinnwachstum, ein cleveres Management und vor allem die Aussicht auf weitere Expansion sprächen für das Papier, so Lovatt.

Nicht vergessen sollten Anleger bei aller Euphorie aber das Währungsrisiko. Fällt der US-Dollar gegenüber dem Euro, werden Kursgewinne schnell zunichte gemacht. Zuletzt haben Euro-Anleger aber eher profitiert: Im Jahresvergleich hat der S&P-500 um etwa ein Prozent zugelegt. Auf Eurobasis waren es elf Prozent. Raiffeisen-Analyst Valentin Hofstätter glaubt, dass der Euro heuer „um 1,3Dollar pendeln“ wird. Neue Nachrichten von der Schuldenfront könnten dabei für Schwankungen sorgen. Dadurch könnten sich aber gute Einstiegsmöglichkeiten ergeben.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.05.2012)

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6 Kommentare
Gast: plebs potus
11.05.2012 11:07
0 0

Blödsinn

Im Kapitalismus werden Probleme nicht gelöst sondern auf dem Globus einfach verschoben.

Die Aktienstärke ist ein psychologisches Konstrukt, das keineswegs solide ist und auf keine, Realen Wirtschaftswachstum basiert sondern auf kurfristigen Finanzscharaden... Siehe Bankenrettung.

Robuster? Das wäre dann mal etwas Neues ...

Angesichts der Verschuldungen der Privathaushalte, der Wirtschaftsunternehmen, der Staaten, ihrer Länder und Gemeinden, der Geld"politik" von FED und mittlerweile auch EZB, angesichts der über 1,6 Billiarden (nach unserer Rechnung!) USD Schulden in Derivaten aller Art (mit den in den USA üblichen 100-$-Noten ist der Stapel höher als die Strecke zwischen Erde und Mond) und angesichts des inzwischen immer allgemeiner werdenden Bewußtseins, daß das alles nie mehr zurückgezahlt werden kann, ist es nur eine Frage der Zeit, bis uns dieses "robuste Finanzsystem" um die Ohren fliegt. Und statt Gold oder Grundstücke zu kaufen, sollte man sich lieber nach und nach mit Salz, Zucker, Seife, Toilettenpapier, Wein, mit Rauchbarem und Tauschbarem eindecken ...

Gast: Beno
10.05.2012 22:42
0 1

bis mindestens zur Presidentenwahl in den USA bleibt es dort stabil


Finanzsystem robuster

robuster? auf dieser seite des atlantiks haben wir nur eine fed, die sich nichts schwert um austeritaet sondern voll auf der schiene des keynesianismus unterwegs ist. ein auf zeit gekaufter aufschwung.

vorteil an der sache ist, sobald der dollar implodiert, zahlt es sich wieder aus "im land" zu produzieren anstelle von china / indien / suedkorea - das schafft arbeitsplaetze, moeglicherweise gibt es sogar zuwenig arbeiter, aber da ueber 100 millionen amerikaner im arbeitsfaehigen alter keine arbeit haben, gehe ich nicht davon aus.
rohstoffe braucht man auch keine importieren, weil sich die vereinigten staaten mit den allermeisten rohstoffen selbst versorgen koennen.

bis dahin kann man eben noch mit bunten papierfetzen, denen die ganze welt vertraut, waren & dienstleistungen einkaufen ohne gegenwert.

funktioniert blendend

Gast: africano
10.05.2012 20:15
0 1

Die Dummen sterben nicht aus !!!

Die USA ist mehr als Pleite ,deshalb druckt die FED die Dollars ,das einem schlecht werden kann.
Der Krug geht solange zum Brunnen ,bis er bricht.
Aus eins und eins ,wird nicht DREI.

Re: Die Dummen sterben nicht aus !!!

als wär der gelddruckschmäh ein us-trick. machen wir hier in europa ja auch nicht anders. der gloale rummser kommt schon noch, keine bange. und dann spielt nationalität aber schon gar keine rolle mehr...

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