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Anlage: Wahl zwischen Rendite und Risiko

15.06.2012 | 18:41 |  BEATE LAMMER (Die Presse)

Investoren müssen sich dieser Tage zwischen negativen Realzinsen und unruhigem Schlaf entscheiden. Welche Vor- und Nachteile die einzelnen Anlageformen bieten.

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In Zeiten niedriger Zinsen, turbulenter Börsen und schwankender Rohstoffmärkte wird die Auswahl der idealen Geldanlage zur Suche nach dem geringsten Übel. Wer die Inflation schlagen will, muss Risiko auf sich nehmen. Ein Überblick über die wichtigsten Anlageformen, was sie bieten und welches Risiko man damit eingeht.

 

Sparbuch

 

Das Geld ist griffbereit

Täglich fällige Sparbücher haben den Vorteil, dass man jederzeit an sein Geld kommt, ohne Abschläge in Kauf nehmen oder zu einem schlechten Kurs verkaufen zu müssen. Will man mit dem Sparbuch die Turbulenzen an den Börsen aussitzen, sollte man einen Teil des Geldes länger binden. Denn die Krise in der Eurozone dürfte noch länger dauern.

 

Die Zinsen sind mager

Für täglich fällige Sparbücher erhält man laut dem Bankenrechner der Arbeiterkammer (www.bankenrechner.at) bestenfalls 1,85Prozent Zinsen. Nur für Neukunden oder bei hohen Summen gibt es mitunter mehr. Nach Steuern bleiben einem davon knapp 1,4Prozent. Die Teuerungsrate lag zuletzt bei 2,3Prozent. Bindet man sein Geld für zwei Jahre, bekommt man bis zu 2,75Prozent. Auch das reicht nicht aus, um nach Steuern die Inflation zu schlagen.

 

Anleihen und Rentenfonds

 

Firmen zahlen gut

Unternehmen zahlen derzeit verglichen mit ihrem Ausfallrisiko relativ hohe Zinsen. Laut Experten ist das Rendite-Risiko-Verhältnis bei Firmen mit einem Rating knapp unter Investmentgrade am besten (weniger als „BBB“). Nur eine einzelne Anleihe zu kaufen ist aber riskant: Wenn das Unternehmen pleitegeht, verliert man sein Geld. Man sollte also streuen oder in einen Fonds investieren.

 

Staaten zahlen wenig

Sichere Staatsanleihen werfen extrem niedrige Zinsen ab. Die Rendite zehnjähriger deutscher Staatsanleihen liegt derzeit bei 1,45Prozent. Hohe Zinsen gibt es nur bei hohem Risiko: Spanische Anleihen rentieren mit 6,8 Prozent.

 

Aktien und Aktienfonds

 

Firmen sind günstig

Gemessen an bestimmten Kennzahlen wie Kurs-Gewinn-Verhältnis oder Dividendenrendite sind sowohl europäische als auch amerikanische Aktien derzeit günstig. Doch die niedrigsten Preise haben Banken, über die höchsten Dividendenrenditen verfügen spanische Aktien– bei beiden ist Vorsicht geboten. Bei soliden Werten wie Andritz oder Beiersdorf sind die Preise hoch.

 

Die Volatilität ist hoch

Wer Aktien kauft, braucht gute Nerven. Allein heuer kletterte etwa der heimische Börsenindex ATX um 15Prozent, um danach fast die ganzen Gewinne wieder abzugeben.

 

Gold

 

Die Staaten drucken Geld

Seit Jahresbeginn hat der Goldpreis auf Eurobasis um sieben Prozent zugelegt. Langfristig rechnen die meisten Analysten mit einem weiter steigenden Goldpreis. Ursache ist die expansive Geldpolitik der Notenbanken.

 


Die Inflationsangst ist gering

Die weltweite Wirtschaftsabkühlung bremst die Teuerung momentan ein. Die Inflationsangst der Anleger hält sich in Grenzen. Seit der Goldpreis im September 2011 ein nominelles Allzeithoch eingestellt hat, schwankt er stark. Das bedeutet: Auch Goldanleger brauchen gute Nerven und einen langen Atem.

 

Immobilien

 

Gewohnt wird auch in der Krise

Langfristig spricht vieles für weiter steigende Immobilienpreise in den Ballungszentren. Der Zuzug in die Städte hält an, zudem gibt es mehr Einpersonenhaushalte. Wer eine Wohnung in guter Lage hat, sitzt auf einem bleibenden Wert.

 

Die Preise sind hoch

In den vergangenen Jahren sind die Preise für Wohnimmobilien extrem stark gestiegen. Wer jetzt ein Zinshaus oder eine Vorsorgewohnung kauft, darf nach Steuern und Kosten kaum noch mit einer Rendite von mehr als zwei bis drei Prozent rechnen. [i-Stockphoto]

Was Sie beachten sollten bei... der Geldanlage

Tipp 1

Rendite-Risiko-Verhältnis. Für höhere Erträge muss man ein größeres Risiko eingehen. Doch stimmt das Verhältnis nicht immer: Unternehmensanleihen von Firmen knapp unter Investmentgrade haben derzeit ein besseres Rendite-Risiko-Verhältnis als Staatsanleihen. Unabhängig davon sollte man einen Teil des Geldes griffbereit parken.

Tipp 2

Reserve. Es gibt genau zwei Gründe, um sein Geld auf das Sparbuch zu legen: um eine griffbereite Geldreserve zu haben und um abzuwarten, bis sich die Turbulenzen an den Börsen gelegt haben. Letzteres kann allerdings länger dauern. Für längere Bindung gibt es mehr Zinsen. Um dennoch flexibel zu bleiben, verteilt man das Geld am besten auf mehrere Laufzeiten.

Tipp 3

Verfügbarkeit. Zahlreiche Anlageformen haben den Nachteil, dass man vorzeitig nur mit Abschlägen, schwer oder gar nicht an sein Geld kommt. Dazu zählen etwa Lebensversicherungen, Bausparverträge oder die Zukunftsvorsorge (bei dieser ist in den ersten zehn Jahren ein Ausstieg überhaupt unmöglich). Man sollte also nicht sein ganzes Geld in diese Anlageformen stecken.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.06.2012)

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1 Kommentare

Gold das Sicherste, Sparbuch und Anleihen das Riskanteste!

Die Schwankungen beim Gold halten sich in Euro gerechnet sehr in Grenzen. Es eilt von einem Rekordhoch zum Nächsten. Auch Aktien auf Unternehmen mit hohen realen Vermögen (Goldminen, Immoaktien, Stromversorger,...) sind derzeit sehr billig.

Sparbuch and Staatsanleihen sind hingegen das größte Risiko überhaupt - den dass unser Papiergeld in einigen Jahren noch etwas Wert ist ist äußerst unwahrscheinlich...

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